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Nr. 12 Dezember 2016





Resümee über die erfolgreiche Arbeit des IH im Jahre 2016.

ZIMBABWE:
Mit Freude am Lernen in eine hoffnungsfrohe Zukunft gehen!

Resümee über die erfolgreiche Arbeit des IH im Jahre 2016

Liebe IH-Freunde,


das an Ereignissen so reiche Jahr 2016, das sich nun seinem Ende zuneigt, bietet uns einen willkommenen Anlaß, Ihnen, werte IH-Spender, ein Resümee über die von unserem Hilfswerk geleistete Arbeit zu unterbreiten. Dieser selbst auferlegten Pflicht wollen wir, wie schon in den vorangegangenen Jahren, auch heuer wieder nachkommen.

Von einem seriösen Hilfswerk darf dennoch erwartet werden, daß selbst unter schwierigsten Voraussetzungen effiziente Arbeit geleistet wird. Dies ist dem Internationalen Hilfsfonds e.V. auch im politisch sehr bewegten Jahr 2016 wieder gelungen, sodaß wir an die positiven Ergebnisse der vorangegangenen Jahre anknüpfen konnten.

Im Namen des Vorstands darf ich Ihnen für Ihr Vertrauen, das Sie dem Internationalen Hilfsfonds e.V. entgegenbringen, herzlich danken. Denn es ist allein auf Ihre Großzügigkeit zurückzuführen, wenn es uns auch in den letzten 12 Monaten vergönnt war, konstruktive Projektarbeit zugunsten Notleidender im Ausland zu leisten. Ich stelle unseren Dank für Ihre Treue ganz bewußt in den Vordergrund, zumal es keine Selbstverständlichkeit darstellt, sich für Darbende und Benachteiligte in weit abgelegenen Ländern, fern der Heimat, zu engagieren.

Zimbabwe: Garikai Gari, der früher selbst ein IH-Patenkind war, ist von den Leistungen seiner Schüler sehr angetan!
Das Werkzeug aus Deutschland leistet bei der Errichtung neuer Schulgebäude wertvolle Dienste.
Schülerinnen der Alpha-Mpapa-Schule präsentieren sich stolz in ihren eleganten Hüten aus Deutschland!
NUR EFFIZIENZ FÜHRT ZUM ERFOLG!

Erfolgreich gestaltete humanitäre Hilfe entsteht nicht rein zufällig, sondern ist stets das Ergebnis einer konsequent umgesetzten Konzeption, die auf die bestmögliche Effizienz der zu erbringenden Hilfe ausgerichtet ist. Da in den Medien der Verwaltungs- kosten-Anteil gern als Argument für ökonomischen Finanzmitteleinsatz angeführt wird, wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, daß die Verwaltungskosten beim IH in diesem Jahr ca. 6 % ausmachen.

Die Wirksamkeit der realisierten Hilfe sollte eigentlich wichtigster Gradmesser nicht nur für die Arbeit gemeinnützig dienender Hilfsorganisationen sein, sondern ebenso für die staatliche Entwicklungshilfe jeder Geber-Nation. Dieses Kriterium müßte natürlich auch für die von der UNO und der Europäischen Union finanzierten internationalen Hilfsprogramme als oberstes Gebot gelten. Während die privaten Hilfs- organisationen die Verwendung der Spendenmittel gegenüber ihren Spendern genau zu erläutern haben, unterwirft sich die staatliche und internationale Entwicklungshilfe nicht einer solchen, längst überfälligen Disziplin.

FLÜCHTLINGSSTRÖME ALS FOLGE EINER VER- FEHLTEN KRIEGS- UND ENTWICKLUNGSPOLITK!

