INHALT
Nr. 05 Mai 2017









Die Verwendung von IH-Spendenmitteln im Jahr 2016

LIRHANZO-PROJEKT ZIMBABWE:
Die AIDS-Waisen können sich stets auf die Hilfe des IH verlassen!
Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

Die Verwendung der IH-Spendenmittel im Rechnungsjahr 2016

Die Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. zum 31. Dezember 2016 wurde von einer vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), überprüft, deren uneingeschränktes Testat wir hier wiedergeben. Die Verwendung der Mittel wird in untenstehendem Schaubild verdeutlicht.


IH-Hilfsprojekte 2016
Kinderpatenschafts- und Schulförderungsprogramme: in Zimbabwe
  • für arme Familien in isolierten, ländlichen Zonen Chikombedzis, die in einer Grenzregion in der Nachbarschaft zu Mozambique liegen.
  • Maßnahmen der Eindämmung der fortschreitenden Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen, Errichtung von Bewässerungsanlagen für Agrarflächen und Bäume, sowie anlegen von Dämmen zum Schutz gegen Hochwasser; Bau einer Trinkwasserversorgung.
  • Verbringung von Hilfsgütern aus Deutschland zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs und Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.
  • Versorgung und Ausstattung des vom IH geschaffenen Zentrums für AIDS-Waisen unter dem Namen „LIRHANZO“ [= Hoffnung]. Das Zentrum wurde inzwischen durch einen eigenen Kindergarten mit Vorschule, sowie eine Grundschule erweitert.
  • Kontinuierliche Unterstützung des ebenfalls vom IH errichteten Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi mit medizinischen Hilfsmitteln und medizinischtechnischen Geräten, sowie Krankenhaus-Einrichtungsgegenständen.

  • Auf den Philippinen widmet sich der IH, in Kooperation mit der einheimischen Hilfsorganisation Haligi NG Bata, Kindern ärmster Familien aus den Slums Manilas. Hierbei steht die Ermöglichung des regelmäßigen Schulbesuchs dieser Kinder im Vordergrund. Hinzu kommen Hygiene- und Ausbildungsmaßnahmen zur Erlangung einer beruflichen Qualifikation, um das Einkommen der Eltern zu verbessern.

    In Indien fördert der IH die Integration von behinderten Kindern aus armen Familien durch die Ermöglichung des gemeinsamen Schulbesuchs mit nicht-behinderten Kindern. Außerdem erhalten die behinderten Kinder ständig medizinische Betreuung durch Fachärzte in dafür eigens eingerichteten Rehabilitationszentren.

    Zentral- und Süd-Pazifik:
    „Awareness-creation“ [Bewußtmachung] der Folgen des Klimawandels und den dadurch verursachten Anstieg des Meeresspiegels für die in ihrer Existenz bedrohten Inselstaaten im Pazifik, wie Tuvalu, Nauru und Kiribati, mittels Sensibilisierungsmaßnahmen bei wichtigen Entscheidungsträgern im Europa-Parlament durch das International Liaison Office des IH in Brüssel (Belgien).

    Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa:
  • Aktive Armenhilfe, sowie Sofort- und Nothilfeprogramme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinderund Altenhilfe in Moldawien, Georgien und Rumänien durch Versendung von Hilfsgütern.

  • Die Entwicklung von Methoden für das Virus-Monitoring im Trinkwasser als Präventiv-Maßnahme zur Verhinderung von Epidemien und Ansteckungskrankheiten, die durch das Trinkwasser verbreitet werden. (Projektvorschläge für Staaten im Balkan, Afrika und Südpazifik.)

  • Gesamtsumme: EURO 1.228.625,--

    Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

    Liebe IH-Freunde,

    für den Internationalen Hilfsfonds gilt Transparenz seinen Spendern gegenüber stets als oberstes Gebot. Diesem Anspruch wird unser Hilfswerk im laufenden Jahr mit seinen monatlichen Projekt- Berichten in den IH-Nachrichten gerecht. Zudem geben zusammenfassende Übersichten Aufschluß über die Verwendung der IH-Spendenmittel des jeweils vergangenen Jahres, und zwar jeden Januar und Dezember. Auf diese Weise informiert unser Hilfswerk alle an seiner Arbeit Interessierten über die wichtigsten Aktivitäten in den jeweiligen Hilfsempfänger-Ländern.

