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Nr. 11 November 2017














ZIMBABWE:
Bleibt in der Region Chikombedzi der Regen aus, droht Hungersnot!
ZIMBABWE
Die Landbevölkerung leidet bis heute unter den Folgen der Dürreperioden!



IH-Projektleiterin Ezelle Schimper berichtet aus der Region Chikombedzi, Zimbabwe:
Die Landbevölkerung leidet bis heute unter den Folgen der Dürreperioden!

Lange bevor der Klimawandel zu einem kontrovers diskutierten Thema wurde, litt die Bevölkerung im Süden Zimbabwes unter extremen Witterungsverhältnissen, die in der Region Chikombedzi besonders ausgeprägt sind. IH-Projektleiterin Ezelle Schimpers aktueller Bericht gibt Aufschluß über die Schwierigkeiten, denen die dort ansässigen Bauern ausgesetzt sind und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Ermutigend dabei ist die Tatsache, daß die Landbevölkerung sich jedes Jahr aufs Neue dem Kampf gegen die Naturgewalten stellt.

Aufgrund der tiefgreifenden Armut, die in der Region Chikombedzi allgegenwärtig ist, bedürfen die Bauern der Hilfe aus Europa. Auf sich allein gestellt, könnten die Ärmsten auf dem Lande diese Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, nicht meistern, zumal die darniederliegende Wirtschaft in Zimbabwe der Bevölkerung zusätzliche Bürden auflädt. Schon aus diesem Grunde muß das Engagement des Internationalen Hilfsfonds in dieser benachteiligten ruralen Zone unbedingt aufrechterhalten werden. Hier gilt es insbesondere, die vom IH initiierten Projekte, die in vorbildlicher Kooperation mit den Einheimischen auf dem Lande zu deren Nutzen realisiert worden sind, aufrecht zu erhalten.

In den traditionellen Dürre- und Trockengebieten im Süden Zimbabwes ist es dem IH dank neuer Methoden gelungen, durch beispielgebende Selbsthilfeprojekte sogar Obstbäume, die es hier zuvor nie gegeben hat, in den schwierigen ariden Zonen der Region Chikombedzi zu pflanzen und die bereits seit Jahren Früchte tragen. Dadurch kommt die verarmte Bevölkerung in den Landgebieten Chikombedzis in den Genuß von Obst, was vor allem für die Kinder ein Segen ist, die oftmals nur einseitig ernährt oder sogar unterernährt sind. Der Obst-Anbau bietet demnach eine Möglichkeit, diese Mängel auszugleichen und den Einheimischen durch den Verkauf von Obst zu Einkommensverbessrungen zu verhelfen.


Das Pflügen der Äcker ist für die Bauern und ihre Zugtiere sehr beschwerlich.

Die Region Chikombedzi wird von Meteorologen in der Klassifizierung des Landes nach Regen-Gebieten der Zone 5 zugeteilt, wobei Berücksichtigung findet, daß innerhalb eines Gesamtzeitraums von 10 Jahren lediglich während 4 Jahren ausreichende Niederschläge zu verzeichnen waren. Und dies bedeutet erfahrungsgemäß: Im gleichen Zeitraum muß mit 6 Dürre-Jahren gerechnet werden. Vor diesem Tatsachenhintergrund gibt zum Staunen Anlaß, daß die Böden der Region Chikombedzi trotz dieser widrigen Gegebenheiten dennoch als ertragreich gelten, vorausgesetzt, die für den Landwirtschaftsbetrieb erforderliche Bewässerung der Felder kann stattfinden. Wenn dürftige, oder gänzlich ausbleibende Niederschläge die Wasser- Reservoirs nicht auf dem Minimal- Pegelstand halten, ist die Bewässerung gefährdet, was dann schwerwiegende Konsequenzen für die Landbevölkerung nach sich zieht.

Die für den Getreideanbau geeigneten Flächen in unserer Region können allerdings nur dann nutzbringend bewirtschaftet werden, wenn in mindestens 4 Jahren innerhalb einer Dekade genügend Regen fällt, oder aber ein Irrigationssystem funktionsfähig wäre.

