INHALT
Nr. 01 Januar 2018










Wertvolle IH-Armen- und Nothilfe
für Osteuropa und die UdSSR-Nachfolgestaaten!
Resümee über die IH-Armen- und Nothilfe in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR im Jahre 2017

Resümee über die Armen- und Nothilfe des IH in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR im Jahre 2017

Liebe IH-Freunde,

während wir in der Dezember-Ausgabe 2017 der IH-Nachrichten die in den Entwicklungsländern durchgeführte Arbeit unseres Hilfswerks in einem Jahresüberblick erläutert haben, dürfen wir Ihnen die noch verbleibenden Aktivitäten in den weiteren Projektländern anläßlich des Übertritts ins neue Jahr präsentieren. Somit steht die Armen- und Nothilfe des IH in Ost-Europa und den Nachfolgestaaten der UdSSR aus dem Jahr 2017 im Mittelpunkt der hier folgenden Zusammenfassung.

DIE NOTHILFE DES IH FÜR OSTEUROPA UND DIE NACHFOLGESTAATEN DER UDSSR ERREICHT EINEN WERT VON 49 MIO. EURO!

Schon seit dem Zusammenbruch der Sowjet-Union im Jahre 1991 leistet der Internationale Hilfsfonds kontinuierliche Armen- und Nothilfe für Bedürftige in deren Nachfolgestaaten und in Osteuropa. In Weißrußland und der Ukraine war unsere Fürsorge dabei hauptsächlich auf Tschernobyl-Opfer ausgerichtet, da es galt, deren medizinische Versorgung zu verbessern. Dies war auch eines der Ziele des UNESCO CHERNOBYL PROGRAMME, in welchem der IH als Mitinitiator, sozusagen als „UNESCO-Partner der ersten Stunde“, bei der Umsetzung wichtiger Hilfsprojekte mitwirkte und sich dabei große Verdienste erworben hat. Davon zeugen eine ganze Reihe von Ehrungen und Auszeichnungen, sowohl seitens der Generaldirektion der UNESCO, Paris, wie auch der Regierungen Rußlands, Weißrußlands und der Ukraine. Diese Länder wurden bekanntlich von der Tschernobyl-Katastrophe am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

Dagegen hatte die intensive Verseuchung ausgedehnter Gebiete in Kasachstan im Westen kaum Beachtung gefunden. Das muß verwundern, wenn man weiß, daß die Regionen von Semipalatinsk und Karaganda zu den am intensivsten radioaktiv verseuchten Zonen der Erde gehören. Denn in diesem „Polygon“ haben in einem Zeitraum von 40 Jahren mehr als 500 Atombombentests der Sowjetarmee stattgefunden – mit schlimmsten, noch Jahrzehnte fortdauernden Auswirkungen auf Menschen, Tiere und deren Umwelt. Vor diesem erschreckenden Tatsachenhintergrund hat der Vorstand des IH bereits Anfang der 90er Jahre veranlaßt, als erste europäische Hilfsorganisation überhaupt, umfangreiche Aktivitäten im medizinischen Bereich zugunsten der Atombombentest- Opfer in Kasachstan einzuleiten.

Der IH hat im Osten, bis hin in die abgelegenen Staaten Zentralasiens, stets auch diejenigen in seine Fürsorge mit einbezogen, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen. Hierzu zählt das breite Spektrum von Benachteiligten, wie medizinisch unterversorgten Kranken, Waisenkinder, körperlich und geistig Behinderte; sowie die Obdachlosen und speziell die im Osten von der staatlichen Sozialbetreuung ausgegrenzten Alten. Da diese Vernachlässigten hoffnungslos unterversorgt sind und von ihren eigenen staatlichen Stellen keine Besserung ihrer prekären Lage erwarten können, verbleibt als einzige Hoffnung für sie Hilfe aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang sind Kirgistan und sogar Tadschikistan zu nennen, wo in erster Linie Krankenhäuser und soziale Einrichtungen mit Hilfsgütern aus Deutschland bedacht wurden.

