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Nr. 01 Januar 2017





Resümee über die IH-Armen- und Nothilfe in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR im Jahre 2016

Wertvolle IH-Armen- und Nothilfe für Osteuropa und die UdSSR-Nachfolgestaaten!

Resümee über die Armen- und Nothilfe des IH in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR im Jahre 2016

Liebe IH-Freunde, 


In der Dezember-Ausgabe der IH-Nachrichten hatten wir für Sie, wie stets zum Jahreswechsel, eine Zusammenfassung über die durchgeführte Arbeit des Internationalen Hilfsfonds e.V. in den Entwicklungsländern aufbereitet, sodaß wir Ihnen anläßlich des Übertritts ins neue Jahr die Aktivitäten unseres Hilfswerks in den weiteren, noch verbleibenden Projektländern präsentieren dürfen. Somit steht die Armen- und Nothilfe des IH in Ost-Europa und den Nachfolgestaaten der UdSSR aus dem Jahr 2016 im Mittelpunkt der hier folgenden Zusammenfassung.

Moldawien: Sergey Trebish, der Leiter unserer Partner-Organisation ,,Orheiul Vechi”, kümmert sich hauptsächlich um Behinderte. Die 18jährigen Zwillingsbrüder Niku und Gicu Koku haben beide Rollstühle des IH erhalten, desgleichen Kleidung und Nahrungsmittel. Die Mutter, welche nur 40 Euro insgesamt an Sozialhilfe pro Monat erhält, ist sehr erleichtert darüber, daß ihre beiden Söhne, die an zerebraler Paralyse leiden, nun in der Lage sind, die Sonderschule zu besuchen.
DIE ARMEN- UND NOTHILFE DES IH FÜR OSTEUROPA UND DIE NACHFOLGESTAATEN DER UDSSR ÜBERSTEIGT DEN WERT VON 48 MIO. EURO!

Der Internationale Hilfsfonds leistet seit dem Zusammenbruch der Sowjet-Union im Jahre 1991, kontinuierliche Armen- und Nothilfe für Bedürftige in den Nachfolgestaaten und Osteuropa. In Weißrußland und der Ukraine war unsere Fürsorge dabei hauptsächlich auf Tschernobyl-Opfer ausgerichtet. Deren medizinische Versorgung zu verbessern, war eines der Ziele des UNESCO CHERNOBYL PROGRAMME, in welchem der IH, in enger Kooperation als Partner der UNESCO, bei der Umsetzung von Hilfsprojekten mitgewirkt und sich dabei große Verdienste erworben hat. Gleiches gilt für die umfangreichen Hilfsmaßnahmen, die der Internationale Hilfsfonds als erste europäische Organisation bereits Anfang der 90er Jahre für Atombombentest- Opfer Kasachstans einleitete. Die Regionen von Semipalatinsk und Karaganda gehören zu den am intensivsten radioaktiv verseuchten Gebieten der Erde, da in diesem „Polygon“ in einem Zeitraum von 40 Jahren mehr als 500 Atombombentests der Sowjetarmee stattfanden, was folgenschwere Auswirkungen auf Menschen, Tiere und deren Umwelt verursachte.

Der IH hat sich im Osten, bis hin in die abgelegenen Staaten Zentralasiens, stets auch denjenigen, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein fristen, zugewandt. Hierzu zählen vor allem Benachteiligte, wie Waisenkinder, körperlich und geistig Behinderte; sowie die Obdachlosen und speziell die im Osten von der staatlichen Sozialbetreuung ausgegrenzten Alten. Da diese Vernachlässigten hoffnungslos unterversorgt sind und von ihren eigenen staatlichen Stellen keine Besserung ihrer prekären Lage erwarten können, verbleibt für sie Hilfe aus dem Ausland als einzige Hoffnung.

