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Nr. 07 Juli 2017










PHILIPPINEN :
IH-Patenschaftsprojekt in Manila –
die Schulförderung hat Priorität!
PHILIPPINEN
Vielversprechende Entwicklung des IH-Patenschaftsprojekts
für die Ärmsten Manilas!

Letitia L. Magaan berichtet aus den Philippinen:
Vielversprechende Entwicklung des IH-Patenschaftsprojekts für die Ärmsten Manilas!

Im Gegensatz zu Europa, wo sich insbesondere in der letzten Zeit die Horror- Meldungen über religiös motivierte Terrorhandlungen häufen, sind die Philippinen bislang von Ereignissen ähnlicher Intensität verschont geblieben. Die Armee führte schon seit geraumer Zeit einen verbissenen Kampf gegen islamistische Rebellen in der Großstadt Marawi, hat jedoch am 10. Juni dieses Jahres die USA um Spezialkräfte bitten müssen, als sie allein an diesem Tag über mehr als 13 Soldaten verlor.

Seitdem dieser unsägliche Terror auch unser Land heimgesucht hat, können wir in den Philippinen ermessen, welch unermeßliches Leid aus diesen blindwütigen Exzessen entsteht. Erschreckend ist dabei die Tatsache, daß kein Land der Erde vor den fanatischen Aktionen Irregeleiteter gefeit ist. Dies jedoch stärkt andererseits das Gefühl der Verbundenheit mit all denjenigen Ländern, die ebenfalls betroffen sind.

Erwartungsfroh sehen die Kinder ihrem ersten Schultag entgegen!
Deshalb empfinden wir in den Philippinen große Loyalität mit den Bürgern Deutschlands, die den Benachteiligten unseres Landes seit vielen Jahren ihre großzügige Unterstützung gewähren. Daraus erfahren wir, wie wichtig das Mitgefühl der Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen untereinander ist. Und aus dieser Perspektive gewinnt die Patenschaftshilfe des Internationalen Hilfsfonds aus Deutschland nicht nur für die Ärmsten Manilas eine ganz besondere Symbolik völkerverbindender Freundschaft.

ERFOLGREICHE UMSETZUNG DER PATENSCHAFTSHILFE

Das IH-Patenschaftsprojekt erstreckt sich auf die Bezirke Metro Manila, Balacan Rodrigue, sowie Rizal. Das vom Internationalen Hilfsfonds im Zusammenwirken der in Manila ansässigen Partnerorganisation des, Haligi ng Bata (HBI) unterhaltene Hilfsprojekt umfaßt insgesamt 505 Kinder mit ihren Familien. Dabei kamen darüberhinaus 14 Projekte zur Durchführung, welche von der Ausbildung bis hin zur Gesundheitsfürsorge reichen, vor allem aber auf Ausbildungsmaßnahmen der Eltern der Patenkinder ausgerichtet sind, um auf diesem Wege zusätzliches Einkommen zu ermöglichen und die prekäre Finanzlage der Familien zu verbessern.

PRIORITÄT SCHULBILDUNG

Wie in den Jahren zuvor, so hatte im Berichtsjahr 2016 die Schulförderung wiederum absolute Priorität, was in der Verteilung der Schulmittel, einschließlich Schulheften, Schreibpapier, Schreibsachen und Malfarben Ausdruck fand. Diese Lernmaterialien sind nicht nur von praktischem Nutzen, sondern stellen gleichzeitig eine stetige, gutgemeinte Mahnung dafür dar, die Eltern daran zu erinnern, ihre Kinder täglich zur Schule zu schicken. Denn in den Slums Manilas ist dies alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Das Engagement der HBI-Sozialarbeiter ist auf den Lernerfolg der IH-Patenkinder ausgerichtet und wird von den Eltern sehr geschätzt.
Mit großer Hingabe widmen sich die Kinder ihren Schulaufgaben!
Die vom IH geförderten Kinder können außerdem Einrichtungen besuchen, die eigens von HBI geschaffen wurden. In diesen „HBI Jugend-Zentren“ wird den ärmsten Schulkindern die Gelegenheit geboten, ihre Fähigkeiten im Gebrauch des Computers zu verbessern. Hierfür besteht deshalb großer Bedarf, weil viele der benachteiligten Slumbewohner keinen eigenen Computer besitzen. Der Zugang zum Internet steht somit auch den Ärmsten aus den Slums Manilas offen und verhilft den Ausgegrenzten zur Nutzung des wichtigsten Kommunikationsmittels, wie es jedermann im Lande zugänglich ist.