Georgien: Die Krankenhäuser in den ländlichen Bezirken leiden an permanenter finanzieller Unterversorgung. Deshalb sind die Krankenbetten des IH eine große Hilfe.
Seit dem Start unserer Aktivitäten im Jahre 1991 belief sich der Wert unserer Hilfeleistungen bis Anfang Dezember 2017 auf über 49,2 Millionen Euro, bei einem Transportvolumen von über 8200 Tonnen. Die Maßnahmen des IH beschränkten sich aber nicht allein auf die Versendung von Hilfsgütern: Zu den Hilfs- maßnahmen zählten u.a. die Entsendung von Ärzte-Teams nach Kirgistan, Tadjikistan, Rußland, der Ukraine und Georgien. Bei jedem Einsatz wurde jeweils eine größere Zahl von Kindern aus armen Verhältnissen operiert und medizinisch behandelt.  Außerdem kamen Projekte der Ärzteausbildung zur Durchführung und darüberhinaus Programme des Tech- nologietransfers im medizinischen Bereich. Der IH erweiterte seine Aktivitäten, um die Kooperation auf andere Gebiete der angewandten Wissenschaften auszudehnen. Um den Gedanken der Völkerver- ständigung mit Leben zu erfüllen, mußten geeignete Projekte zwischen Institutionen und Forschungs- einrichtungen in den Nachfolgestaaten der UdSSR und den EU-Ländern initiiert werden. Auf diese Weise entstand eine ganze Reihe von Universitäts- Partnerschaften, die vom International Liaison Office des IH in Brüssel konzipiert und sodann in die Wege geleitet wurden.


Georgien: Eteri Berberashvili lebt von einer kärglichen Minimalrente und kümmert sich rührend um ihren Enkel Nikolaj, der vom IH einen Rollstuhl erhalten hat.
Die hier wiedergegebene Tabelle vermittelt Ihnen, werte IH-Gönner, einen umfassenden Überblick über die seitens des IH geleisteten Hilfsgütertransporte. Aus der Aufgliederung nach Empfängerländern und Hilfsgüterbereichen sind der Wert und das Volumen der insgesamt erbrachten Leistung ersichtlich. Für die Armenund Nothilfe können wir erfreulicherweise auch im Jahre 2017 wieder ein positives Ergebnis vermelden. Da als Gradmesser für den sorgfältigen Umgang mit Spendengeldern allgemein die Verwaltungskosten herangezogen werden, sei erwähnt, daß dieser Kostensatz im Jahre 2017 beim IH unter 6% lag.

GROSSZÜGIGE DEUTSCHE UNTERNEHMEN

Die ohne staatliche Zuschüsse vom Internationalen Hilfsfonds erbrachte Gesamtleistung basiert ausschließlich auf Privatspenden. Das hier präsentierte Ergebnis beruht, was hervorzuheben ist, somit gänzlich auf der Eigeninitiative von IH-Mitarbeitern. Auch im Jahre 2017 wurde das gesamte Hilfsgüteraufkommen des IH wieder unter der bewährten Leitung von Frau Julia Glaser akquiriert und von Rosbach auf den Weg in die Empfängerländer verbracht.

Ihre lobenswerte Bereitschaft, Ärmsten konkrete Hilfe zu gewähren, beweisen die Inhaber deutscher mittelständischer Firmen, wie auch großer Unternehmen unseres Landes. Sie lassen ihre außergewöhnliche Großzügigkeit erkennen, wenn es darum geht, mit ihren hochwertigen Produkten bedürftigen Menschen in unseren Hilfsprojekten Unterstützung zukommen zu lassen. Aus diesem beispielhaften Sozialverhalten spricht die Verbundenheit des deutschen Mittelstandes und der deutschen Industrie, auch mit Notleidenden und Darbenden in Ländern fernab der Bundesrepublik! Das „Made in Germany“ erhält dadurch eine bislang in der Öffentlichkeit unterschätzte humane Dimension, die diesem Symbol der Qualität ein zusätzliches Prestige verleiht.

Das dem IH seit vielen Jahren seitens der deutschen Unternehmer entgegengebrachte Vertrauen erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit. Allen Gönnern, die dem IH im Jahre 2017 mit ihren Spenden treu zur Seite standen, wollen wir deshalb zu Jahresbeginn nochmals unsere Anerkennung aussprechen.

