INHALT
Nr. 04 April 2018










MOLDAWIEN:
Die Ärmsten auf dem Lande bedürfen unserer Hilfe!
















EDITORIAL
EU:
Hat man bei den Problemen der Flüchtlinge die zunehmende Armut in Europa vergessen?
MOLDAWIEN
Dramatische Verarmung der Landbevölkerung

EU: Hat man bei den Problemen der Flüchtlinge die zunehmende Armut in Europa vergessen?

Liebe IH-Freunde,

in der Regierungserklärung zu Beginn ihrer 4. Amtszeit hat Bundeskanzlerin Merkel durchblicken lassen, daß sie die Flüchtlingsproblematik unterschätzt hat. Wenn sie dabei sogar so weit ging, die Forderung ihres Innenministers Seehofer für eine Verlängerung der Kontrollen an deutschen Grenzen wegen des unzureichenden Schutzes der EU-Aussengrenzen gutzuheißen, dann stellt sich – wie letzte Woche in der „Neuen Züricher Zeitung“ kritisch vermerkt wurde – die Frage, in wieweit sich dahinter „blosse Symbolpolitik“ verbirgt.

In diesem Zusammenhang erscheint der Hinweis der deutschen Polizei wichtig, daß lediglich auf 840 km von 3 800 km nationaler Grenzkilometer ernsthafte Kontrollen stattfinden, was weniger als ein Viertel der Strecke ausmacht. Allein Nordrhein-Westfallen hat eine fast 500 km lange Landesgrenze mit Belgien, die mangels fehlender Polizeikräfte nicht hinreichend geschützt werden kann. Wenn allein an der österreichischen Grenze zur BRD mehr als 16 000 unerlaubt Einreisende aufgegriffen werden, zeigt dies auf, wie weit die Tore in die EU für Schleuseraktivitäten geöffnet sind, deren Geschäft mit den Flüchtlingen bis in die Gegenwart hinein mehr boomt, als die von EU-Verantwortlichen und von deutschen Regierungsstellen der Öffentlichkeit gegenüber eingestanden wird.

Bemerkenswert in ihrer Regierungserklärung ist außerdem das Eingeständnis, den kriminellen Aktivitäten der Schlepperbanden zu lange weggesehen zu haben und die Kanzlerin hervorhebt: „Das Jahr 2015 hat die Probleme des Zustroms der Flüchtlinge wie unter einem Brennglas zu Tage treten lassen.“

Das klingt zwar nach später Einsicht, vermag allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Versäumnisse aus ihrer 13jährigen vorangegangenen Regierungsjahre in Wirklichkeit viel gravierender sind, wenn der Fokus auf die Notlage der deutschen Armen gerichtet ist. Hierzu kann ein Auszug aus dem Magazin „STERN“ über „Bittere Fakten zur Armut“, vom 13.04.2015, Aufhellendes bieten, wo es heißt:

„Der seit Jahren anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland kommt den Reichen zugute, während die Armen mehr oder weniger leer ausgehen. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte am Mittwoch in Berlin: „Die unteren 40 Prozent der Beschäftigen haben 2015 real weniger verdient als Mitte 90er Jahre.“ (…) Besonders prekär sei die Situation der Kinder. „Das Gesicht der Armut in Deutschland ist ein Kindergesicht“, sagte Nahles. Fast zwei Millionen Kinder hierzulande seien armutsgefährdet.“

Wie alarmierend sich die Armut innerhalb der gesamten EU inzwischen ausnimmt, geht aus dem jüngstem Bericht der Europäischen Statistikbehörde von November 2017 hervor, der Erschreckendes kundtut, nämlich: „daß fast jeder vierte EU-Bürger von Armut bedroht ist. Demnach waren 2015 insgesamt 219 Millionen Menschen betroffen.“

Zusammenfassend wird zudem ausgeführt: „Von außen betrachtet gibt die EU ein jämmerliches Bild ab. Jede Krise bringt ausnahmslos das Schlechte ans Licht: Neid, Egoismus, Starrsinn. Europa muß endlich mehr Gemeinsamkeit kultivieren. Insbesondere Minderjährige sind nach Angaben der EU-Kommission von Armut bedroht. Betroffen waren demnach rund 25 Millionen Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen bekämen sie am stärksten die Auswirkungen zu spüren, sagte die zuständige EU-Kommissarin Marianne Thyssen. Insgesamt lag die Quote der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen in Bulgarien (41,3 %) und Rumänien (37,3 %) am höchsten. Griechenland verzeichnete seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 den höchsten Anstieg, von 28,1 auf 35,7%. Die niedrigste Quote wies Tschechien auf (14%). In Deutschland waren 20% der Bevölkerung – etwa 16 Millionen Menschen – im Jahr 2015 von Armut bedroht.“

Der besorgniserregende Zuwachs von Armut in der Europäischen Union wurde bislang zu Lasten der Flüchtlingspolitik sträflich vernachlässigt. Wer auf diesen Mißstand hinweist, ist nicht mit der irreführenden Phrase abzulenken, man dürfe europäische Bedürftige gegen nichteuropäische Flüchtlinge ausspielen und auf die finanzielle Bevorzugung letzterer aufmerksam machen. Wenn die deutsche Kanzlerin jedoch selbst auf christliche Motive hinweist, die zum Tragen gekommen seien, als sie die Grenzen nach Deutschland und damit in die EU, ohne jede Abstimmung mit den Nachbarstaaten für eine unbegrenzte Zahl von unkontrolliert Einwandernden öffnete, wird sie spätestens unglaubwürdig, wenn ihre christliche Nächstenliebe plötzlich dann nicht mehr zum Tragen kommt, wenn deutsche oder andere EUBürger in Armut verfallen und für Europäer das Geld fehlt.