Seit dem Start unserer Aktivitäten im Jahre 1991 belief sich der Wert unserer Hilfeleistungen bis Anfang Dezember 2016 auf über 48,4 Millionen Euro, bei einem Transportvolumen von über 8140 Tonnen. Die Palette der in diesem Zeitraum vom IH erfolgreich realisierten Hilfsmaßnahmen umfaßt Projekte der Ärzteausbildung, des Technologietransfers im medizinischen Bereich, sowie der Förderung von Kooperationen auf dem Gebiet der angewandten Wissenschaften zwischen Institutionen und Universitäten der EU-Länder und Ost-Europa, sowie der Nachfolgestaaten der UdSSR. So wurden zahlreiche Kinder aus armen Verhältnissen u.a. in Kirgistan, Tadjikistan, Rußland, der Ukraine und Georgien vom IH-Ärzteteam operiert und medizinisch behandelt.

Moldawien wird allgemein als das Armenhaus Europas bezeichnet. Besonders ausgeprägt ist die Rückständigkeit auf dem Lande. Dort freuen sich die Kinder ganz besonders über Spielzeug und Süßigkeiten aus Deutschland. Auf beides müssen sie das ganze Jahr hindurch verzichten.
Aus der nebenstehenden statistischen Auflistung wird verdeutlicht, daß die Armen- und Nothilfe den größten Teil unter den vielschichtigen Bereichen humanitärer Projektarbeit des Internationalen Hilfsfonds ausmacht. Die hier wiedergegebene Statistik vermittelt Ihnen, werte IH-Gönner, einen umfassenden Überblick über die Zusammensetzung der in den verschiedenen Ländern geleisteten Hilfsmaßnahmen. Letztere spiegeln in ihrer Gliederung nach Empfängerländern und Hilfsgüterbereichen die Werte und die Volumina der insgesamt erbrachten Leistung wider. Für die Armen- und Nothilfe können wir erfreulicherweise für das Jahr 2016 erneut ein positives Ergebnis vermelden. Da als Gradmesser für den sorgfältigen Umgang mit Spendengeldern allgemein die Verwaltungskosten herangezogen werden, sei erwähnt, daß beim IH dieser Kostensatz im Jahre 2016 unter 6 % lag.

GROSSZÜGIGKEIT MITTLERER UND GROSSER UNTERNEHMEN!

Die vom Internationalen Hilfsfonds erbrachte Gesamtleistung basiert ausschließlich auf Privatspenden und kommt, wie bereits all die Jahre zuvor – im Gegensatz zu den größten deutschen Hilfsorganisationen – ohne staatliche Zuschüsse aus. Das hier präsentierte Ergebnis beruht somit gänzlich auf der Eigeninitiative der IH-Mitarbeiter. Unter der bewährten Leitung von Frau Julia Glaser wurde auch im Jahre 2016 das gesamte Hilfsgüteraufkommen des IH akquiriert und von Rosbach aus auf den Weg in die Empfängerländer verbracht.

Wir sind von den Inhabern mittelständischer Firmen beeindruckt, wie gebefreudig sie sich für Menschen in Not zeigen. Aber auch die großen Firmen in Deutschland lassen dem IH gegenüber ihre außergewöhnliche Großzügigkeit erkennen, wenn es um das Engagement in unseren Hilfsprojekten geht. Aus diesem beispielhaften Sozialverhalten spricht die Verbundenheit des deutschen Mittelstandes und der deutschen Industrie mit Notleidenden und Darbenden in Ländern fern der Bundesrepublik. Dieses, dem IH seit vielen Jahren entgegengebrachte Vertrauen erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit. Allen Gönnern, die dem IH im Jahre 2016 treu zur Seite standen, wollen wir gleich zu Jahresbeginn unsere Anerkennung, verbunden mit dem herzlichen Dank des Vorstands des Internationalen Hilfsfonds e.V., zuteil werden lassen.