Georgien: Die Kinder erfreuen sich an den neuen Malfarben, die der Kindergarten in Tiflis vom IH erhalten hat.
Unsere Verbundenheit gilt in gleichem Maße den zahlreichen Einzelspendern, deren persönlicher Beitrag für die Ärmsten grosse Bedeutung zukommt: Denn es ist die bescheiden im Hintergrund wirkende Großherzigkeit des Gebens vieler mitfühlender Bürger unseres Landes, die mit ihrer positiven Zuwendung gegenüber Bedürftigen dazu beitragen, Sympathie für Deutschland im Ausland zu gewinnen und damit einen seriösen Beitrag für das Ansehen Deutschlands in der Welt zu leisten.

KEIN ENDE DER MISERE IM OSTEN EUROPAS IN SICHT!

Im Überschwang des Jubels über den Zusammenbruch der UdSSR im Jahre 1991 vermeinte man, mit der Niederlage des Kommunismus würde sich für die rücksichtslos ausgebeutete Arbeiterklasse im Osten „automatisch“ eine Besserung einstellen. Das jedoch hat sich leider als Wunschdenken erwiesen. Insbesondere beim Aufbau eines neuen Versorgungsund Gesundheitswesens, wo in den ehemals kommunistisch regierten Ländern ein konstruktiver Neuanfang dringend erforderlich gewesen wäre, standen die Nachfolgestaaten der UdSSR vor erheblichen Problemen, welche nicht selten noch bis in die Gegenwart hinein einer problembezogenen Lösung harren. Das trifft auf die Mehrzahl all derer Staaten im Osten zu, wo das Gesundheitswesen aufgrund seiner Kostenintensität quasi „kaputt- gespart“ wurde. Gleiches gilt für die Sozialeinrichtungen, inklusive der Altenheime, der Waisenhäuser und der Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte.

Moldawien: Armut ist für mittellose Alte, deren Rente oft nicht einmal 6 Euro ausmacht, ein hartes Los… Da ist Unterstützung aus Deutschland sehr willkommen.
Rumänien: Unser Photo zeigt IH-Repräsentant Carol Roman beim Besuch eines Krankenhauses in der Region Siebenbürgen (Transsylvanien), das vom IH Betten erhalten hat.
DAS SOZIALWESEN LEIDET UNTER DER KORRUPTION!

In den meisten Nachfolgestaaten der UdSSR wird den Behinderten, Waisen, Obdachlosen und schutzbedürftigen Alten, sowie den ebenfalls unterhalb des Existenzminimums lebenden zahlreichen Arbeitslosen nicht die erforderliche Unterstützung zuteil. Die hieraus resultierende traurige Realität ist, daß staatliche Sozialfürsorge in Ländern wie Georgien in den bitter kalten Wintermonaten viele alte Menschen hinwegrafft, weil sie, durch Unterernährung und Kälte geschwächt, dem Tod ausgeliefert sind. Diese für uns im Westen unglaublich anmutende Sachlage mag makaber erscheinen, ist jedoch inzwischen leider zur bitteren, traurigen Wirklichkeit geworden, deren Unmenschlichkeit für eine sich rücksichtslos gebärdende, korrupte Politikerklasse offenbar zur Routine gehört und von letzteren offenbar als „Normalität“ empfunden wird.

ARMENHILFE DES IH FÜR GEORGIEN

Zu Sowjetzeiten gehörte Georgien zu denjenigen Republiken mit dem höchsten Lebensstandard. Seit der Unabhängigkeit des Landes hat mehr als die Hälfte der Einwohner seiner Heimat den Rücken gekehrt, weil keine Zukunftsperspektive bestand. Der Exodus der Jüngeren, die ihr Glück im Ausland suchten, hat zu einer Überalterung der Bevölkerung geführt, die mit der totalen Verarmung letzterer einherging.

