INHALT
Nr. 07 Juli 2018










Philippinen:
Den Ärmsten aus den Slums Manilas eine Chance für die Zukunft geben!
















Die Verwendung von IH-Spendenmitteln im Jahr 2017
Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

Die Verwendung der IH-Spendenmittel im Rechnungsjahr 2017

Die Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. zum 31. Dezember 2017 wurde von einer vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), überprüft, deren uneingeschränktes Testat wir hier wiedergeben. Die Verwendung der Mittel wird in untenstehendem Schaubild verdeutlicht.


IH-Hilfsprojekte 2017
  • Kinderpatenschafts- und Schulförderungsprogramme in ruralen Gebieten im Süden Zimbabwes
    • für arme Familien in isolierten, ländlichen Zonen Chikombedzis, die in einer Grenzregion in der Nachbarschaft zu Mozambique liegen.
    • Verbringung von Hilfsgütern aus Deutschland zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs und Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.
    • Versorgung und Ausstattung des vom IH geschaffenen Zentrums für AIDS-Waisen unter dem Namen „LIRHANZO“ [= Hoffnung]. Das Zentrum wurde inzwischen durch eine Grundschule, sowie einen eigenen Kindergarten mit Vorschule erweitert. Darüberhinaus erfolgte jüngst die Errichtung neuer Schulgebäude, um Unterrichtsräume für die gestiegene Zahl der Schüler bereitzustellen
    • Sonder-Maßnahmen:
      • Eindämmung der fortschreitenden Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen, Errichtung von Bewässerungsanlagen für Agrarflächen und Bäume, sowie anlegen von Dämmen zum Schutz gegen Hochwasser; Bau einer Trinkwasserversorgung.
      • Kontinuierliche Unterstützung des ebenfalls vom IH errichteten Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi mit medizinischen Hilfsmitteln und medizinisch-technischen Geräten, sowie Krankenhaus-Einrichtungsgegenständen.
    • Auf den Philippinen widmet sich der IH, in Kooperation mit der einheimischen Hilfsorganisation Haligi NG Bata, Kindern ärmster Familien aus den Slums Manilas. Hierbei steht die Ermöglichung des regelmäßigen Schulbesuchs dieser Kinder im Vordergrund. Hinzu kommen Hygiene- und Ausbildungsmaßnahmen zur Erlangung einer beruflichen Qualifikation, um das Einkommen der Eltern zu verbessern.
    • In Indien fördert der IH die Integration von behinderten Kindern aus armen Familien durch die Ermöglichung des gemeinsamen Schulbesuchs mit nicht-behinderten Kindern. Außerdem erhalten die behinderten Kinder regelmäßige medizinische Betreuung durch Fachärzte in dafür eigens eingerichteten Rehabilitationszentren.
  • „Awareness-creation“ [Bewußtmachung] Zentral- und Süd-Pazifik:
    der Folgen des Klimawandels und den dadurch verursachten Anstieg des Meeresspiegels für die in ihrer Existenz bedrohten Inselstaaten des Zentral- und Süd-Pazifik: Tuvalu, Nauru und Kiribati mit Sensibilisierungsmaßnahmen bei wichtigen Entscheidungsträgern im Europa-Parlament und anderen internationalen Organisationen der EU und der UNO durch das International Liaison Office des IH in Brüssel (Belgien).
  • Armen- und Nothilfe in Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa:
    Aktive Armenhilfe, sowie Sofort- und Nothilfeprogramme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinder- und Altenhilfe in Moldawien, Georgien und Rumänien durch Versendung von Hilfsgütern in größerem Umfang.
  • Technologie- und know-how-Transer für Präventiv-Maßnahmen zur Verhinderung von Epidemien und
    Ansteckungskrankheiten, die durch das Trinkwasser verbreitet werden, mittels Anwendung neuer Methoden für das Virus-Monitoring im Trinkwasser. (Projektvorschläge für Staaten in Afrika, im Südpazifik und auf dem Balkan.)
Gesamtsumme: EURO 1.429.176,--

Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

Liebe IH-Freunde,

Transparenz seinen Spendern gegenüber gilt dem Internationalen Hilfsfonds (IH) stets als oberstes Gebot. In den IH-Nachr ichten wird unser Hilfswerk diesem Anspruch das ganze Jahr hindurch mit monatlichen Berichten über seine Projektarbeit gerecht: Hier wird die geleistete humanitäre Hilfe in allen Hilfsempfängerländern im Detail erläutert, wobei Vergleichsdaten aus dem Vorjahr jeweils im Januar und im Dezember die Entwicklung in der IH-Spendenmittel-Verwendung anhand zusammenfassender Übersichten aufzeigt. Auf diese Weise informiert unsere Hilfsorganisation, die ausschließlich im Ausland tätig ist, alle an seiner Arbeit Interessierten über die wichtigsten Aktivitäten und die dabei erzielten Ergebnisse.

VERWENDUNG DER SPENDENMITTEL:

Wie in all den Jahren zuvor, so hat der Internationale Hilfsfonds auch für das Berichtsjahr 2017 wieder – wie nebenstehend abgebildet – von der vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der angesehenen weltweit operierenden KPMG (Köln), das uneingeschränkte Testat unabhängiger Wirtschaftsprüfer erhalten. Die Prüfung umfaßt stets eine umfassende Beurteilung unter Zugrundelegung angewandter Grundsätze ordnungsgemäßer Rechnungslegung, sowie einer korrekten Buchführung.

Der IH brachte im letzten Jahr 86% seiner Spendenmittel in die Projekte ein. Mit diesem Ergebnis nimmt unser Hilfswerk einen hervorratenden Rang im deutschen Spendenmarkt ein und deshalb keinen Vergleich mit anderen Hilfsorganisationen scheuen muß. Wie schon die Jahre zuvor, waren wir bemüht, die Verwaltungskosten auf niedrigstem Niveau zu halten: Beläuft sich dieser Kostensatz erneut bei nur 6%, so spricht dieses Ergebnis für sich selbst.

Dasselbe gilt für die Mittelbeschaffungskosten, welche lediglich bei 6% liegen. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil der Internationale Hilfsfonds e.V. – im Gegensatz zu allen deutschen Hilfsorganisationen vergleichbarer Größe, die ausnahmslos beträchtliche Spendenbeträge für Reklame ausgeben – seit mehr als 19 Jahren kein Geld für Werbung eingesetzt hat; eine Ausnahme, die in der deutschen Spendenlandschaft keine Parallelen kennt! Aus dieser Tatsache erklärt sich der geringe Kostenaufwand im Verhältnis zu der von unserem Hilfswerk erbrachten Leistung.

Zimbabwe: Die Waisenkinder aus dem Lirhanzo-Village lernen bereits im frühesten Alter, wie wichtig die Selbstversorgung für ihre Schule ist.

Zimbabwe: Auch dieses Photo dokumentiert, wie angetan die Lehrerin Timire der Lirhanzo Missions-Schule davon ist, mit welch positiver Einstellung Nyasha und ihre Freundinnen sich dem Unterricht widmen.
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Information verzeichnen wir einen Minimal- Aufwand von nur 2%! Dies verdeutlicht, daß der Internationale Hilfsfonds auch im Rechnungsjahr 2017 sorgsam und verantwortungsbewußt mit den ihm anvertrauten Spendenmitteln umgegangen ist. Somit bleiben wir unserem Grundsatz treu, daß die Verpflichtung gegenüber den Hilfsbedürftigen stets Priorität haben muß. Mit dieser Auffassung geht die überwiegende Mehrheit unserer Spender konform, worin sicherlich auch das Vertrauen begründet sein dürfte, das sich der Internationale Hilfsfonds in 28 Jahren seit Vereinsgründung als unabhängige deutsche Hilfsorganisation bei seinen Gönnern erworben hat.