Moldawien: Der Internationale Hilfsfonds unterstützt das Psychiatrische Krankenhaus der Kleinstadt Orhei mit Hospitalausstattung. Unser Photo zeigt Herrn Trebish bei der Übergabe von Desinfektionsmitteln, die sich das Krankenhaus aufgrund fehlender Finanzen nicht leisten kann.
Unser Dank gilt in gleichem Maße den zahlreichen Einzelspendern, deren persönlicher Beitrag für die Ärmsten große Bedeutung zukommt: Es ist die bescheiden im Hintergrund wirkende Großherzigkeit des Gebens vieler mitfühlender Bürger unseres Landes, die mit ihrer lobenswerten Zuwendung gegenüber Bedürftigen dazu beitragen, viel Sympathie für Deutschland im Ausland zu gewinnen und damit oft mehr für das Ansehen Deutschlands in der Welt tun, als so manche moralisch belehrend auftretende Politiker, die gerne im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen.

DIE NOTLAGE IM OSTEN EUROPAS DAUERT FORT!

Die Erwartung, daß sich mit dem Zusammenbruch der UdSSR im Jahre 1991 im Osten, für die Bevölkerung aus den niedrigen Einkommensschichten „automatisch“ eine Besserung einstellen würde, hat sich als herbe Illusion erwiesen. Wo eigentlich ein konstruktiver Neuanfang dringend erforderlich gewesen wäre – vor allem beim Aufbau eines neuen Versorgungs- und Gesundheitswesens – standen die Nachfolgestaaten der UdSSR vor schier unlösbaren Problemen, die bis in die Gegenwart hinein immer noch ihrer Bewältigung harren. Die in den meisten der unabhängig gewordenen Staaten praktizierte Politik der permanenten Unterversorgung der Krankenhäuser, Sozialeinrichtungen, inklusive der Altenheime, Waisenhäuser und der Einrichtungen für körperlich und geistig Behinderte, hat mehr und mehr dazu geführt, daß die Gesundheits- und Sozialfürsorge „kaputt-gespart“ wurde.

DIE KORRUPTION BEHINDERT DAS SOZIALWESEN!

In einer ganzen Reihe von Staaten im Osten gebricht es noch bis heute am Verantwortungsbewußtsein gegenüber ihren Behinderten, Waisen, Obdachlosen und schutzbedürftigen Alten, sowie den ebenfalls unterhalb des Existenzminimums lebenden zahlreichen Arbeitslosen. Die stetige Verknappung der finanziellen Ausstattung der staatlichen Sozialfürsorge hat solch gravierende Ausmaße angenommen, daß alle Jahre wieder, während der bitter kalten Wintermonate viele alte Menschen, geschwächt durch Unterernährung und Kälte, dem Tod ausgeliefert sind. Diese im Westen unglaublich anmutenden Vorkommnisse sind keine Seltenheit, sondern inzwischen leider zur bitteren Realität einer traurigen Alltäglichkeit geworden, deren Unmenschlichkeit für eine im Osten sich rücksichtslos gebärdende, korrupte Politikerklasse offenbar zur Routine gehört.

Die Verpflichtung zur Verantwortung und Hilfe all den Kranken und Schwachen gegenüber, wird dabei in menschenverachtender Manier als hinderlicher Ballast über Bord geworfen, unter dem Vorwand, daß „Menschlichkeit“ – vor allem die Verantwortung wehrlosen Mitmenschen gegenüber, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen – „sich nicht rechnet“, in einer Welt, in der nur noch die Pseudo- Wertgröße „Profitmaximierung“ Beachtung findet! Die Profitgier, die auch in der EU und anderen westlichen Staaten fast schon den Status eines Glaubensbekenntnisses erlangt hat, dient beschämenderweise den Herrschenden im Osten ebenfalls als Richtschnur.

Humane Werte und Mitleid mit den Leidenden und Schwachen werden allzuoft als überflüssige Sentimentalitäten belächelt. Die herrschende Politikerklasse verfolgt ganz andere, egoistische Ziele, wie zahlreiche Korruptionsfälle erkennen lassen... Die jahrelang betriebene hemmungslose Bereicherung durch Regierungsverantwortliche in den Nachfolgestaaten der UdSSR hat man im Westen zumeist widerspruchslos hingenommen.