AUSBLEIBENDE NIEDERSCHLÄGE UND IHRE AUSWIRKUNGEN

Unser Photo zeigt Thomas Thlatlani mit seinen beiden Frauen und Tochter Rudo.
Am Beispiel der Bauernfamilie Thomas Thlatlani läßt sich ein für die Region Chikombedzi charakteristisches Bild über die Problematik vermitteln, die den Alltag der Landbevölkerung bestimmt: Als einen großen Vorteil empfindet Thomas den Umstand, daß er gegenwärtig überhaupt noch einen Restbestand von Vieh sein eigen nennen kann. Wenngleich die Dürre der letzten Jahre seine Herde stark dezimiert hat, so muß er sich doch – im Vergleich zu anderen Farmern, die ihren gesamten Vieh-Bestand eingebüßt haben – glücklich schätzen, noch über Rinder zu verfügen, mit denen er seine Felder umpflügen kann. Viele Bauern in der Umgebung sehen sich gar nicht in der Lage, ihr Ackerland zu bearbeiten, weil ihre Tiere aufgrund der verheerenden Auswirkungen der vorangegangenen Dürrezeiten zu stark abgemagert und deshalb zu schwach sind, den Pflug ziehen zu können. Dies ist in der sengenden Hitze ohnehin überaus anstrengend, sodaß nur gesunde Zugtiere zum Einsatz kommen können.

Thomas hat einen Hochstand errichtet, um den Mais vor wilden Tieren zu schützen. Können die Maisfelder regelmäßig bewässert werden, so steht eine gute Ernte in Aussicht!
Unter den Dürrefolgen der vergangenen Jahre leiden die Böden bis heute und erschweren die Tagesarbeit der Bauern erheblich.

Benson konnte die Orangenernte sicherstellen, was für die Schulkinder besonders erfreulich ist!
Thomas besitzt derzeit nur 4 Rinder, mit denen die eigenen Äcker bestellt werden. Sobald Thomas seine Arbeit verrichtet hat, ist er anderen, ärmeren Nachbarn behilflich, deren Ackerland zu pflügen. Die schlimmste Dürre in der jüngsten Vergangenheit herrschte im Jahre 2015, als viele Bauern ihr gesamtes Vieh verloren. Auch das darauffolgende Jahr war wegen der ausbleibenden Niederschläge sehr verlustreich, woraufhin viele Nutztiere verendeten. Erst zum Jahresende 2016 setzte endlich Regen ein, was für das Jahr 2017 bessere Aussichten verhieß und Hoffnung auf Besserung versprach. Für Thomas ergab sich im laufenden Jahr eine gute Ernte, die ihm fünfzehn 50kg-Säcke Mais, sowie zwanzig 50kg-Säcke Sorghum bescherte. Dieses Ergebnis ließ ihn spürbar aufatmen, zumal in den beiden vorausgegangenen Jahren 2015 und 2016 die Ernten total ausfielen.

UNZUREICHENDE NAHRUNGSMITTELHILFE !

Innerhalb der letzten 10 Jahre kam seine Familie lediglich zweimal in den Genuß der staatlichen Nahrungsmittelhilfe, welche für die notleidende Bevölkerung in den Dürregebieten Zimbabwes vorgesehen ist. Monatlich sollten eigentlich 50 kg Mais pro Familie zur Verteilung kommen, in Wirklichkeit erhalten die betroffenen Familien aber nur über einen Zeitraum von ca. 4 Monaten diese Unterstützung, die sowieso viel zu knapp bemessen ist, da monatlich pro Person 10 kg Mais für den Verbrauch anzusetzen wären. Da Thomas‘ Familie insgesamt 8 Personen umfaßt, wird deutlich, wie dürftig die Hilfe tatsächlich ausfällt. Thomas versucht, mehr schlecht als recht, die finanziellen Lücken der Familie mit Gelegenheitsarbeiten auszugleichen, was jedoch aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage des Landes ein hoffnungsloses Unterfangen ist.

THOMAS‘ EXISTENZKAMPF

Neben seinen Kühen besitzt Thomas noch 3 Ziegen, 2 Schafe und 8 Hühner. Seine vier Rinder gelten als sogenannte „letzte Reserve“ und werden nur im Notfall verkauft. Da Thomas‘ Felder 500 Meter von der nächsten Wasserquelle entfernt liegen, muß er sich darauf beschränken, Getreide und Mais anzupflanzen. Wenn er hingegen über die entsprechenden Finanzmittel verfügen würde, könnte er eine Leitung zur Quelle legen lassen, um sein Haus mit Wasser zu versorgen, was den Anbau von Gemüse ermöglichen würde und seiner Familie sowohl zur Eigenversorgung, wie auch zu einem bescheidenen zusätzlichen Einkommen verhülfe.