    VERWENDUNG DER SPENDENMITTEL:

    Wie in all den Jahren zuvor, so hat der Internationale Hilfsfonds für das Berichtsjahr 2016 wieder von der vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), das uneingeschränkte Testat unabhängiger Wirtschaftsprüfer erhalten (s. nebenstehend). Die Prüfung umfaßt die Beurteilung angewandter Grundsätze ordnungsgemäßer Rechnungslegung, sowie einer korrekten Buchführung.

    Der IH brachte im letzten Jahr 86% seiner Spendenmittel in die Projekte ein. Mit diesem Ergebnis nimmt unser Hilfswerk im Vergleich zu anderen Hilfsorganisationen einen hervorratenden Rang ein. Auch im letzten Jahr haben wir, wie schon die Jahre zuvor, unser Ziel erreicht, die Verwaltungskosten auf niedrigstem Niveau, d.h. bei 6 %, zu halten.

    Dasselbe gilt für die Mittelbeschaffungskosten, welche lediglich bei 6% liegen. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil der Internationale Hilfsfonds e.V. – im Gegensatz zu allen deutschen Hilfsorganisationen vergleichbarer Größe, die ausnahmslos beträchtliche Spendenbeträge für Reklame ausgeben – seit mehr als 19 Jahren kein Geld für Werbung eingesetzt hat! Aus dieser Tatsache erklärt sich der geringe Kostenaufwand im Verhältnis zu der von unserem Hilfswerk erbrachten Leistung.

    Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Information verzeichnen wir einen Aufwand von nur 2%. Dies verdeutlicht, daß der Internationale Hilfsfonds im Rechnungsjahr 2016 sorgsam und verantwortungsbewußt mit den ihm anvertrauten Spendenmitteln umgegangen ist. Somit bleiben wir unserem Grundsatz treu, daß die Verpflichtung gegenüber den Hilfsbedürftigen stets Priorität haben muß. Mit dieser Auffassung geht die überwiegende Mehrheit unserer Spender konform, worin sicherlich auch das Vertrauen begründet sein dürfte, das sich der Internationale Hilfsfonds bei seinen Gönnern erworben hat.

    Bis auf einen verhältnismäßig geringen Teil, kommen die Spenden des IH fast ausschließlich aus privater Hand, was dem IH zu einer nicht alltäglichen Unabhängigkeit verhilft, die sich gerade in den von Krisen gezeichneten Zeiten als vorteilhaft erweist. Dies gestattet dem Internationalen Hilfsfonds, eine politisch neutrale Position einzunehmen, was sich positiv auf die Projektauswahl auswirkt und es dem IH erlaubt, beim Einsatz seiner Spendenmittel der Effizienz in der Projektarbeit höchste Priorität einzuräumen. Diese positiven Voraussetzungen versetzen den Internationalen Hilfsfonds in die Lage, die ihm anvertrauten Spenden – frei von politischen Zwängen – direkt für Hilfsprojekte zugunsten Bedürftiger im Ausland einzusetzen.

    HILFSPROJEKTE DES IH:

    Der besseren Übersicht ist es dienlich, darauf hinzuweisen, daß die IH- Sofortund Nothilfe-Programme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinder- und Altenheime in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion von 1991 bis Ende 2016 ein Volumen von 8142 Tonnen erreicht und inzwischen die Wertgrenze von 48,4 Mio. Euro überschritten hat. Diese Leistung hat der IH ohne jegliche staatliche Zuschüsse erbracht.

    Für die Spender sind folgende Fragen vorrangig: „Kommt meine Spende an? Erreicht die Hilfe die Waisenkinder, die Bedürftigen, die Kranken, Armen, Notleidenden und Benachteiligten?“ Ausgerechnet zu diesen, für die Spender interessantesten Fragen, werden in Deutschland erstaunlicherweise von keiner Auskunftstelle zuverlässige Informationen angeboten. Seriöse Informationen über die Effizienz der Leistungen von Hilfsorganisationen sind im deutschen Spendenmarkt befremdlicherweise nicht verfügbar.