Moldawien: In den armen, kleinen Dörfern auf dem Lande sind insbesondere die dort verbliebenen Alten völlig auf sich allein gestellt. Sie müssen sich selbst versorgen und mit den kargen Erträgen auskommen, die sie aus ihrem Eigenanbau ernten. Da sie über keine Einkünfte verfügen, wird jede Hilfe des IH mit großer Dankbarkeit aufgenommen.
ARMENHILFE DES IH FÜR GEORGIEN

Der den Alten monatlich ausgezahlte Rentensatz von umgerechnet 65 Euro verdeutlicht, daß Georgien von einer akzeptablen Minimalversorgung immer noch weit entfernt ist. Mehr als enttäuschend muß anmuten, wenn das Europa-Parlament die Europäische Kommission nicht einmal dazu anhält, die Verwendung der EU-Finanzmittel, welche kontinuierlich nach Georgien fließen, auf ihren Verwendungszweck hin seriös zu kontrollieren, was dann im Bereich der Sozialfürsorge schlimmste Auswirkungen hat.

So nimmt es nicht Wunder, wenn sich insbesondere die Behinderten in einer extrem prekären Problemlage sehen. Da sie in den allermeisten Fällen ohne Rollstühle auskommen müssen, sind sie dazu verdammt, den tristen Alltag in ihren beengten Behausungen zu verbringen, was für viele der ohnehin vom Schicksal schwer Geprüften praktisch einer Gefangenschaft gleichkommt. Da ihnen das ansonsten für alle Bürger selbstverständliche Recht auf Teilnahme am gesellschaftlichen Leben weitgehend versagt ist, stellt dies eine inakzeptable Verschärfung ihrer Diskriminierungssituation dar. Und deshalb bleibt es der Herzenswunsch all derer, die zur Immobilität innerhalb ihrer vier Wände verdammt sind. Nur der Besitz eines Rollstuhls kann die oftmals jahrelang herbeigesehnte Mobilität verschaffen, denn nur letztere ermöglicht die Erlösung aus der Isolation! Da dieses Dilemma in Georgien allerorten vorzufinden ist, bestand für unser Hilfswerk auch im Jahre 2016 Anlaß, sich diesen Bemitleidenswerten anzunehmen.

Hinzu kam für den IH, sich wiederum den unzähligen verarmten Menschen in der Abgeschiedenheit der Dörfer Georgiens zuzuwenden, die ebenfalls auf unsere Fürsorge angewiesen sind. Hilfsgüter des IH aus Deutschland, wie Lebensmittel, Rollstühle, Gehhilfen, bis hin zu Hospital- Spezialbetten für Langzeit-Patienten, sind für die Ärmsten der Armen unverzichtbar. Das galt aber ebenso für die Einrichtungen der Sozialfürsorge, bis hin zu den Krankenhäusern, um deren Ausstattung es nicht gerade zum Besten bestellt ist.

In seiner Eigenschaft als Präsident der Union der Wissenschaftler der Republik Georgien hat Herr Professor Dr. N. Nadirashvili vor mehr als 10 Jahren in Kooperation mit dem Internationalen Hilfsfonds e.V. ein Selbsthilfe-Projekt in der Kleinstadt Kareli ins Leben gerufen, um verarmten, in Regierungskreisen vergessenen und oftmals total vereinsamten, betagten Wissenschaftlern die Gelegenheit für einen kostenlosen Aufenthalt mit medizinischer Betreuung zu bieten. Alsbald wurde dieses ausschließlich aus privaten Spenden aus Georgien und Hilfsgütern des IH aus Deutschland bestrittene Sozialprogramm auch für Bedürftige aus anderen Berufsgruppen erweitert und stellt das einzige Projekt nicht-staatlicher Fürsorge dieser Art in Georgien dar. So hat sich dieses Selbsthilfe-Projekt inzwischen zu einem „Zentrum für Rehabilitation und Betreuung älterer Bedürftiger“ entwickelt. Der IH hat dieses Zentrum wo immer möglich mit qualitativ hochwertigen Hilfsgütern versorgt, um laufend zur Verbesserung in der Ausstattung beizutragen. Seit seiner Eröffnung wurde im Rehabilitationszentrum Kareli mehr als 1600 alten Menschen in Not Erholung zuteil, was aufgrund seiner Alleinstellung in Georgien als eine vorbildgebende Initiative gilt.