Alle vom IH unterstützen Familien gehören zu den am meisten benachteiligten Bewohnern der philippinischen Hauptstadt. Ihre Misere erklärt sich aus der Tatsache, daß sie mit einem kärglichen Einkommen vorlieb nehmen müssen und über keinerlei Ersparnisse verfügen. Wie der IH und HBI rechtzeitig erkannt haben, sind aber weitere flankierende Maßnahmen erforderlich, damit die Schulförderung mit ihrem Einfluß möglichst positiv zur Geltung kommen kann.

Deshalb beschränkt sich die Hilfe für die vom IH in Kooperation mit dem HBI unterstützten Kinder nicht allein auf die für den Schulbesuch erforderlichen Schulmaterialien. Da die in ärmsten Verhältnissen leidenden Familien von der Hand in den Mund leben, können sie sich keine medizinische Betreuung leisten. Diesem Umstand müssen wir notwendigerweise Rechnung tragen, was dadurch geschieht, daß sich unser Partner HBI in Manila der Verbesserung der Gesundheitsfürsorge, nebst Ernährung der IHPatenkinder und ihren Familienangehörigen kümmert.

MEDIZINISCHE FÜRSORGE

Für die Ärmsten der Armen aus den Slums Manilas ist es demnach umso wichtiger, die im Rahmen des Kinder- Patenschaftsprojekts eingerichteten lokalen medizinischen Hilfsstationen aufsuchen zu können, wo sie im Bedarfsfall die erforderlichen Medikamente erhalten. Außerdem werden – was mittel- und langfristig von Belang ist – Programme der beruflichen Ausbildung für die Eltern der IH-Patenkinder angeboten, die darauf abzielen, die finanzielle Versorgung der Familien in den Slums zu verbessern.

Die HBI-Mitarbeiter tragen durch ihre kontinuierliche Kooperation mit den städtischen Behörden, sowie dem Schulmanagement und den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen konstruktiv dazu bei, daß die am Rande der Gesellschaft Darbenden nicht in Vergessenheit geraten, sondern trotz aller widrigen Umstände dennoch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dieser Fürsprache seitens der HBI-Sozialarbeiter bedarf es nicht zuletzt deshalb, weil die Ärmsten Manilas nicht über eine Lobby verfügen, welche ihren Interessen gegenüber den zuständigen Behörden Nachdruck verleihen könnte.

Dieses Photo dokumentiert die harte Realität des Alltags von Kindern aus den Slums Manilas.
Die in den Slums Manilas lebenden Familien können sich keine medizinische Versorgung leisten. Deshalb erweist sich gerade für sie die IHGesundheitsfürsorge im Rahmen des IH-Patenschaftsprojekts als segensreich!
Die IH-Partnerschaftsorganisation HBI bietet auch den ärmsten Kindern aus den Slums Manilas den Zugang zu den modernen Kommunikationsmedien.
VERBESSERUNG DES EINKOMMENS DER ÄRMSTEN