    Das dürfte wohl damit zusammenhängen, daß staatliche, bzw. internationale Organisationen, wie z. B. der UNO und die Europäischen Kommission, Effizienzkontrollen in der von ihnen erbrachten Entwicklungshilfe scheuen. Sowohl die skandalös unterversorgten Flüchtlingslager, welche, Krebsgeschwüren gleich entstehen, als Folge militärischer Interventionen in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Sudan, etc. geben beschämendes Zeugnis über die Ineffizienz sogenannter „internationaler Hilfsaktionen“ – und dies trotz vorhandener Dollar- und Euro- Milliarden… Noch erschreckender muß die Tatsache anmuten, wenn in Afrika Millionen von Menschen dem Hungertod ausgesetzt sind, obwohl man aus ähnlichen Katastrophen in der Vergangenheit längst die notwendigen Lehren hätte ziehen müssen. Anstelle den wahren Ursachen auf den Grund zu gehen, werden jedoch Fehler-erhellende Informationen geheimgehalten oder sogar vertuscht, was dringend erforderliche Reformbemühungen behindert und die daraus erhofften Problemlösungen unnötig erschwert. Zu dieser Thematik hat jüngst erst die Nachrichtenagentur AP (The Associated Press) aus einem internen Dossier der WHO (Welt Gesundheits-Organisation) Fakten vermittelt, die ein bezeichnendes Bild auf das Mißverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Einsatz der Budgetmittel wiedergibt: So hat die WHO im Jahre lediglich 61 Mio. US $ für den Kampf gegen Malaria und 71 Mio. US $ gegen Hepatitis und AIDS aufgebracht, jedoch insgesamt 200 Mio. US $ für Reiseaufwendungen ausgegeben!
    Georgien: Eine der für Batumi typischen Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge aus Ossetien. Georgien: Die Familie Sozaschwili ist vor 20 Jahren wegen der Kriegswirren in Abchasien nach Georgien geflohen. Seitdem wird sie von den Behörden von einer verfallenen Ruine zur nächsten geschoben, ohne daß ihr je eine zumutbare Bleibe offeriert worden wäre. Stattdessen muß die Mutter Lia samt ihren drei Kindern mit dieser Behausung vorlieb nehmen, während ihr erkrankter Mann im Hospital behandelt wird. Die Familie muß mit monatlich ca. 98 Euro auskommen und sich täglich in der Armenküche versorgen, sodaß die Hilfe des IH stets willkommen ist. Flüchtlinge zählen seit Jahren zu unseren Empfängern humanitärer Hilfe in Georgien.
    Georgien: Eine der für Batumi typischen Unterkünfte für Kriegsflüchtlinge
    aus Ossetien.
    Der IH hat seit 1991 mit seiner Armen- und Nothilfe Hilfsgüter im Volumen von über 8.100 Tonnen und einen Wert von über 48,4 Mio. Euro in die Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa verbracht. Diese Art der Hilfe könnte auf breiter Basis seitens der wirtschaftlich stärkeren EU-Staaten in die ärmsten EU-Staaten und Länder des Balkans vorgenommen werden, um so, wie der IH dies tut, einen konkreten Beitrag gegen den zunehmenden Strom der Armutsflüchtlinge zu leisten.

