INHALT
Nr. 03 März 2018










PHILIPPINEN:
Aus der Armut der Slums in eine selbstbestimmte Zukunft!
















EDITORIAL
Der Verzicht auf Ernährungssouveränität beschleunigt die Verarmung Afrikas!
PHILIPPINEN
Wie das IH-Schulförderungsprojekt dem Patenkind Mary Joy zugutekommt

Der Verzicht auf Ernährungssouveränität beschleunigt die Verarmung Afrikas!

Liebe IH-Freunde,

schon zum Ende des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1999, waren 105 der 148 Entwicklungsländer gezwungen, Nahrungsmittel zu importieren. Die Ärmsten der Bevölkerung dieser Staaten mußten bis zu 80 % ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufbringen.

Die Zwangslage der Ärmsten hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts nicht zum Besseren verändert. Die allzu früh zum Wundermittel erkorene Globalisierung, mit der, allen voran, die Regierungen der EU-Staaten, der USA und Japans, sowie der von ihnen gesteuerten internationalen Organisationen, wie der Europäischen Kommission, dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation einen gerechteren Ausgleich zwischen arm und reich herbeizuführen hofften, entpuppte sich für die Ärmsten der Armen als eine herbe Enttäuschung. Es hat sich als fatale Illusion erwiesen, die Kräfte des Marktes würden dieses bestehende Ungleichgewicht, sozusagen automatisch, zugunsten der stets benachteiligten Entwicklungsländer korrigieren.

Eine gewisse Orientierungshilfe in diesem undurchsichtigen Gestrüpp des Interessenklüngels der Reichen vermag die simple Frage zu geben: Wer sind die Profiteure dieser Politik, die von den mächtigsten Industriestaaten vorgegeben wird? Sicherlich nicht die Ärmsten, die Entwicklungsländer!

In den sogenannten „entwickelten“ Ländern der G 8 arbeiten nur noch 3 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft; die Mehrheit der am Arbeitsprozeß Teilhabenden ist größtenteils im Industrie- und Dienstleistungs-Sektor tätig. Hingegen ist in den meisten Ländern Afrikas, wie auch in China und Indien, über die Hälfte der Bevölkerung mit der Produktion von Nahrungsmitteln beschäftigt. Daß schon allein aus diesem Grunde ganz andere Prioritäten im Agrarsektor zum Tragen kommen, als in den reicheren Industriestaaten, liegt auf der Hand.

Die Behinderung des Verkaufs einheimischer Produkte führt einerseits zur systematischen Zerstörung der Erwerbsgrundlage der Menschen auf dem Lande; aber langfristig darüberhinaus zur Auslöschung traditioneller Eßgewohnheiten und der angestammten Eßkultur. Die Privatisierung von Agrarflächen, Saatgut und Wasser tut ein Übriges und zeitigt verheerende Folgen: Denn multinationale, global agierende Konzerne erwerben sowohl Land, wie auch die Wasser-Ressourcen. Indem sie das Saatgut privatisieren, verwandeln sie es gleichzeitig in ein profitausgerichtetes Handelsgut, welches in Afrika jedoch seit Menschengedenken allein der Bevölkerung und der Gesellschaft zueigen war.

Ein ebenso anschauliches, wie alarmierendes Beispiel bietet Madagaskar, wo bereits im Jahre der Welternährungskrise 2008, ein korrupter Präsident dem südkoreanischen Multi Daewoo 1,3 Millionen Hektar Landes – mehr als 50 % des verfügbaren fruchtbaren Bodens – für 99 Jahre verpachtete. Die daraus erwachsenden Folgen hätten schlimmer nicht sein können: In Madagaskar hängen inzwischen über 600 000 Menschen von der internationalen Nahrungsmittelhilfe ab; mehr als 35 % der Bevölkerung Madagaskars sind unterernährt! Angesichts dieser Sachlage muß ein solch skrupelloses Geschäft höchst bedenklich erscheinen, zumal die von Daewoo geplante Agrarproduktion von Anfang an exportorientiert angelegt war und somit der heimischen Bevölkerung nicht zugute kommt!