Die Spenden des IH kommen ausschließlich aus privater Hand, was dem IH zu einer heutzutage nicht alltäglichen Unabhängigkeit verhilft. Dies erweist sich gerade in den von Krisen gezeichneten Zeiten, in denen die von der Obrigkeit, vom Staatsfernsehen und den Massenmedien propagierte sog. „political correctness“ nicht nur die Meinungsvielfalt, sondern auch die Entscheidungs-Unabhängigkeit in der Zivilgesellschaft eingeschränkt wird, als vorteilhaft. Wer, wie der Internationalen Hilfsfonds, dennoch eine neutrale Position einzunehmen vermag, ist in seiner Projektauswahl frei, was ihm gleichzeitig den Weg dazu ebnet, dem Kriterium der Effizienz in der Projektarbeit höchste Priorität beim Einsatz seiner Spendenmittel einzuräumen. Diese positiven Voraussetzungen versetzen den Internationalen Hilfsfonds in die Lage, die ihm anvertrauten Spenden – frei von politischen Zwängen – direkt für die jeweiligen Hilfsprojekte einzusetzen.

Angesichts dieser Gemengenlage gewinnt die Transparenz im Spendenwesen noch mehr an Bedeutung. Der Internationale Hilfsfonds kommt in den IH-Nachrichten mit seinen monatlich publizierten Projektberichten, wie bereits eingangs erwähnt, seiner Transparenz-Verpflichtung nach und erfüllt damit die Erwartungen seiner Spender, die Wert darauf legen, über den Einsatz der ihm anvertrauten Spenden regelmäßig und detailliert informiert zu werden. Es dabei wichtig zu wissen: In den jeweiligen Hilfsempfängerländern kümmern sich seit Anbeginn unserer internationalen humanitären Arbeit im Jahre 1990 einheimische Mitarbeiter persönlich darum, daß die Hilfe aus Deutschland bei den Bedürftigen sicher ankommt.

LIRHANZO: Die Kinder freuen sich über die neuen Schulmöbel des IH aus Deutschland.
Für die Spender sind prinzipiell folgende Fragen vorrangig: „Kommt meine Spende an? Erreicht die Hilfe die Waisenkinder, die Bedürftigen, die Kranken, Armen, Notleidenden und Benachteiligten?“ Aber ausgerechnet zu diesen, für die Spender wesentlichen Fragen, werden in Deutschland von keiner Auskunftstelle zuverlässige Informationen angeboten. Seriöse Informationen über die Effizienz der Leistungen von Hilfsorganisationen sind im deutschen Spendenmarkt befremdlicherweise nicht verfügbar.
Die jüngste vom Europa-Parlament in Auftrag gegebene Untersuchung über die von der Europäischen Kommission finanzierten Entwicklungshilfeprojekte in Afrika hat wenig erfreuliche Resultate gezeitigt. Darin dürfte die Ursache dafür zu suchen sein, weshalb sich die Verantwortlichen für die Finanzmittel- Verteilung davor fürchten, bei fehlge- schlagenen Projekten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dies erklärt, warum der Nachweis für die erbrachte Effizienz der Hilfeleistung weitgehendst vermieden wird. Ähnlich abstinent verhalten sich die UN-Organisationen und die für die bilaterale Hilfe zuständigen Ministerien der BRD, wenn die Effizienz des Finanzmitteleinsatzes im Rahmen ihrer Entwicklungshilfe-Programme hinterfragt wird.

HILFE FÜR OST-EUROPA UND DIE NACHFOLGESTAATEN DER UDSSR

Hilfsprojekte des IH:
Die IH- Sofort- und Nothilfe-Programme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinder- und Altenheime in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion hat seit 1991 bis Ende 2017 ein Volumen von 8244 Tonnen erreicht und inzwischen die Wertgrenze von 49,2 Mio. Euro überschritten. Diese Leistung hat der IH, ganz auf sich allein gestellt, d. h. ohne jegliche staatliche Zuschüsse erbracht.