Die Schweizer „Weltwoche“, Nr. 45.17, bringt die hier auftretenden Gegensätze des Asylpolitik, wie folgt auf den Punkt: „Es geht um Menschenleben, es geht um Elend und Not, um Mitleid und Solidarität mit den Ärmsten, es geht um aufwühlende Empfindungen und edelste Gefühle, zu denen Menschen fähig sind.“ Für moralische Selbstüberhöhung, wie sie von der deutschen „Mainstream- Presse“ und den von ihr hofierten Regenten im Rahmen der die Diskussion dominierenden „political correctness“ gern in Anspruch genommen wird, ist demnach kein Platz; dafür ist das Thema zu ernst!

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender
Internationaler Hilfsfonds e.V.

Die Landbevölkerung in Moldawien leidet unter dramatischer Verarmung!

Der Leiter der Hilfsorganisation „Orheiul Vechi“, Herr Sergej Trebish, gehört zu den sozial engagierten Menschen in Moldawien, die sich aufopferungsvoll um die Bedürftigen auf dem Lande kümmern. Aufgrund der seit Jahren vorherrschenden Armut, die überall im Lande grassiert, ist das Los all derer, die über kein geregeltes Einkommen verfügen, äußerst beklemmend.

Da der Arbeitsmarkt stark unter der schwachen Konjunktur leidet, müssen sich viele Notleidende mit Gelegenheitsarbeiten mehr schlecht als recht durchschlagen. Zur wirtschaftlichen Misere des Landes gesellt sich eine zunehmende, immer krasser in Erscheinung tretende Korruption, welche sich lähmend über das gesamte Land gelegt hat und für die absehbare Zukunft keine Besserung verheißt.

Extrem prekär gestalten sich die Aussichten für all diejenigen, die über unzureichende oder keine eigenen Einkünfte verfügen. Besonders in den Wintermonaten wird ihr Leben zu einem nicht endenwollenden Albtraum! Sergej Trebish, der sich unermüdlich um die bemitleidenswerten, unschuldig in Not geratenen Armen in den vergessenen Landstrichen ums Überleben kämpfenden Familien kümmert, zeigt in seinem jüngsten Bericht auf, wie schlimm es um seine Landsleute bestellt ist in einem Staat, dem es offenbar nicht gelingen will, einen Ausweg aus den selbstkreierten Problemen zu finden.

Um das Schicksal der Moldawier besser zu verstehen, müssen wir uns in die Vergangenheit eines Landes zurückversetzen, das in Zeiten seiner Zugehörigkeit zur Sowjetunion mehr als 4,5 Mio. Einwohner zählte. Die gegenwärtige Lage des Landes spiegelt sich eindrucksvoll und erschreckend zugleich aus der Tatsache wider, daß ihm die für eine wettbewerbsfähige, funktionierende Volkswirtschaft erforderlichen, gut ausgebildeten Arbeitskräfte inzwischen abhanden kamen, welche jedoch für eine solide Wirtschaftsentwicklung unverzichtbar sind.

Die alleinerziehende Mutter Anastasia Kotoman kümmert sich um 6 Kinder. Sie lebt in dem kleinen Dorf Kujzovka unter ärmsten Verhältnissen und muß mit ihrer Familie mit nur zwei Zimmern auskommen.
Evgenia Opinka, eine Mutter von drei Kindern, lebt mit ihrem Gatten ebenfalls in Kujzovka. Der jüngste Knabe ist aufgrund einer mißglückten Impfung gegen Kinderlähmung an den Rollstuhl gebunden, den er vom IH erhalten hat.
Wenn Moldawien heute kaum mehr als 2 Mio. Einwohner zählt, macht dieser Aderlaß deutlich, daß mehr als die Hälfte der Bevölkerung dieses Landes ihre Heimat verlassen haben. Über die wirklichen Ausmaße des Exodus, unter dem das Land bis in die Gegenwart hinein leidet, gibt es keine genauen zuverlässigen statistischen Angaben, sodaß die Zahl der im Lande Verbliebenen aller Wahrscheinlichkeit nach sogar noch niedriger zu bemessen ist.

Wie in mehreren anderen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig gewordenen Staaten, war die verantwortliche politische Elite offenbar nicht in der Lage, ein solides Fundament für ein tragfähiges Staatsgebilde zu errichten.