Der den Alten monatlich ausgezahlte Rentensatz von umgerechnet 65 Euro verdeutlicht, daß Georgien von einer akzeptablen Minimalversorgung immer noch weit entfernt ist. Als nicht nachvollziehbare Permissivität muß anmuten, wenn das Europa-Parlament die Europäische Kommission nicht einmal dazu anhält, die Verwendung der EU-Finanzmittel, welche kontinuierlich nach Georgien fließen, auf ihren Verwendungszweck hin seriös zu kontrollieren. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich in der Sozialfürsorge große Defizite auftun, unter denen die Ärmsten der Armen am meisten zu leiden haben. Besonders die Behinderten sehen sich in einer extrem prekären Problemlage. Sie sind dazu verdammt, den tristen Alltag in ihren viel zu beengten Behausungen zu verbringen und werden so zu Gefangenen ihrer eigenen vier Wände. Aufgrund der bestehenden menschenunwürdigen Zustände bemüht sich der IH, seinen Hilfsgütersendungen für diese Behinderten Rollstühle beizufügen. Denn nur der Besitz eines Rollstuhls kann den Behinderten die oftmals jahrelang herbeigesehnte Mobilität verschaffen, um so ihrer Isolation zu entrinnen.

Wie schon in den Jahren zuvor, so wandte sich der IH wiederum den verarmten Menschen in der Abgeschiedenheit der Dörfer Georgiens zu, da die Vergessenen auf dem Lande in ganz besonderem Maße auf unsere Fürsorge angewiesen sind. Hilfsgüter des IH aus Deutschland, wie Lebensmittel, Rollstühle, Gehhilfen, bis hin zu Hospital-Spezialbetten für Langzeit-Patienten, sind für die zumeist mittellosen Dorfbewohner unverzichtbar. Das gilt gleichermaßen für die Einrichtungen der Sozialfürsorge, bis hin zu den Krankenhäusern, um deren Ausstattung es nicht gerade zum Besten bestellt ist.

Zu den wichtigsten Zielgruppen gehören in Georgien Kriegs- Flüchtlinge aus Abchasien und Ossetien. Im Jahr 2017 hat der IH für Notleidende in Georgien Hilfsgüter im Wert von insgesamt Euro 203.465,-- zur Verfügung gestellt. Damit hat sich das IHHilfsgüteraufkommen auf insgesamt 12.525.524 Euro erhöht, bei einem Volumen von 1874 Tonnen.

MOLDAWIEN: HILFE FÜR DIE ÄRMSTEN IN EUROPA!

Aus aktuellem Anlaß möchten wir Ihnen, werte IH-Gönner, die gegenwärtig in Moldawien herrschende Situation, in der sich die Bedürftigen befinden, aus der Sicht des Vorsitzenden der Hilfsorganisation „Orheiul Vechi“ wiedergeben, der die Problemlage von Bedürftigen und Behinderten im „Armenhaus Europas“ aus nächster Nähe kennt. Hier die Übersetzung seines Schreibens, wie folgt:

Sehr geehrter Herr Dr. Koch,

bekanntlich ist Moldawien das ärmste Land in Europa. Renten variieren zwischen einem Mindestsatz von 100 Lei (5 Euro) und maximal 1000 Lei (50 Euro). Es ist kaum nachvollziehbar, wenn man seitens des Staates allen Ernstes vermitteln will, wie ein Rentner mit solchen Beträgen überleben soll; speziell auf dem Lande, wo die Versorgungslage so miserabel ist, daß man Vorräte anlegen muß für Kohle und Holz, um in den Wintermonaten heizen zu können und gleichzeitig die Stromrechnung zahlen soll, ohne Abstriche machen zu müssen bei Nahrungsmitteln, Kleidung und Medikamenten. Nur ausgesprochen rüstige Alte sind in der Lage, einen kleinen Nebenverdienst zu realisieren, aber die meisten der Betagten sind schwer krank, häufig auch behindert und leiden unter psychischen Problemen…

Während junge Leute Moldawien oft verlassen, um Arbeit im Ausland zu finden, lassen sie nicht nur ihre Kinder zurück, sondern darüberhinaus auch ihre hilflosen Eltern und Großeltern. Deshalb kommt der Unterstützung dieser Menschen durch Ihr Hilfswerk für uns so große Bedeutung zu. Täglich erreichen mich Nachfragen um Hilfe seitens bedürftiger Menschen, sowie Invaliden aus unserer Region. Leider bieten die örtlichen Verwaltungen des Staates ihnen nur wenig Beistand an und verweisen sie oft an unsere Hilfsorganisation, der „Organisation für Behinderte von Orhei“, “Orheiul Vechi“.