Moldawien: Der IH wendet sich mit seiner Hilfe insbesondere an Bedürftige in den vergessenen Landgebieten.
Georgien: Aufgrund der Verarmung der Landbevölkerung sind viele Eltern gezwungen, im Ausland zu arbeiten. Die Kinder bleiben zurück und müssen sich glücklich schätzen, wenn sie bei den Großeltern unterkommen können.
PRIORITÄT FÜR DIE ÄRMSTEN EUROPAS!

Der Internationale Hilfsfonds hat sich in den letzten Jahren in verstärktem Maße Moldawien zugewandt, das als „Armenhaus Europas“ bezeichnet wird. Dieses im Westen kaum beachtete Land, das nicht der EU angehört, ist aufgrund seiner innenpolitischen Zerstrittenheit und konfliktgeladenen außenpolitischen Lage, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen West und Ost – das sich aus der komplizierten Streitlage um Transnistrien erklärt – in den letzten Jahren in immer größere Wirtschaftsnot geraten. Der Staat ist aufgrund seiner veralteten Industrie nicht konkurrenzfähig und leidet unter seiner unkontrollierbaren Korruption, welche die politische Instabilität zusehends verschlimmert.

Dieses Problemgemisch hat zu einem traurigen Höchststand der Armut breiter Bevölkerungsschichten des Landes geführt. Nachdem unser Hilfswerk bereits Mitte der 90er Jahre Benachteiligten in Moldawien mit seiner Armen- und Nothilfe solidarischen Beistand gewährte, haben wir in der letzten Zeit unsere Leistungen intensiviert, sodaß Moldawien letztes Jahr mit einem neuen Hilfsgüter-Höchstwert von über 330.742, -- Euro zum Hauptempfängerland unserer Soforthilfe avancierte. Damit übertrafen die Gesamtleistungen des IH für die Ärmsten Moldawiens die 1 Mio.-Euro-Wertgrenze: Unsere Hilfeleistungen erreichten im Berichtsjahr 2017 insgesamt 1.019.181,-- Euro, bei einem Volumen von 179 Tonnen.

Seit der Unabhängigkeit des Landes hatte sich die Zahl der Bedürftigen, die unterhalb des Existenzminimums leben, weiterhin ständig erhöht. Bis ins Jahr 2016 war Georgien deshalb Hauptempfängerland der IH-Armenhilfe. Diese die Entwicklung des Landes lähmende Notlage wurde verschärft durch die militärischen Konflikte um Südossetien und Abchasien, welche gewaltige Flüchtlingsbewegungen ausgelöst haben. Sie trugen merklich zum Anwachsen der Randgruppen sozial Benachteiligter in Georgien bei. Die Kriegsflüchtlinge gehörten deshalb seit Jahren zu den Zielgruppen all derer, die aus Deutschland Hilfsgüter zur Linderung ihrer Misere erhalten. Im Jahre 2017 belief sich der Wert der Hilfe auf 202.464,-- Euro. Insgesamt bezifferte sich die Unterstützung des IH für Georgien seit 1991 bis 2017 auf einen Gesamtwert von 12.525.524,-- Euro, bei einem Volumen von ca. 1874 Tonnen von Hilfsgütern, die bislang zur Verteilung kamen.

In Rumänien konzentrierte sich der IH mit seinen Hilfsmaßnahmen – nicht zuletzt auch im Interesse der Nachhaltigkeit – auf die verarmten Kleinstädten und Dörfer in der Region Transsylvanien (Siebenbürgen). Dort herrscht nach wie vor der höchste Grad an Arbeitslosigkeit in Rumänien, da in diesen Bergbaugebieten mit ihren Kohlengruben schon vor Jahren der Betrieb eingestellt wurde. Seitdem grassiert bittere Not unter den Bergleuten, die in ihrer Region keine Arbeit mehr finden. Die Hilfe des IH war im letzten Jahr speziell auf diese Zielgruppe ausgerichtet, der auch in der Region angesiedelten Roma- Minderheiten angehören und erreichte einen Wert von 285.810,96 Euro. Damit erhöhte sich der Gesamtwert der in Rumänien zur Verteilung gelangten Hilfsgüter bis 31.12.2017 auf insgesamt 5.165.927,-- Euro, bei einem Volumen von 1082 Tonnen.