    Moldawien: In den armen, kleinen Dörfern auf dem Lande sind insbesondere die dort verbliebenen Alten völlig auf sich allein gestellt. Sie müssen sich selbst versorgen und mit den kargen Erträgen auskommen, die sie aus ihrem Eigenanbau ernten. Da sie über keine Einkünfte verfügen, wird jede Hilfe des IH mit großer Dankbarkeit aufgenommen.
    Moldawien: Sergey Trebish, der Leiter unserer Partner-Organisation ,,Orheiul Vechi”, kümmert sich hauptsächlich um Behinderte. Die 18jährigen Zwillingsbrüder Niku und Gicu Koku haben beide Rollstühle des IH erhalten, desgleichen Kleidung und Nahrungsmittel. Die Mutter, welche nur 40 Euro insgesamt an Sozialhilfe pro Monat erhält, ist sehr erleichtert darüber, daß ihre beiden Söhne, die an zerebraler Paralyse leiden, nun in der Lage sind, die Sonderschule zu besuchen.
    Rumänien: Der Internationale Hilfsfonds sieht in der Armenhilfe seine wichtigste Aufgabe in Rumänien und trägt damit im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms bei.
    Angesichts dieser Problematik gewinnt die Transparenz im Spendenwesen noch mehr an Bedeutung. Und deshalb trennt sich hier im Wettbewerb der Hilfsorganisationen die Spreu vom Weizen: Der Internationale Hilfsfonds kommt in den IH-Nachrichten mit monatlich publizierten Projektberichten, wie bereits eingangs erwähnt, seiner Trans- parenz-Verpflichtung nach und erfüllt damit die Erwartungen seiner Spender, über den Einsatz der ihm anvertrauten Spenden regelmäßig und detailliert gewissenhaft zu berichten. Für jeden Spender ist es dabei wichtig zu wissen: In den jeweiligen Hilfsempfängerländern kümmern sich seit Anbeginn unserer internationalen human- itären Arbeit im Jahre 1990 einheimische Mitarbeiter persönlich darum, daß die Hilfe aus Deutschland bei den Bedürftigen sicher ankommt. Dies gilt ebenfalls für fernab Europas liegende Hilfsempfängerländer.

    Im Jahre 2016 war Georgien wiederum Hauptempfängerland der IH-Armenhilfe, da dort viele Menschen unterhalb des Existenzminimums leben müssen. Deren unverhältnismäßig grosse Zahl hat sich seit der Entlassung des Landes in die Unabhängigkeit ständig erhöht. Die militärischen Konflikte um Südossetien und Abchasien haben gewaltige Flüchtlings- bewegungen ausgelöst, welche zu einem erheblichen Anwachsen der Randgruppen sozial Benachteiligter in Georgien bei- getragen hat. Letztere gehören deshalb seit Jahren zu den Zielgruppen derer, die aus Deutschland Hilfsgüter zur Linderung ihrer Not erhalten. Insgesamt bezifferte sich die Unterstützung des IH für Georgien seit 1991 bis 2016 auf einen Gesamtwert von 12.322.060,-- Euro, bei einem Volumen von ca. 1853 Tonnen von Hilfsgütern, die bislang zur Verteilung kamen.

    In Rumänien konzentrierte sich der IH mit seinen Hilfsmaßnahmen – nicht zuletzt auch im Interesse der Nachhaltigkeit – auf die verarmten Kleinstädte und Dörfer in der Region Transsylvanien. Dort herrscht der höchste Grad an Arbeitslosigkeit in Rumänien, da in diesen Bergbaugebieten mit ihren Kohlengruben schon vor Jahren der Betrieb eingestellt wurde. Seitdem grassiert bittere Not unter den Bergleuten, die in ihrer Region keine Arbeit mehr finden. Die Hilfe des IH erreichte bis 31.12.2016 in Rumänien den Wert von 4.880.116,-- Euro bei einem Volumen von 1035 Tonnen. Sie war im letzten Jahr speziell auf diese Zielgruppe, inklusive der Roma- Minderheiten der Region, ausgerichtet.

    Der Internationale Hilfsfonds hat sich letztes Jahr erneut Moldawien zugewandt, das aufgrund seiner konfliktgeladenen politischen Situation in den letzten Jahren in immer größere Wirtschaftsnot geraten ist, was im internationalen Vergleich zu einem traurigen Höchststand der Armut des Landes breiter Bevölkerungsschichten geführt hat. Nachdem der IH bereits Mitte der 90er Jahre Benachteiligten in Moldawien mit seiner Armen- und Nothilfe Beistand leistete, konnten wir 2016 Hilfsgüter im Wert von 69.602,-- Euro und einem Gewicht von 5292 kg für die Ärmsten der Region bereitstellen. Damit erreichen unsere Hilfsleistungen für Moldawien insgesamt 688.440,-- Euro, bei einem Volumen von 145 Tonnen.