Der IH-Repräsentant in Georgien, Herr Prof. Dr. Nodar Nadirashvili, nimmt mit seinen Mitarbeitern selbst die Zoll-Abwicklung im Hafen von Batumi vor, wo die Hilfsgüter eingelagert werden und von dort alsbald in die Regionen Georgiens zur Verteilung gelangen. Zu den wichtigsten Zielgruppen gehörten, wie in den Jahren zuvor, wieder Kriegs-Flüchtlinge aus Abchasien und Ossetien. Im Jahr 2016 hatte Georgien unter allen Empfängerländern bei unseren zur Aussendung gekommenen Hilfsgütern den größten Zuwachs zu verzeichnen: Im Jahr 2015 lag der Wert der für dieses Land erbrachten Hilfsgüter noch bei 12.042.747,-- Euro bei einem Volumen von 1814 Tonnen; im Jahr 2016 stieg das IH-Hilfsgüteraufkommen auf über 12,3 Mio. Euro, bei einem Volumen von 1853 Tonnen. Daraus ergibt sich für die Nothilfe des IH für Georgien im letzten Jahr ein Zuwachs des Gesamtwerts von 279.313,-- Euro.

In Georgien stehen insbesondere die dort schmählich benachteiligten Behinderten im Mittelpunkt unserer Aktivitäten, wobei der Versorgung mit Rollstühlen große Bedeutung zukommt.
Der IH hat Kindern des Rehabilitationszentrums TANA in Batumi, die an zerebraler Paralyse leiden, auch mit Spezialfarben versorgt, sodaß sich der Malunterricht attraktiver gestaltet.
ENGAGEMENT FÜR JÜDISCHE MINDERHEITEN

Bereits seit dem Auseinanderbersten der Sowjetunion im Jahre 1991 engagiert sich der Internationale Hilfsfonds in humanitären Hilfsprojekten mit der Zielsetzung, die Integration jüdischer Minderheiten in den Nachfolgestaaten der UdSSR zu fördern. Diese Maßnahmen unseres Hilfswerks, die gemeinsam mit verschiedenen jüdischen Organisationen realisiert wurden, erstreckten sich bekanntlich auf Rußland, die Ukraine und die (damalige) Autonome Republik Krim. In Weißrußland unterstützt der IH schon seit geraumer Zeit vielversprechende Initiativen des East European Jewish Heritage Project unter Leitung von Herrn Franklin Swartz. Zusammen mit seiner Frau Galina widmet er sich mit seiner Hilfsorganisation Voluntas hingebungsvoll Kindern mit multiplen Lernstörungen.

Dieses bemerkenswerte Hilfsprojekt für schwerstlernbehinderte jüdische und weiß- russische Kinder verdient in ganz besonderem Maße unser Interesse. Das gemeinsame Ziel von Voluntas und dem IH ist es, dieser neuen pädagogischen Unterrichts- und Behandlungs- methode, die in Weißrußland schon in der Anfangsphase vielversprechende Ergebnisse gezeitigt hat, auch in anderen Nachfolgestaaten der UdSSR, sowie interessierten Entwicklungs- ländern, zum Durchbruch zu verhelfen.