DIE IH-PATENSCHAFTS- UND SCHULFÖRDERUNGDS- PROJEKTE

Dank großzügiger Unterstützung deutscher Paten-Eltern ist es dem Internationalen Hilfsfonds vergönnt, auf den Philippinen, in Kooperation mit der dort ansässigen Hilfsorganisation „Haligi NG Bata“, ein Hilfsprojekt für Kinder aus den Slums Manilas aufrecht zu erhalten. Es bietet Kindern aus ärmsten Familienverhältnissen die Möglichkeit des regelmäßigen Schulbesuchs. Außerdem wird für eine kontinuierliche medizinische und zahnärztliche Betreuung, sowohl der Kinder, wie auch ihrer Familienangehörigen, gesorgt.

In Indien unterstützt der IH mit einem weiteren Patenschaftsprojekt eine wertvolle Selbsthilfe-Initiative von Frau Dr. Uma Tuli. Die im Jahre 1981 von ihr ins Leben gerufene Stiftung „Amar Jyoti“, durch deren Initiative Schulen und Ausbildungsstätten für Behinderte in Neu-Delhi und Gwalior konzipiert und eingerichtet wurden. So entstanden Einrichtungen, die in Indien Modellcharakter besitzen und außerdem eigene Rehabilitationszentren umfassen, in denen Behinderte kontinuierliche medizinische Behandlung erfahren. Wenn die Zahl der Invaliden, die von diesen Einrichtungen profitieren, stark anstieg, beweist dies eindrucksvoll, daß das zugrunde gelegte Konzept für die Sozialfürsorgearbeit von Frau Dr. Uma Tuli realitäts- und bedarfsnah ausgerichtet ist. Deshalb unterstützt der IH dieses Projekt seit mehr als 21 Jahren. Die darin zum Ausdruck kommende Kontinuität ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung der Behinderten-Arbeit.

Das Zusammenführen behinderter mit nicht-behinderten Schulkindern ist eine ebenso simple, wie erfolgreiche Formel, um der in Indien traditionell auf Trennung ausgerichteten Schulform eine konstruktive Alternative gegenüberzustellen. Diese Konzeption hat spürbar dazu beigetragen, hartnäckig fortbestehende Vorurteile gegenüber Behinderten abzubauen und der daraus resultierenden langwährenden Diskriminierung in Indien erfolgreich entgegenzuwirken. So wurden in diesem an sozialen Gegensätzen so reichen Land die von Dr. Uma Tuli errichteten Amar Jyoti- Schulen beispielgebend für die erfolgreiche Integration behinderter Kinder in die Welt der Nichtbehinderten: Letzteren wird durch ihren intensiven Kontakt zu Behinderten die Chance gegeben, durch täglich praktizierte Toleranz die in der Gesellschaft immer noch vorhandene Nichtbeachtung unschuldig Benachteiligter zu überwinden und im täglichen persönlichen Umgang mit der Behinderung ihrer Schulkameraden zu lernen, was Gleichberechtigung tatsächlich ausmacht.

Das IH-Patenschafts- und Schulförderungsprojekt in der Region Chikombedzi umfaßt, wie oben beschrieben, Maßnahmen zur Eindämmung fortschreitender Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen und Errichtung von Bewässerungsanlagen. Außerdem wurden Dämme zum Schutz gegen Hochwasser errichtet und eine funktionierende Trinkwasserversorgung in den isoliert gelegenen ruralen Gebieten geschaffen. Durch Hilfsgüter- Transporte aus Deutschland tragen wir zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs bei. Hinzu kommt die Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.