    Dank großzügiger Unterstützung deutscher Paten-Eltern ist es dem Internationalen Hilfsfonds vergönnt, auf den Philippinen, in Kooperation mit der dort ansässigen Hilfsorganisation „Haligi NG Bata“, ein Hilfsprojekt für Kinder aus den Slums Manilas aufrecht zu erhalten. Es bietet Kindern aus ärmsten Familienverhältnissen die Möglichkeit des regelmäßigen Schulbesuchs. Außerdem wird für eine kontinuierliche medizinische und zahnärztliche Betreuung, sowohl der Kinder, wie ihrer Familienangehörigen, gesorgt.

    Philippinen: Die Schulkinder können sich mit ihren Eltern Medikamente und Multivitamine bei den lokalen Hilfsstationen abholen.
    Philippinen: Die IH-Patenkinder kommen stets in den Genuß medizinische Betreuung, zu der auch die Zahnkontrolle gehört. werden.
    In Indien unterstützt der IH mit einem weiteren Patenschaftsprojekt eine wertvolle Selbsthilfe-Initiative von Frau Dr. Uma Tuli. Auf Initiative der im Jahre 1981 von ihr ins Leben gerufenen Stiftung „Amar Jyoti“ wurden Schulen und Ausbildungsstätten für Behinderte in Neu-Delhi und Gwalior konzipiert. So entstanden Einrichtungen, die in Indien Modellcharakter besitzen und außerdem eigene Rehabilitationszentren umfassen, in denen Behinderte kontinuierliche medizinische Behandlung erfahren. Wenn die Zahl der Invaliden, die von diesen Einrichtungen profitieren, stark anstieg, beweist dies eindrucksvoll, daß das zugrunde gelegte Konzept für die Sozialfürsorgearbeit von Frau Dr. Uma Tuli realitäts- und bedarfsnah ausgerichtet ist. Deshalb unterstützt der IH dieses Projekt seit mehr als 20 Jahren. Die darin zum Ausdruck kommende Kontinuität ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung der Behinderten- Arbeit.

    Das Zusammenführen behinderter mit nicht-behinderten Schulkindern ist eine ebenso simple, wie erfolgreiche Formel, um der in Indien traditionell auf Trennung ausgerichteten Schulform eine konstruktive Alternative gegenüberzustellen. Diese Konzeption hat spürbar dazu beigetragen, hartnäckig fortbestehende Vorurteile gegenüber Behinderten abzubauen und der daraus resultierenden langwährenden Diskriminierung in Indien erfolgreich entgegenzuwirken. So wurden in diesem an sozialen Gegensätzen so reichen Land die von Dr. Uma Tuli errichteten Amar Jyoti-Schulen beispielgebend für die erfolgreiche Integration behinderter Kinder in die Welt der Nichtbehinderten: Letzteren wird durch ihren intensiven Kontakt zu Behinderten die Chance gegeben, durch täglich praktizierte Toleranz die in der Gesellschaft immer noch vorhandene Nichtbeachtung unschuldig Benachteiligter zu überwinden und im täglichen persönlichen Umgang mit der Behinderung ihrer Schulkameraden zu lernen, was Gleichberechtigung tatsächlich ausmacht.

    Kiribati: Diese Aufnahme macht die Verwundbarkeit der Korallenküsten durch die gefährliche Nähe des Meeres deutlich.
    Zimbabwe: Wichtig ist, daß auch Kinder im Vorschulalter mit entsprechender Hingabe bereits an die später folgende Schulausbildung herangeführt werden.
    Garikai Gari, der früher selbst ein IH-Patenkind war, ist von den Leistungen seiner Schülerin sehr angetan!
    Als weitere Betätigungsfelder des IH sind Wissenschafts- sowie Technologie- und Wissens-Transfer zu erwähnen. Das International Liaison Office des IH in Brüssel bemüht sich, auf dem Gebiet der angewandten Forschung neuen, alternativen wissenschaftlichen Methoden zum Durchbruch zu verhelfen. Die Umsetzung solcher Programme könnte konkret Benachteiligten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Ost-Europa, sowie Entwicklungsländern zugute kommen, was der IH bereits vor Jahren in verschiedenen Projekten auf verschiedenen Gebieten demonstriert hat, so u.a. der im Gesundheitswesens, der Erosions- und Wüstenbekämpfung und Ökologie. Da die Finanzmittel in diesen Staaten alles andere als großzügig bemessen sind, ist es erfahrungsgemäß ein langwieriges Unterfangen, die zuständigen Stellen zu einem Engagement zu bewegen. Kooperationen auf dem Gebiet der Präventiv-Medizin können einen konstruktiven Beitrag dazu leisten, die Qualität der staatlichen Fürsorge verbessern zu helfen, und gleichzeitig zur Kostenminderung beitragen.