Falls dies gelingt, könnten viele zumeist in psychiatrischen Anstalten von der Gesellschaft ferngehaltene, schwerstlernbehinderte Kinder und Erwachsene aus der Isolation befreit und als aktive Mitglieder in die Gesellschaft integriert werden, aus der sie wegen ihres zuvor nicht kurierbaren Handicaps ausgegrenzt waren. Dank neuer, alternativer pädagogischer Lehrund Lern-Methoden liegt es nun im Bereich des Möglichen, die zumeist erblich bedingten schweren psychischen und physischen Beein- trächtigungen zu überwinden. Für viele Ausgegrenzte, deren trauriges Los für ewig besiegelt schien, öffnen sich auf einmal zuvor nie für möglich gehaltene Chancen, aus der kostenintensiven „Zwangsfürsorge“ zu entrinnen, um einem selbstbestimmten Leben zugeführt zu werden.

Rumänien: Die Familie Berei hat vom IH nicht nur Kleidung und Nahrungsmittel erhalten, sondern zusätzlich auch Materialien aus Deutschland, welche für die Renovierung ihrer Wohnung dringend benötigt werden, aber aufgrund ihrer Armut für sie in Rumänien unerschwinglich sind.
HILFE FÜR TSCHERNOBYL-OPFER IN DER UKRAINE UND WEISSRUSSLAND

Die IH-Nothilfe für Weißrußland summiert sich auf über 8,8 Mio. Euro, bei einem Volumen von 1623 Tonnen. In der Ukraine, wo die humanitäre Hilfe des IH ins Jahr 1991 zurückreicht, kamen bislang Hilfsgüter in einem Gesamtumfang von ca. 1600 Tonnen zur Verteilung, sodaß sich der Gesamtwert unserer Hilfsgütersendungen für die Bedürftigen des Landes inzwischen auf insgesamt 9,83 Mio. Euro beziffert.

Sowohl in Belarus, wie in der Ukraine, bleiben Tschernobyl-Opfer für den IH eine wichtige Zielgruppe. IH-Repräsentant Prof. Dr. Youri Rodionov, der für die Verteilung der Hilfsgüter in beiden Ländern verantwortlich zeichnet, hat in seinen Ihnen bekannten Berichten hervorgehoben, wie nützlich sich unsere Unterstützung aus Deutschland erwiesen hat. Vor allem für die Krankenhäuser, Rehabilitationszentren und die Onkologischen Institute, wo sich Fachärzte und Pflegepersonal aufopferungsvoll um die unschuldig an den Folgen der Tschernobyl- Katastrophe Leidenden kümmern, waren unsere Hilfsgüter von unschätzbarem Nutzen. Da die Problematik der Tschernobyl- Opfer in den Folgegenerationen weiterhin fortbestehen wird, sollte diesen bedauernswerten Menschen auch künftig unsere Hilfe aus Deutschland zuteil werden, was nicht allein von den Betroffenen als positives Zeichen der Solidarität erachtet würde.

HILFE FÜR DIE ÄRMSTEN IM KOSOVO!

Es darf daran erinnert werden, daß der IH im Serbien-Konflikt schon zu Beginn der Kriegshandlungen im Mai 1999 – als erste Hilfsorganisation der EU überhaupt – trotz anhaltenden Bombardements begann, Nothilfe für den Kosovo zu leisten! Der Wert der Hilfsgütersendungen des IH für die Ärmsten im Kosovo hat inzwischen insgesamt 822.327,-- Euro erreicht, bei einem Transportvolumen von 86 Tonnen. Da die Hilfe aus dem Ausland zumeist in die Städte des Kosovo fließt, kamen die letzten Hilfsgütersendungen des IH in den vergessenen Landregionen zur Verteilung.