Offiziell zählt unsere Republik 180 000 Behinderte, und ihre Zahl steigt stetig an. Mehr als 13000 davon sind Kinder. Im Durchschnitt kommen auf 1000 Einwohner 52 Behinderte. Die Mehrzahl davon lebt auf dem Lande, und zwar 62%! Seit 2010 ist diese Zahl um 5,8% gestiegen. Behinderte erhalten vom Staat nur eine äußerst knapp bemessene monatliche Zuwendung von 500 bis 1000 Lei (25- 50 Euro). Wenn jemand vor Erreichen des 16. Lebensjahres behindert wird, erhält er eine Zahlung von lediglich 5 Euro!

Die Arbeit unserer NRO erschöpft sich nicht allein in materieller Unterstützung. Wir werden auch so manches Mal von medizinischen Einrichtungen gerufen, um psychologische Hilfe zu erbringen, z. B. dann, wenn plötzlich jemand aufgrund einer Behinderung Selbstmord-gefährdet ist. In solchen Fällen reden wir den Betroffenen gut zu und ermutigen sie, am Leben festzuhalten.

In diesem Jahr haben wir vom IH vier LKWs mit Hilfsgütern, d.h. Rollstühlen, Rollatoren, Betten, Nahrungsmitteln, Kleidung erhalten; und Sie können sich nicht vorstellen, wie vielen Hunderten von Bedürftigen in Moldawien Sie damit Hilfe erwiesen und Hoffnung gegeben haben!

Es wäre erfreulich, auch künftig gemeinsam im Interesse der Behinderten kooperieren zu können.

Ich wünsche Ihnen fröhliche Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr!

Hochachtungsvoll,
Sergej Trebish
Vorsitzender
„Orheiul Vechi“

Rumänien: Ileana Gandea ist Mutter von 5 Kindern. Ihr Mann war Bergmann und ist seit Schließung des Bergwerks in Lonea arbeitslos. Die Familie muß mit 250 Euro pro Monat auskommen.
Rumänien: Simona Muntean ist verheiratet und 40 Jahre alt. Die Familie hat 5 Kinder und erhält lediglich 133 Euro Sozialhilfe pro Monat. 7 Personen leben in einer kärglichen Zweizimmer- Wohnung in Lonea. Da sind der Teppichboden, die Farbe zur Renovierung, sowie die Kleidung für die Kinder ein unverhoffter Segen.
NACHHALTIGE HILFE FÜR TSCHERNOBYL-OPFER!

Der Tschernobyl-Unfall, bei dem weite Gebiete Weißrußlands, der Ukraine und Rußlands radioaktiv verseucht worden sind, gab dem Vorstand Anlaß, die Opfer der größten nuklearen Katastrophe auf Jahre hinaus zu einem zentralen Anliegen seiner humanitären Hilfe zu machen. Dies spiegelt sich auch in der hier abgebildeten Übersicht wie folgt wieder: Die IH-Nothilfe für Weißrußland beläuft sich auf mehr als 8,8 Mio. Euro, bei einem Gewicht von 1623 Tonnen. In der Ukraine, wo die humanitäre Hilfe des IH ins Jahr 1991 zurückreicht, erreichte das Gesamtvolumen an Hilfsgütern ca. 1600 Tonnen bei einem Gesamtwert unserer Hilfsgütersendungen von 9,83 Mio. Euro. Die IH-Hilfe für Rußland erreichte bislang einen Wert von mehr als 4,1 Mio Euro, bei einem Volumen von mehr als 680 Tonnen.

RUMÄNIEN: NOTHILFE FÜR DIE ÄRMSTEN TRANS- SYLVANIENS!

Der Eintritt Rumäniens in die Europäische Union im Jahre 2007 war mit der Erwartung verbunden, die schwächelnde Marktwirtschaft des Landes zu stärken. Allerdings hat die EU-Kommission, im Verbund mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), drastische Sparmaßnahmen verfügte, mit denen man die rumänische Regierung zwingen wollte, auch die letzten Staatsbetriebe zu schliessen, um so einen ausgeglichenen Haushalt zu erzwingen.