    Die Anwendung neuer Methoden wäre in vielen Entwicklungsländern u.a. für das Virus-Monitoring realisierbar, was zur Eindämmung von Epidemien und Ansteckungskrankheiten aus dem Trinkwasser beitragen könnte. Der IH verfolgt dabei das Ziel, die Trinkwasserversorgung dem internationalen Standard qualitativ anzugleichen, um dadurch gleichzeitig die beklagenswerten Hygieneverhältnisse ärmster Bevölkerungsschichten zu verbessern. Die Umsetzung solcher Projekte ist jedoch des öfteren mit Schwierigkeiten verbunden, da es gilt, in den Entwicklungsländern Vorurteile unter Regierungsmitgliedern abzubauen. Nicht selten bedarf es langwieriger Überzeugungsarbeit, bis schließlich solche Projekte zum Tragen kommen. Da es um die Trinkwasserqualität in den Inselstaaten des Pazifik, wie Tuvalu, Kiribati und Nauru nachweislich nicht zum Besten bestellt ist, verdienen diese Länder unsere besondere Aufmerksamkeit, dies umsomehr, als sich die Problemlage in der Trinkwasserversorgung in dieser Region aufgrund des sich extrem auswirkenden Klimawandels in dieser Region verschärft hat: Die Trinkwasserknappheit war so einschneidend, daß aufgrund des monatelang ausbleibenden Regens z.B. die Bevölkerung Tuvalus im letzten Jahr mit Trinkwasser aus Australien per Schiff versorgt werden mußte.

    In vielen Entwicklungsländern besteht die Notwendigkeit, die Diagnostik von Krankheiten, die auf Parasiten zurückgehen, zu verbessern. Hierzu bedarf es allerdings dringend der Qualitätsverbesserung im Bereich der Labortechnik, um damit die Treffsicherheit der Diagnose zur besseren Erkennung von Krankheiten zu erhöhen. Aber in den Nachfolgestaaten der UdSSR besteht hier großer Nachholbedarf. Deshalb ist der IH bemüht, u.a. mit Projekten der medizinischen Ausbildung, speziell auf dem Gebiet der Laboranalyse und Labortechnik, zu mehr Treffsicherheit in der Medizindiagnostik beizutragen.

    Aber auch in den Ländern des Balkans sind auf diesem Gebiet große Defizite feststellbar. Am dringlichsten erscheint der Bedarf im Kosovo, um nur ein Beispiel herauszugreifen. Die Unterstützung des IH für dieses Land, das in Pressemeldungen als „Armenhaus Europas“ bezeichnet wird, konzentriert sich schon seit geraumer Zeit auf die Armenhilfe, wobei das Engagement des IH und inzwischen bereits einen Gesamtwert von 822.327,-- Euro, bei einem Volumen von 86 Tonnen erreicht hat. Es wäre somit naheliegend, das Hilfsangebot auf den Bereich des Technologietransfers auszudehnen. Leider haben die nach wie vor anhaltenden politischen Irritationen unsere dahingehenden Initiativen verhindert, sodaß wir uns weiterhin in Geduld üben müssen…

    In der Region Chikombedzi, im Süden Zimbabwes, beweist der IH mit seinen Projekten, daß sogar in den stark erosionsgeschädigten Trockengebieten und Halbwüsten nachhaltige Entwicklung möglich ist. In gemeinsamer Arbeit, unter Miteinbeziehung der in großer Armut lebenden Bauern, wurden in den vergangenen Jahren unter schwierigsten Bedingungen mehr als 3000 Bäume gepflanzt; darunter ein großer Anteil neuer, zuvor nie anzutreffender Sorten von Obstbäumen, sowie außerdem – was ein Novum darstellt – auch von Olivenbäumen, welche in dieser Region bislang völlig unbekannt waren. Der IH leistete hier wichtige Pionierarbeit und bediente sich dabei alternativer Anpflanzungsmethoden, die schon zuvor in Öko-Projekten des IH in extrem regenarmen Zonen, wie u.a. der Inneren Mongolei (Volksrepublik China), in Kirgistan und in Tadschikistan, sowie im niederschlagsarmen Zypern, ebenso wie in Andenausläufern Argentiniens, vielversprechende Resultate gezeitigt haben.