Ein weiteres Negativ-Beispiel in Afrika bietet Mali, das zu einem bedeutenden Importeur von Reis wurde, obwohl Mali wenige Jahre zuvor noch zu den Reis- Exportländern gehörte… Auch hier hat offenbar die Korruption Pate gestanden, als die Regierung Malis riesige Flächen Agrarlandes lybischen und chinesischen Firmen zur Bewirtschaftung überließ. Da auch deren Produktion für den Export bestimmt ist, kann sich jedermann ausmalen, wie den armen Bauern zumute sein muß, wenn sie von ihrem Land vertrieben und zu billigen Tagelöhnern ausländischer Firmen erniedrigt werden.

Die hierbei zum Einsatz kommende Agrartechnologie – wiederum auf einen schnellen und hohen Exportertrag abzielend – bringt teures, genmanipuliertes Saatgut zur Anpflanzung, das aufgrund des damit verbundenen höheren Bewässerungsbedarfs die Wasserreserven gefährdet. In Verbindung mit den von Multis – allen voran Monsanto – vermarkteten Saaten kommen Pestizide zum Einsatz, welche die Böden auslaugen, das Grundwasser vergiften und so das Ökosystem nachhaltig schädigen, wodurch den Einheimischen die künftige Lebensgrundlage zerstört wird.

Gerade in Afrika muß die Ernährungssouveränität als absolute Priorität gelten, zumal in den Staaten dieses Kontinents die überwiegende Bevölkerungsmehrheit in der Landwirtschaft ihr Einkommen hat und dort auch auf absehbare Zeit ihr Auskommen sucht. Deshalb sollten die Staaten Afrikas, zusammen mit allen anderen Staaten der Erde, das Recht auf gesunde, traditionelle Ernährung in der Konstitution ihrer Staaten verankern. Ernährungssouveränität schließt natürlich auch das Recht der Bevölkerung mit ein, über ihre Ernährung und die Strukturierung ihrer Landwirtschaft selbst zu bestimmen.

Nicht die Interessen der Märkte und der global orientierten, auf exzessiven Profit setzenden Multinationalen stehen dabei im Vordergrund, sondern ein intaktes Ökosystem, das im Interesse der nachfolgenden Generationen des Schutzes bedarf. Allein die Belange der eigenen Bevölkerung eines jeden Staates sollten dabei als Maßstab dienen, welche Lebensmittel erzeugt, verteilt und konsumiert werden.

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender
Internationaler Hilfsfonds e.V.

Letitia Magaan berichtet aus den Philippinen:
Wie das IH-Hilfsprojekt dem Patenkind Mary Joy zugutekommt

Eines der größten Probleme, denen sich ein benachteiligtes Kind aus einer zu den ärmsten Manilas gehörenden Familien ausgesetzt sieht, ist die allgegenwärtige Befürchtung, sich nicht seinen vorhandenen Fähigkeiten entsprechend entwickeln zu können. So ist es beispielsweise für ein mathematisch begabtes Mädchen aus den Slums praktisch unmöglich, die Ingenieurs-Laufbahn einzuschlagen, oder zur Bilanz-Buchhalterin aufzusteigen, wenn die Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um ihre Tochter aufs Gymnasium zu schicken.

Oder: Wie ist es um ein musisch begabtes Kind bestellt, dessen Familie so sehr unter ihrer Armut leidet, daß sie dazu verdammt ist, von der Hand in den Mund zu leben? Diesen Eltern wäre es nicht möglich, das erforderliche Geld für den Musik-Unterricht aufzubringen. Schicksale dieser Art sind in den Stadtteilen Manilas, in welchen der Internationale Hilfsfonds – in Partnerschaft mit der lokalen Sozialfürsorge-Organisation Haligi NG Bata (HBI) – Patenschaftsund Schulförderungsprojekte unterhält, an der Tagesordnung.