Im Gegensatz zu EU-Politikern, welche seit Jahren wiederholten bei ihren Ankündigungen, man müsse mehr in den Herkunftsländern der Flüchtlinge gegen die dort herrschende Armut tun, belassen, gibt der IH – wie andere Hilfsorganisationen aus der Europäischen Union – im Rahmen seiner vergleichsweise bescheidenen Möglichkeiten ein Beispiel, wie konkrete Armenhilfe auch in diesem Land aussehen könnte, vorausgesetzt, der aufrichtige Wille dazu ist vorhanden. Für die Regierung der BRD stellt sich die Frage, ob die bislang seit Kriegsende jährlich für die Militärpräsenz von 4000 Soldaten der Bundeswehr in höchst fragwürdiger Weise eingesetzten Euro-Milliarden deutscher Staatsbürger nicht besser für Berufsausbildungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen investiert werden sollten. Denn es ist höchst zweifelhaft, ob dem Lande damit gedient ist, ausländische Truppen zu beherbergen.

Letztere lösen nämlich die Probleme des ärmsten Staates Europas nicht, solange dort bis zu 70 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung sich in die Armut verdrängt sehen. „Demokratiefördernd“ und „staatsbildend“ – um bei EU-Politfloskeln zu bleiben – ist dies sicherlich nicht…

Georgien: Aufgrund der Verarmung der Landbevölkerung sind viele Eltern gezwungen, im Ausland zu arbeiten. Die Kinder bleiben zurück und müssen sich glücklich schätzen, wenn sie bei den Großeltern unterkommen können.
RUMÄNIEN: KONTINUIERLICHE NOTHILFE FÜR DIE ÄRMSTEN TRANSSYLVANIENS!

Die humanitäre Hilfe des IH konzentrierte sich in Rumänien auch im Jahre 2016 auf die Region Transsylvanien, wo gravierende Armut überall verbreitet ist, da die seit der Stillegung der Kohleminen arbeitslos gewordenen Bergleute keine Beschäftigung mehr finden. Das Brachliegen der Minen hat eine deprimierende Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit hervorgerufen. Die in dieser Region vorherrschende Arbeitslosigkeit weist die höchste Rate in Rumänien auf. Seit die Minen stillgelegt wurden, grassiert in den Familien der Bergleute bittere Not. Deshalb war im letzten Jahr der Großteil der Hilfsgütersendungen des IH wieder auf ebendiese Zielgruppe ausgerichtet. Die in ärmsten Verhältnissen lebenden Roma-Minderheiten der Region wurden ebenfalls in unsere Fürsorgemaßnahmen miteinbezogen. Die Hilfstransporte verzeichneten 2016 einen Wertzuwachs von über 252.000,-- Euro. Damit erreichte die Nothilfe des IH für Rumänien bis zum Ende des letzten Jahres einen Gesamtwert von insgesamt 4.880.116,-- Euro, bei einem Volumen von 1035 Tonnen.

Dank Ihrer umfangreichen Unterstützung, werte IH-Gönner, war der Internationale Hilfsfonds e.V. im Jahre 2016 in der Lage, vielen Notleidenden im Osten Europas wirkungsvolle Hilfe zu ermöglichen. Für Ihre darin zum Ausdruck gebrachte Treue möchte ich Ihnen im Namen des Vorstands nochmals sehr herzlich danken und hoffe, daß Sie unserem Hilfswerk auch im Neuen Jahr Ihr Wohlwollen schenken, wenn wir uns wieder den Ausgegrenzten und den Vergessenen fernab von Deutschland, denen sonst kaum jemand Hilfe gewährt, in mitfühlender Fürsorge zuwenden.

Für das Neue Jahr möchte ich Ihnen viel Glück und beste Gesundheit wünschen!

Ihr

Prof. Dr. Karl H. Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.


In Georgien weist die Versorgung der Alten alarmierende Defizite auf, sodaß die Hilfe des IH aus Deutschland stets willkommen ist.
Rumänien: Der IH ist bemüht, auch die Krankenhäuser Transsylvaniens zu unterstützen, zumal es dort an vielem fehlt, was für die Versorgung der Patienten notwendig ist. Selbst die vom IH erhaltenen Gehhilfen sind Mangelware!