Da seine finanziellen Möglichkeiten als bescheiden gelten, ist Thomas gehalten, seine Äcker zu bewirtschaften, um den Unterhalt seiner Familie sicherzustellen. Sofern genügend Regen fällt, kann er Mais anpflanzen; sind die Aussichten auf genügend Niederschläge schlecht, so muß er sich mit dem Anbau von Sorghum begnügen, wofür er nicht so viel Wasser benötigt. Der Verkauf von Sorghum bringt ihm jedoch weniger Geld als der Verkauf von Mais.

Normalerweise verkaufen die Bauern Sorghum an die Brauereien des Landes. In Zeiten der Dürre wird dann allerdings in der Region Chikombedzi Sorghum zum Hauptnahrungsmittel, da der Mais nurmehr in unzureichender Menge zur Verfügung steht. Eine gängige Mahlzeit besteht im allgemeinen aus Reis, zu Mittag gibt es Sadza, einen Maisbrei, der jedoch oft durch Sorghum ersetzt wird. Dazu gibt es saisonales Gemüse. Je nach Bedarf und – falls finanziell machbar – ißt man Sadza auch zu Abend. In Thomas‘ Familie wird nur alle 2 Monate ein Hühnchen verzehrt, öfter nicht… Drei Mal pro Woche gibt es süße Bohnen, die hinzugekauft werden.

Der Anbau vom Sorghum erweist sich alle Jahre wieder insofern problematisch, als die Saat gerne von Vögeln aufgepickt wird. Es bedarf deshalb eines großen Aufwands, die Vögel von den Feldern zu vertreiben. Die Kinder müssen ihre Freizeit opfern, um die Vögel mit viel Lärm vom Fressen der Körner fernzuhalten.

In den Obstplantagen macht sich der Wassermangel gravierend bemerkbar, was uns Benson anhand der davon betroffenen Guava-Bäume demonstriert.
Eine gute Maisernte gibt stets Anlaß zur Freude! Auch für die Kleinen ist Mais ein beliebtes Grundnahrungsmittel.
Die Waisenkinder aus dem Lirhanzo-Village lernen bereits im frühesten Alter, wie wichtig die Selbstversorgung für ihre Schule ist.
Bensons Sohn Darius zeigt sich umgeben von Chili-Pfefferpflanzen. Er sieht dem Verkauf der Früchte erwartungsvoll entgegen, da man sich einen guten Erlös für das Lirhnazo-Projekt erhoffen kann!
Die Dürre wirkt sich oft negativ auf die Gesundheit der Landbevölkerung aus, da in diesen Perioden Nahrungsmittel nur begrenzt zur Verfügung stehen, was dann eine einseitige Ernährung zur Folge hat. Außerdem wird das Immunsystem vieler Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Erfahrungsgemäß sind hier zumeist Kinder und Alte die Betroffenen.

DIE BAUERN SIND DEM IH DANKBAR

Die vom IH initiierten Projekte, wie z.B. die Obstplantagen – um die sich bekanntlich Benson nach wie vor mit seinen Leuten vorbildlich kümmert – sowie die LIRHANZO-Village-Gärten, in denen Gemüse und Obst gedeihen, leiden gleichermaßen unter der Dürre, was die Ernte- Erträge empfindlich beeinträchtigt. Deshalb müssen die Wasserpumpen stets funktionsfähig sein. Ihr Ausfall oder sonstige Reparaturprobleme machen sich sofort bemerkbar. Denn von einer regelmäßigen Bewässerung hängt es letztlich ab, in wieweit Obst und Gemüse in ausreichender Menge für die Ernährung der Schulkinder vorhanden sind.

Wenn die Ernten Überschüsse bringen, können zusätzlich Verkaufserlöse erzielt werden, was sich für die armen Bauern mit ihren Familien segensreich ausnimmt. Nicht zuletzt auch deshalb zeigen sich die Einheimischen dem Internationalen Hilfsfonds gegenüber für den Aufbau und die Erweiterung dieser lebenswichtigen Projekte sehr dankbar.

Herzlichst,

Ihre

Ezelle Schimper
Leiterin des IH-Patenschafts- und Schulförderungs- projekts



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