Aus gutem Grund nimmt die Schulförderung innerhalb des IH-Patenschaftsprojekts für Kinder aus den ärmsten Familien Manilas den wichtigsten Rang ein. Denn nur durch den regelmäßigen Schulbesuch können Kinder aus finanziell minderbemittelten Familien die ihnen auf den Lebensweg mitgegebenen Fähigkeiten überhaupt entdecken und zu ihrem Vorteil weiterentwickeln. Eine vielversprechende Perspektive tut sich für die von IH-Paten aus Deutschland geförderte 15-jährige Mary Joy Otilla auf. Sie lebt mit ihrer Familie in den Slums von Bangong Silangan, die in Bezirk „Neu-Ost“ in Quezan City, Metro Manila, angesiedelt sind.

Mary Joy empfindet es als eine glückliche Fügung, daß ihr als „Patenkind“ die Chance geboten wurde, nicht nur die Schule zu besuchen, sondern sie in den sogenannten „Schul-Clubs“ über die üblichen Schulfächer hinaus im Rahmen zusätzlicher Ausbildungsprogramme Kurse belegen kann, um ihren Horizont zu erweitern. Und so erklärt es sich, daß die Eltern es ihr erlaubt haben, an mehreren Kursen des Musik- und Gesangs- Unterrichts teilzunehmen. Ohnedie Einsparrungen für Schul- und Unterrichtsmaterial, welche durch das IH-Patenschaftsprojekt gedeckt sind, hätten sich die Eltern, wie Mary Joy ausführt, die zusätzlichen Ausgaben für die von ihr absolvierten Sonderkurse niemals leisten können.

Mary Joy, die inzwischen die 10. Klasse besucht, wird von ihren Eltern, wie auch von Freunden gleichermaßen, als aufgewecktes Kind beschrieben, das mit viel Fleiß und großem Eifer dem Schulunterricht folgt. Und deshalb kann es nicht überraschen, wenn die Mutter über ihren Liebling voll des Lobes ist und unterstreicht: „Mary Joy ist eine gute Tochter. Und ich bin davon überzeugt, daß sie eine verheißungsvolle Zukunft vor sich hat; denn sie ist nicht nur intelligent, sondern außerdem äußerst diszipliniert und sehr arbeitsam. Es gibt keinen Abend, an dem sie nicht mit großer Hingabe lernt.“

Der Vater ist als Taxifahrer tätig und alleiniger Versorger der Familie. „Weil mein Vater ständig unterwegs ist, helfe ich meiner Mutter bei ihrer Hausarbeit und kümmere mich um meine kleinen Geschwister.“

Zusätzlich zum Schulunterricht bildet sich Mary Joy auch musisch weiter und spielt ein Saiteninstrument. Dank ihrer ausgeprägten Musikalität kann Mary Joy ihr Talent bei verschiedenen Instrumenten unter Beweis stellen!

Es verdient, hervorgehoben zu werden, daß Mary Joy nicht nur eine der fleißigsten Schülerinnen der Bagong Silangan High School ist, aber auch eine der begabtesten. Ihr Klassenlehrer zeigt sich sehr angetan von ihren schulischen Leistungen, was er wie folgt auf den Punkt bringt: „Mary Joy erzielte im vergangenen Schuljahr die besten Noten und schnitt als Zweitbeste ihres Jahrgangs ab. Sie zeichnet sich durch brillante Arbeit aus und hat aufgrund ihrer gewinnenden Art viele Freunde unter den Klassenkameraden in der Schule. Die naturwissenschaftlichen Fächer sind Mary Joy am liebsten, und sie hat ein Faible für Solartechnik, was sie am meisten interessiert.“

Bereitwillig hilft Mary Joy ihrer Mutter Mary Ann im Haushalt. Mary Joy geht ihrer Mutter täglich bei der Hausarbeit zur Hand.

Angesichts ihrer Präferenzen und Interessen, sollte man meinen, daß Mary Joys Traumberuf eigentlich im Bereich der Musik oder der Wissenschaften liegen müßte. Überraschenderweise ist dem nicht so: Da sie aber sehr vielseitig und experimentierfreudig ist, schließt sie nicht aus, vielleicht eines Tages sogar Köchin zu werden. Sie begründet dies folgendermaßen: „Wenn ich zuhause zusammen mit meiner Mutter koche, bin ich immer wieder erneut davon begeistert, was sich beim Kochen, angefangen beim Zusammenstellen der verwendeten Bestandteile des Essens und der verwendeten Zutaten so alles abspielt.“ Neben ihrer Neigung, Küchenchef zu werden, träumt Mary Joy auch davon, den Lehrberuf zu ergreifen. Smart, wie sie ist, meint sie: „Vielleicht kann ich ja beides miteinander verbinden und Hauswirtschaftslehrerin werden.“