    Mit dem Anpflanzen vom Bäumen kann – wie der IH in der Region Chikombedzi eindrucksvoll demonstriert hat – die Selbstversorgung der armen Bauern nachhaltig verbessert werden. Das wiederum läßt erkennen, wie nutzbringend Hilfe zur Selbsthilfe für die daran aktiv beteiligten Bauern sein kann. Der dabei gleichzeitig vermittelte Wissenstransfer vermittelt den Bauern die Grundlage dafür, später ohne fremde Hilfe Obstbäume in stark erosionsgefährdeten Zonen selbst zu pflanzen, um ihr mageres Einkommen zu verbessern. So kann der aggressiv voranschreitenden Erosion niederschlagsarmer Halbwüstengebiete entgegengewirkt werden.

    Zimbabwe: Schon sehr früh werden die Kinder an Umweltprobleme herangeführt, wozu die Schulgärten ein ideales Betätigungsfeld abgeben.
    Das IH-Patenschafts- und Schulförderungsprojekt in der Region Chikombedzi umfaßt, wie oben beschrieben, Maßnahmen zur Eindämmung fortschreitender Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen und Errichtung von Bewässerungsanlagen. Außerdem wurden Dämme zum Schutz gegen Hochwasser errichtet und eine funktionierende Trinkwasserversorgung in den isoliert gelegenen ruralen Gebieten geschaffen. Durch Hilfsgüter-Transporte aus Deutschland tragen wir zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs bei. Hinzu kommt die Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.

    Der Internationale Hilfsfonds hat mit seinem Fürsorgeprojekt (Hoffnung) das allererste Sozialfürsorge- Zentrum für Aids-Waisen in Zimbabwe geschaffen und jährlich weiter ausgebaut. In der Region Chikombedzi haben wir auf beispielhafte Art die „Lirhanzo“Versorgung von AIDS-Waisen sichergestellt. Dieses Konzept dient der Regierung sogar als Pilotprojekt und gilt als beispielgebend für andere Regionen des Landes, was unser Hilfswerk als besondere Auszeichnung seines humanitären Engagements betrachten darf. Außerdem sorgt der IH mit seinen Hilfsgütersendungen aus Deutschland für die kontinuierliche Unterstützung des Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi, das mit medizinischen Hilfsmitteln des täglichen Bedarfs, bis hin zu medizinisch-technischen Geräten, versorgt wird. Diese Hilfe erleichtert die ärztliche Versorgung, sowie die medizinischen Reihenuntersuchungen der im Rahmen des Schulförderungs- und Patenschaftsprojekts vom IH unterstützten Schulkinder und Lehrer.

    Um den Spendern, wie auch der an der Arbeit des Internationalen Hilfsfonds interessierten Öffentlichkeit eine zusammenfassende Übersicht zu ermöglichen, ist auf Seite 2 der gesamte Fächer der vom Internationalen Hilfsfonds geleisteten humanitären Hilfe in einer Gesamtübersicht dargestellt.

    Für Ihre großzügige, wertvolle Unterstützung und Treue, mit der Sie es uns ermöglichen, fernab von Deutschland, den Ärmsten wirksam zu helfen, darf ich mich bei Ihnen, werte IH-Gönner, im Namen des Vorstands sehr herzlich bedanken.

    Ihr
    Prof. Dr. Karl H. Koch
    Vorsitzender
    Internationaler Hilfsfonds e.V.


    „El Niño“ und der Klimawandel haben im Jahre 2016 in weiten Gebieten Afrikas eine Rekord-Dürre hervorgerufen, sodaß in Zimbabwe der Katastrophen-Notstand für die ländlichen Gebiete ausgerufen wurde.