Der Initiative unserer Partner-Organisation HBI ist es zu verdanken, für 3-Tage-Ausbildungskurse im Dienstleistungsbereich, wie z. B. Haareschneiden, der Maniküre und der Pediküre für mehr als zwei Dutzend Frauen und Schulabgängerinnen im Rahmen des IH-Patenschaftsprojekts die Unterstützung einer lokalen Bank Manilas zu gewinnen. Diese praxisorientierten Programme bieten talentierten Interessenten den Einstieg in eine, wenngleich bescheidene, Selbständigkeit. Die hier erwähnten Fördermaßnahmen umfassen dabei einen verhältnismäßig großen Einzugsbereich, nämlich die Bezirke Gulod, Novaliches, sowie Metro-Manila. Mit der Hilfestellung der Bank wurden die Erfolgreichsten der Kurse mit dem notwendigen Gerät ausgestattet, das sie zur Ausübung ihrer jeweiligen neuen beruflichen Tätigkeit benötigen. Der erste Schritt in eine selbstständige Tätigkeit wurde für insgesamt 18 Teilnehmer über ein von der Bank aufgelegtes Sonder-Spar-Programm finanziert.

Eine weitere Initiative, die auf die Ausbildung von Führungskräften im sozialen Fürsorgebereich ausgerichtet ist, verdient in diesem Zusammenhang Erwähnung: Wenn die Sozialfürsorgemaßnahmen zugunsten derer, die am Rande der Gesellschaft darben, Nachhaltigkeit verliehen werden soll, so bedarf es dringend der Erweiterung des Fürsorgenetzes. Aus diesem Grunde ist unser Partner HBI ständig bemüht, seinen Kreis geeigneter Mitarbeiter zu vergrößern. Es gilt, verantwortungsbewußte Jugendliche, die für Führungsaufgaben geeignet sind, für den Sozialbereich zu gewinnen. Denn nur durch das Engagement zusätzlicher freiwilliger Helfer kann das Fürsorgenetz, das es unserer lokalen Partnerorganisation HBI erlaubt, das IH-Patenschaftsprojekt problemgezielt und praxisnah umzusetzen, entsprechend erweitert werden.

DIE SCHULFÖRDERUNG ÜBERTRIFFT DIE ER- WARTUNGEN!

Die IH-Schulförderung kam im Berichtsjahr 2016, wie bereits oben erwähnt, insgesamt 505 Kindern zugute. Da das Projekt vom Kindergarten bis zum Gymnasium ausgelegt ist, sind Schüler im Alter von 5 bis 18 Jahren zu betreuen. Lediglich 18 Kinder fielen aus dem Schulförderungsprogramm, was einen Prozentsatz von 3 Prozent ausmacht. Entgegen aller Bemühungen der HBI-Sozialarbeiter waren diese Kinder nicht zum Weiterlernen zu motivieren, was auf die unüberwindbare Verweigerungshaltung der Eltern zurückzuführen ist. Als positiv darf vermerkt werden, daß die Fehlzeiten der IH-betreuten Schüler, die lediglich zwischen einem und vier Tagen lagen, als sehr niedrig gelten. Dies gilt als Indiz für eine hohe Eigenmotivation, aus der eine bewußte Hinwendung zum Lernen erkennbar wird.

HBI’S ENGAGEMENT

Die Ziele des IH-Patenschaftsprojekts sind hoch gesteckt: Eine gute Schulbildung zu ermöglichen steht an erster Stelle. Gesundheitsfürsorge und Ernährung rangieren ebenfalls ganz oben auf der Liste der Prioritäten. Eine Verbesserung der Einkommens- verhältnisse durch die Förderung der beruflichen Eigenständigkeit, vor allem im Kleingewerbe und dem Bereich der Dienstleistungen runden Angebot konkreter Hilfsmaßnahmen von HBI ab.

REGELMÄSSIGE MEDIZINISCHE UNTERSUCHUNGEN!

Haligi NG Bata trägt Sorge dafür, daß die am IH-Patenschaftsprojekt teilnehmenden Kinder mit ihren Familienangehörigen regelmäßig medizinisch untersucht werden. Dieses Programm wird ergänzt durch zahnärztliche Kontrollen. Im Bezirk Montalban kommt diese Fürsorge mehr als 100 Familien zugute. Dank der Verteilung der „health-kits“ an die Slum-Kinder hat sich die Grundhygiene in den Slumvierteln inzwischen merklich verbessert.