Diesem Diktat wurden nicht nur die Bergwerke unterworfen, sondern alle Staatsbetriebe des Landes gleichermaßen. Die Züchtigung der obengenannten internationalen Institutionen bestand darin, die Löhne und Gehälter des öffentlichen Dienstes und der noch existierenden staatlichen Betriebe zuerst um 25% zu kürzen, sodann Zehntausende von Stellen aufzulösen und viele Sozialleistungen radikal zu streichen. Die Folge davon war jedoch, daß sogar Schulen und Krankenhäuser geschlossen werden mußten.

Gewerkschaftsführer kritisierten die rücksichtslos gegen die Ärmsten der Arbeiterschaft gerichteten Pressionen der Eurokraten und des IWF: Während die korrupte Politikerklasse Rumäniens über ihre Verhältnisse leben, können die Mißstände nicht dadurch behoben werden, sämtliche Industrieanlagen als Altmetall zum Recycling zu schleppen und gleichzeitig zur Subsistenzlandwirtschaft zurückzukehren.

Was sich in Siebenbürgen (Transsylvanien) abspielte, ist symptomatisch für die von oben verordnete Ausdünnung, bis hin zur Auslöschung ganzer Industriezweige Rumäniens und erinnert fatal an „griechische Verhältnisse“: Jahrelang hat man nichts investiert, bis schlußendlich die Betriebe ausbluteten. Und dann wundern sich die Eurokraten, wenn die Wettbewerbsfähigkeit dabei flöten geht! Solche Heucheleien können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Schließung der Kohlenbergwerke Rumäniens Tausende von Langzeitarbeitslosen beschert und sie in große Not und tiefes Elend gestürzt hat.

Die humanitäre Hilfe des IH konzentrierte sich in Rumänien auch im Jahre 2017 auf die Region Transsylvanien, wo gravierende Armut vorherrscht, da die seit der Stillegung der Kohleminen arbeitslos gewordenen Bergleute keine Beschäftigung mehr finden. Das Brachliegen der Minen hat eine deprimierende Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit hervorgerufen. Die in dieser Region vorherrschende Arbeitslosigkeit weist die höchste Rate in Rumänien auf. Seit die Minen stillgelegt wurden, grassiert in den Familien der Bergleute bittere Not. Deshalb war im letzten Jahr der Großteil der Hilfsgütersendungen des IH wieder auf ebendiese Zielgruppe ausgerichtet. Die in ärmsten Verhältnissen lebenden Roma-Minderheiten der Region wurden ebenfalls in unsere Fürsorgemaßnahmen miteinbezogen. Die Hilfstransporte verzeichneten 2017 einen Wertzuwachs von mehr als 226.000,-- Euro. Damit erreichte die Nothilfe des IH für Rumänien bis zum Ende des letzten Jahres einen Gesamtwert von insgesamt 5.165.927,-- Euro, bei einem Volumen von 1082 Tonnen.

Dank Ihrer großherzigen Unterstützung, werte IH-Gönner, war der Internationale Hilfsfonds e.V. im Jahre 2017 in der Lage, auch vielen Notleidenden im Osten Europas wirkungsvolle Hilfe zu ermöglichen. Für Ihre darin zum Ausdruck gebrachte Treue möchte ich Ihnen im Namen des Vorstands nochmals sehr herzlich danken und hoffe, daß Sie unserem Hilfswerk auch im Neuen Jahr Ihr Wohlwollen schenken, wenn wir uns aufs Neue den Ausgegrenzten und den Vergessenen außerhalb unseres Landes, denen sonst kaum jemand Hilfe gewährt, in mitfühlender Fürsorge zuwenden.

Für das Neue Jahr möchte ich Ihnen viel Glück und beste Gesundheit wünschen!

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender
Internationaler Hilfsfonds e.V. 


Rumänien: Ioan Corolan und seine Frau Stelica haben 8 Kinder. Sie leben unter ärmlichen Verhältnissen
in der Kleinstadt Petrila. Für die Renovierung ihrer Wohnung ist die Farbe aus Deutschland hoch
willkommen. Groß ist die Freude über Kleidung, für die kaum Geld vorhanden ist.
Rumänien: Im Laufe dieses Jahres wird das Kohlebergwerk Lonea geschlossen, sodaß die Stadt
Hunderte von Arbeitslosen zu unterstützen hat.