Der Internationale Hilfsfonds hat mit seinem Fürsorgeprojekt „LIRHANZO“ (=Hoffnung) das allererste Sozialfürsorge-Zentrum für AIDS-Waisen in Zimbabwe geschaffen und jährlich weiter ausgebaut. In der Region Chikombedzi haben wir auf beispielhafte Art die Versorgung von AIDS-Waisen sichergestellt. Dieses Konzept dient der Regierung sogar als Pilotprojekt und gilt als beispielgebend für andere Regionen des Landes, was unser Hilfswerk als besondere Auszeichnung seines humanitären Engagements betrachten darf. Außerdem sorgt der IH mit seinen Hilfsgütersendungen aus Deutschland für die kontinuierliche Unterstützung des Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi, das mit medizinischen Hilfsmitteln des täglichen Bedarfs, bis hin zu medizinischtechnischen Geräten, versorgt wird. Diese Hilfe erleichtert die ärztliche Versorgung, sowie die medizinischen Reihenuntersuchungen der im Rahmen des Schulförderungs- und Patenschaftsprojekts vom IH unterstützten Schulkinder und Lehrer.

In der Region Chikombedzi, im Süden Zimbabwes, beweist der IH mit seinen Projekten, daß sogar in den stark erosionsgeschädigten Trockengebieten und Halbwüsten nachhaltige Entwicklung möglich ist. In gemeinsamer Arbeit, in Kooperation mit den in großer Armut lebenden Bauern, wurden in den vergangenen Jahren unter schwierigsten Bedingungen mehr als 3000 Bäume gepflanzt; darunter ein großer Anteil neuer, zuvor nie anzutreffender Sorten von Obstbäumen, sowie außerdem – was ein Novum darstellt – auch von Olivenbäumen, welche in dieser Region bislang völlig unbekannt waren. Der IH leistete hier wichtige Pionierarbeit und bediente sich dabei alternativer Anpflanzungsmethoden, die schon zuvor in Öko-Projekten des IH in extrem regenarmen Zonen Asiens und Europas vielversprechende Resultate gezeitigt hatten.

WISSENSCHAFTS-, SOWIE TECHNOLOGIE- UND WISSENS-TRANSFER

Mit dem Anpflanzen vom Bäumen kann – wie der IH in der Region Chikombedzi eindrucksvoll demonstriert hat – die Selbstversorgung der armen Bauern nachhaltig verbessert werden. Das wiederum läßt erkennen, wie nutzbringend Hilfe zur Selbsthilfe für die daran aktiv beteiligten Bauern sein kann. Der dabei gleichzeitig vermittelte Wissenstransfer vermittelt den Bauern die Grundlage dafür, später ohne fremde Hilfe Obstbäume in stark erosionsgefährdeten Zonen selbst zu pflanzen, um ihr mageres Einkommen zu verbessern. So kann der aggressiv voranschreitenden Erosion niederschlagsarmer Halbwüstengebiete entgegengewirkt werden.

Philippinen: Dieses Photo dokumentiert die harte Realität des Alltags von Kindern aus den Slums Manilas.
Rumänien: Ein Blick ins Innere der Mietwohnung genügt, um der erdrückenden Armut der Familie Ciurcu gewahr zu werden!
Das International Liaison Office des IH in Brüssel bemüht sich, auf dem Gebiet der angewandten Forschung neuen, alternativen wissenschaftlichen Methoden zum Durch- bruch zu verhelfen. Die Umsetzung solcher Programme könnte konkret Benachteiligten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Ost-Europa, sowie Entwicklungsländern zugute kommen, was der IH bereits vor Jahren in verschiedenen Projekten auf ver- schiedenen Gebieten demonstriert hat, so u.a. der im Gesundheitswesens, der Erosions- und Wüstenbekämpfung und Ökologie. Da die Finanzmittel in diesen Staaten alles andere als großzügig be- messen sind, ist es erfahrungsgemäß ein langwieriges Unterfangen, die zuständigen Stellen zu einem Engagement zu bewegen. Kooperationen auf dem Gebiet der Präventiv  Medizin können einen konstruktiven Beitrag dazu leisten, die Qualität der staatlichen Fürsorge verbessern zu helfen, und gleichzeitig zur Kostenminderung beitragen.