Die Kinder haben soeben Multivitamin-Präparate erhalten, was für freudige Aufregung sorgt...
Zu Beginn eines jeden neuen Schuljahres werden den IH-Patenkindern ausreichend Schul- und Lernmittel zur Verfügung gestellt.
Die intensive Aufklärungsarbeit der HBI- Sozialarbeiter bietet gleichzeitig die Grundlage für präventive Maßnahmen zur Abwehr von Epidemien, um so der Verbreitung von Ansteckungskrankheiten entgegenzuwirken. Da man in Manila unter den Schulkindern den zunehmenden Befall mit Läusen feststellte, wurden die im Vorjahr eingeleiteten Gesundheits- kontrollen fortgesetzt. Um nachhaltigen Schutz zu gewährleisten, wurden deshalb eigens Anti- Läuse-Shampoos an die Kinder verteilt. Zusätzlich wurden Multivitamin-Präparate ver- abreicht, um das Immunsystem der Kinder zu stärken.

DIE BEDEUTUNG DES IH-PATEN- SCHAFTSPROGRAMMS

Im Rahmen des IH-Patenschaftsprogramms muß, wie bereits hervorgehoben, der Schulförderung der wichtigste Rang zukommen. Letztere erfährt durch die Programme zur Gesundheitsfürsorge eine notwendige Er- gänzung. Hinzu kommen die von HBI in Manila langfristig angelegten Trainingskurse für die in permanenter finanzieller Not lebenden Eltern der IH-Patenkinder. Diese nützlichen, auf eine bessere Bewältigung des Alltags ausgerichteten Maßnahmen, zielen darauf ab, mehr Effizienz in der täglichen Hauswirtschaft, wie z.B. Kochen, Nähen, etc. zu erlangen. Aber auch die Verbesserung der Hygiene im Haushalt muß als Präventivmaßnahme im Mittelpunkt der Be- trachtungen stehen, was – und dies erachten wir gerade für die Ärmsten für belangreich – konkret dem Wohlbefinden der ärmsten Familien in den Slums Manilas dient.

GUTE ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN FÜR DIE KINDER DER ÄRMSTEN!

Für das Schulförderungsprogramm können wir hinsichtlich des Schuljahres 2016 ein positives Resümee ziehen, sowohl, was die erstaunlich stabil gebliebene Zahl der Kinder aus den ärmsten sozialen Verhältnissen Manilas anbelangt, die ihre Chance eines regelmäßigen Schulbesuchs mit Eifer nutzen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit für Familien, die zu den untersten Einkommensschichten der philip- pinischen Hauptstadt zählen. Unter den hieraus resultierenden widrigen Umständen ist es anerkennenswert, mit welcher Energie sie sich gegen diese Armut stemmen. Wenn sie trotz aller Widrigkeiten dennoch so viel Einsicht für ihre Kinder aufbringen, um das IHPatenschaftsprojekt als einmalige Chance zu einer guten Schulbildung zu nutzen, dann ist dies der untrügliche Beweis dafür, daß bei diesen totaler Armut ausgesetzten Menschen ein lobenswertes Umdenken stattgefunden hat, bei dem zum Ausdruck kommt, daß nur durch regelmäßigen Schulbesuch ein Ausweg aus der erdrückenden Misere zu finden ist. Da dieser Lernprozeß nicht zuletzt durch das IH-Hilfsprojekt mit zustande kam, darf als ein höchst ermutigendes Zeichen gedeutet werden.

Im Namen aller am IH-Patenschaftsprojekt in Manila teilnehmenden Kinder und ihrer Familien möchte ich den Spendern des Internationalen Hilfsfonds für Ihre Großzügigkeit danken, mit der sie aus dem fernen Deutschland den Ärmsten aus den Slums Manilas ihre treue Zuneigung schenken.

Mit herzlichstem Dank, auch im Namen der Patenkinder

Ihre

Letitia L. Magaan
Leiterin des IH-Patenschaftsprojekts
in Kooperation mit Haligi NG Bata (HBI)

Erwartungsfroh sehen die Kinder ihrem ersten Schultag entgegen!