Im Durcheinander der in kurzen Zeitabständen aufeinanderfolgenden Regierungen schien das Augenmerk der jeweils Herrschenden eher auf den eigenen persönlichen Vorteil ausgerichtet zu sein, als auf das Wohl der Bevölkerung Moldawiens, das dank seiner fruchtbaren Böden, sowie seines guten Klimas, traditionell landwirtschaftlich ausgerichtet war und gut von seinen Agrar-Exporten leben konnte.

Darüberhinaus verfügte dieses kleine Land über ein erstaunlich hohes Ausbildungsniveau im universitären Bereich, sowie auf dem Gebiet der angewandten Wissenschaften. Die Verselbstständigung des Landes brachte eine totale Umgestaltung der Prioritäten mit sich, sodaß diese international konkurrenzfähigen Zweige in Bildung und Forschung stark an Substanz einbüßten.

Der unaufhaltsame Niedergang des Landes war verhängnisvoll und hatte fatalerweise die Flucht derer zur Folge, die eigentlich für den Aufbau der modernisierungsbedürftigen Wirtschaft und Industrie dringend gebraucht wurden.

Die 85jährige Nina lebt in einem kleinen Häuschen eines Vororts der Kleinstadt Orhei. Da ihr das Geld für die Heizung fehlt, wird sie hin und wieder von Nachbarn eingeladen, um sich in der kalten Winterszeit aufzuwärmen. Unser Photo zeigt ein Mädchen aus der bereits erwähnten Familie von Anastasia Kotoman. Viele arme Kinder auf dem Lande sind so arm, daß sie nicht einmal Schuhe besitzen. Sie müssen deshalb mit ihren Hausschuhen durch den Schnee waten…
Graur Konstantin ist in Kujzovka seßhaft, einem kleinen Dorf in der Region Rezina, wo er allein in seinem kleinen Haus lebt. Er ist einseitig gelähmt. Konstantin erhält monatlich weniger als 40 Euro Behindertenrente. Er ist sehr gerührt, daß er wenigstens vom IH aus Deutschland eine gewisse Fürsorge in Form von Hilfsgütern erfährt.

Die politische Instabilität beschleunigte die wirtschaftliche Talfahrt Moldawiens, das mehr und mehr unter einer ausufernden Korruption litt, die einen Skandal nach dem anderen hervorrief und das Land an den Abgrund des Staatsbankrotts brachte. Dies wiederum führte zu einem zunehmenden Vertrauensverlust, der vor allem die Jugend des Landes ins Ausland abwandern ließ.

Zurück blieben die Alten und Benachteiligten, sowie die Behinderten und Kranken, welche sich vom Staat seit eh und je total vernachlässigt sehen und mit völlig unzureichenden Sozialbeiträgen abgespeist werden, die nicht einmal 40 Euro pro Monat ausmachen! Und dieser Betrag kommt, um ein praktisches Beispiel zu nennen, lediglich Schwerbehinderten zugute. Die auf einem der Photos abgebildete Familie der Anastasia Kotoman erhält einen geradezu zynisch anmutenden Fürsorgesatz, der sich pro Kind auf 7 Euro beläuft… Die Wohnverhältnisse der Familie können, wie beigefügtes Photo dokumentiert, nur als unzumutbar bezeichnet werden, wenn man in Betracht zieht, daß sogar das Geld fehlt, um die Fenster zu verglasen – und dies während der klirrend kalten Wintermonate, in denen die notdürftig eingefügte Plastik kaum Schutz vor Frost bietet.

Da sich die zuständige staatliche Fürsorge nicht um die Hilfsbedürftigen kümmert, stellen die Hilfsgütersendungen des Internationalen Hilfsfonds oftmals die einzige Hilfe für die Ärmsten im Lande dar. Unseren wohlmeinenden Spendern ist es zu verdanken, daß der IH allein im Zeitraum vom Oktober 2016 bis dato Hilfsgüter im Werte von über 462.800 Euro Notleidenden in Moldawien zugute kommen lassen konnte, was zu einer Hilfsgesamtleistung von mehr als 1 Mio. Euro beitrug. Sergej Trebish möchte sich bei Ihnen, werte IH-Gönner, für Ihre großherzige Hilfestellung im Namen der Mittellosen bedanken.

Dank Ihrer treuen Zuwendung ist es uns vergönnt, tätige Nächstenliebe zu üben, um einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten.

Ihr

Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler
Hilfsfonds e.V.


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Redaktion; K. H. Koch

Die Prüfung der Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. durch die KPMG, Köln, erfolgt unter Beachtung des Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftprüfer (IDW) zur Rechnungslegung von Vereinen.

Ich möchte gezielt einem Kind und seinem sozialen Umfeld helfen und übernehme die Patenschaft für ein bedürftiges Kind
in Zimbabwe,
in Indien, auf den Philippinen.

Wie mein monatlicher Beitrag in Höhe von 25,- EURO verwendet wird, erfahre ich aus den ausführlichen Informationsunterlagen, einschließlich Photo und Namen meines Patenkindes.
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