Rumänien: Ileana Gandea ist Mutter von 5 Kindern. Ihr Mann war Bergmann und ist seit Schliessung des Bergwerks in Lonea arbeitslos. Die Familie muß mit 250 Euro pro Monat auskommen.
Die Anwendung neuer Methoden wäre in vielen Entwicklungsländern u.a. für das Virus-Monitoring realisierbar, was zur Eindämmung von Epidemien und Ansteckungskrankheiten aus dem Trinkwasser beitragen könnte. Der IH verfolgt dabei das Ziel, die Trinkwasserversorgung dem internationalen Standard qualitativ anzugleichen, um dadurch gleichzeitig die beklagenswerten Hygieneverhältnisse ärmster Bevölkerungsschichten zu verbessern. Die Umsetzung solcher Projekte jedoch des öfteren mit in den Schwierigkeiten verbunden, da es gilt, in den Entwicklungsländern Vorurteile unter Regierungsmitgliedern abzubauen. Nicht selten bedarf es langwieriger Überzeugungsarbeit, bis solche Projekte schließlich zum Tragen kommen. Da es um die Trinkwasserqualität in den Inselstaaten des Pazifik, wie Tuvalu, Kiribati und Nauru nachweislich nicht zum Besten bestellt ist, verdienen diese Länder unsere besondere Aufmerksamkeit, dies umso mehr, als sich die Problemlage in der Trinkwasserversorgung in dieser Region aufgrund des sich extrem auswirkenden Klimawandels in dieser Region verschärft hat: Die Trinkwasserknappheit war so einschneidend, daß aufgrund des monatelang ausbleibenden Regens z.B. die Bevölkerung Tuvalus in letzter Zeit öfters mit Trinkwasser aus Australien per Schiff versorgt werden mußte.

In vielen Entwicklungsländern besteht die Notwendigkeit, die Diagnostik von Krankheiten, die auf Parasiten zurückgehen, zu verbessern. Hierzu bedarf es allerzusammendings dringend der Qualitätsverbesserung im Bereich der Labortechnik, um damit die Treffsicherheit der Diagnose zur besseren Erkennung von Krankheiten zu erhöhen.

Auch in den Nachfolgestaaten der UdSSR besteht hier großer Nachholbedarf. Deshalb ist der IH bemüht, u.a. mit Projekten der medizinischen Ausbildung, speziell auf dem Gebiet der Laboranalyse und Labortechnik, zu mehr Treffsicherheit in der Medizindiagnostik beizutragen.

Der IH will mit „Awareness-creation“ actionen auf die Folgen des Klimawandels und den dadurch verursachten Anstieg des Meeresspiegels für die in ihrer Existenz bedrohten Inselstaaten des Zentral- und Süd- Pazifik Tuvalu, Nauru und Kiribati mit Sensibilisierungsmaßnahmen bei wichtigen Entscheidungsträgern im Europa-Parlament, sowire anderen internationalen Organisationen der EU und der UNO durch das International Liaison Office des IH in Brüssel aufmerksam machen.

Um den Spendern, wie auch der an der Arbeit des Internationalen Hilfsfonds interessierten Öffentlichkeit eine zusammenfassende Übersicht zu ermöglichen, ist auf Seite 2 der gesamte Fächer der vom Internationalen Hilfsfonds geleisteten humanitären Hilfe in einer Übersicht dargestellt.

Für Ihre großzügige, wertvolle Unterstützung und Treue, mit der Sie es uns ermöglichen, fernab von Deutschland, den Ärmsten wirksam zu helfen, darf ich mich bei Ihnen, werte IH-Gönner, im Namen des Vorstands sehr herzlich bedanken.

Kiribati: In welche Zukunft steuert dieses Kind?
Diese Aufnahme macht die Verwundbarkeit der Korallenküsten durch die gefährliche Nähe des Meeres im Pazifik deutlich.
Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender
Internationaler Hilfsfonds e.V.