Eine glückliche Familie: Mary Joy zusammen mit ihrem Vater und zwei jüngeren Geschwistern.
Mary Joy geht sehr gerne zur Schule, wo sie in angenehmer Atmosphäre lernen kann.
Die Lehrer der Bangong Silangan High School sind von den Leistungen ihrer Schülerin Mary Joy sehr angetan.

Wie bereits ihre Mutter erwähnt hat, stellt sich die Zukunft für Mary Joy recht optimistisch dar. Dank der Unterstützung ihrer IH-Paten ist sie in der Lage sich, das notwendige Schulwissen anzueignen, das für die höhere weiterführende Ausbildung Voraussetzung ist und sicherlich dazu beitragen wird, daß sie sich ihren Berufswunsch erfüllen kann. Das Beispiel Mary Joys bestätigt auf überzeugende Weise, wie segensreich sich die Unterstützung eines Mädchens durch die Förderung einer IH-Patenschaft auswirkt: Wenn sogar einem Kind, das aus einer in den Slums Manilas lebenden Familie stammt, aus ärmsten Verhältnissen der Weg in eine vielversprechende Zukunft geebnet werden kann, beweist dies die große Bedeutung, die der Schulbildung insbesondere für die Persönlichkeitsentwicklung für sozial benachteiligte Kinder zukommt. Gleichzeitig wird verdeutlicht, daß der einzig gangbare Weg aus der Armut über eine gute Schulbildung führt. Letztere stellt aber auch die Grundvoraussetzung für die viel diskutierte Notwendigkeit zur Emanzipation für Mädchen dar, was insbesondere in einem Entwicklungsland, wie den Philippinen, von höchster Priorität erscheint. Nur so kann sich aus der Chance, die dank der Schulbildung ermöglicht wird, die Gleichberechtigung für Frauen in einer traditionell von Männern dominierten Gesellschaft entwickeln!

Unser Photo zeigt Mary Joy (Erste in der 2. Reihe von links) zusammen mit ihren Klassenkameraden.
Der Werdegang von Mary Joy zeigt auf, wie nützlich sich gerade das IH-Patenschaftsprojekt für die Ärmsten der Armen ausnimmt. Deshalb möchte ich es nicht versäumen, den Pateneltern aus Deutschland, auch im Namen der unterstützten Familien, zu danken. Denn Ihr Beitrag ist unverzichtbar für all diejenigen Kinder, die in unverschuldeter Armut und Not aufwachsen. Wir sind Ihnen dankbar, in aktiver Partnerschaft mit dem Internationalen Hilfsfonds einen konkreten Beitrag zur Armutsbekämpfung für die Unterprivilegierten Manilas, denen sonst keiner hilft, leisten zu können.

Ihre

Letitia L. Magaan
Leiterin des IH-Patenschaftsprojekts
in Kooperation mit Haligi NG Bata (HBI)



Ihre IH-Patenschaft:

Kindern im Notstandsgebiet Zimbabwe den Schulbesuch ermöglichen!

Coupon: ‘IH-Patenschaften schaffen Lebenschancen’
(Bitte ausdrucken,ausschneiden und einsenden)

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Telefax: 0032-2-538 89 48
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IH im Internet: www.internation-hilfsfonds.org

Redaktion; K. H. Koch

Die Prüfung der Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. durch die KPMG, Köln, erfolgt unter Beachtung des Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftprüfer (IDW) zur Rechnungslegung von Vereinen.

Ich möchte gezielt einem Kind und seinem sozialen Umfeld helfen und übernehme die Patenschaft für ein bedürftiges Kind
in Zimbabwe,
in Indien, auf den Philippinen.

Wie mein monatlicher Beitrag in Höhe von 25,- EURO verwendet wird, erfahre ich aus den ausführlichen Informationsunterlagen, einschließlich Photo und Namen meines Patenkindes.
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