Die EU-Institutionen, deren Entwicklungshilfe seit Jahren nachweislich in korruptionsgefährdeten Bahnen abläuft, sehen sich einer Bilanz gegenüber, in der zwar unentwegt auf den Finanzmitteleinsatz hingewiesen wird, welcher allerdings, gemessen an seinem gewal- tigen Aufwand, bedeutend bessere Ergebnisse zeitigen müßte. Die EU-Entwicklungspolitik wird schon seit geraumer Zeit weder den Erwartungen der Hilfs- empfängerländer, noch den eigenen Ansprüchen gerecht. Die hilflosen Rettungsversuche, die unüber- sehbaren konzeptionellen Defizite in der Entwicklungs- hilfe mit exzessivem Geldaufwand auszugleichen, haben sich längst als eine teure Illusion erwiesen. Darüber kann auch der von Jahr zu Jahr steigende, exorbitante Kapitaleinsatz zur Armutsbekämpfung der EU in Afrika nicht hinwegtäuschen, zumal sich bislang die Zahl der Armen nicht verringert hat, sondern unaufhaltsam im Steigen begriffen ist.

Die in Afrika bislang für Entwicklungshilfe, mit dem Ziel der Armutsbekämpfung seitens der EU eingesetzte Kapitalhilfe worden sind, konnten nicht die erhoffte Verbesserung bewirken. Die Verantwortungslosigkeit, mit der in all den Jahren die mühselig von EU-Bürgern aufgebrachten Steuergelder in dieselben Staaten und deren von Korruption geprägten Machtstrukturen gepumpt werden, sind zumeist wirkungslos verpufft und haben in Afrika eine inzwischen weit verbreitete Hoffnungslosigkeit verstärkt. Sie hat merklich dazu beigetragen, daß sich in diesem krisengeschüttelten Kontinent unzählige Unzufriedene auf den riskanten Irrweg nach Europa begeben, um dort Aufnahme zu finden.

Die 214 Konfliktherde, welche gegenwärtig in 29 Ländern Afrikas gezählt werden, wirken sich dabei als gefährliche „Brandbeschleuniger“ aus. In den Kampfhandlungen sind, neben Guerillas, ebenfalls die unvermeidlichen Terroristen, aber auch Separatisten, sowie anarchistische Gruppierungen involviert. Im Nahen Osten wurden dieses Jahr in 7 Ländern 244 Konflikte gelistet, von denen der Irak, Syrien und der Jemen als die bedeutendsten gelten. Hinzu kommen im arabischen Raum die hart umkämpften Länder Afghanistan und Pakistan, in denen der politisch geprägte, radikalisierte Islam eine tragende Rolle spielt. Aus all diesen hier erwähnten Gebieten rekrutiert sich die Hauptzahl der Flüchtlinge, welche massenhaft in Europa stranden.

SEIT BEGINN DER 90ER JAHRE FÖRDERT DER IH SELBSTHILFE-PROJEKTE IN BEREICHEN DER GESUNDHEITSFÜRSORGE, ERROSIONSBEKÄMPFUNG, BEWÄSSERUNG UND TRINKWASSERVERSORGUNG IN ZIMBABWE!

In Zimbabwe hat sich in den letzten Jahren die Versorgungslage zusehends verschlechtert. Eine weite Gebiete des südlichen Afrikas umfassende Dürrekatastrophe hatte besonders in Zimbabwe verheerende Auswirkungen: Die fehlenden Niederschläge haben die Ernteerträge fast vollständig vernichtet, sodaß das Nutzvieh zu Hunderttausenden elendiglich zugrunde ging und Millionen von Landbewohnern auf die Nahrungsmittelhilfe aus dem Ausland angewiesen waren. Dies erklärt, warum die Hilfsgütersendungen des IH aus Deutschland in diesem Jahr noch mehr an Bedeutung gewonnen haben. Daran dürfte sich auch in absehbarer Zeit kaum etwas ändern, zumal der Import von Mangelprodukten aufgrund der fehlenden Devisen stark eingeschränkt ist und die ums politische Überleben ringende Regierung in Harare die Unterversorgung der Bevölkerung ohne fremde Hilfe ohnehin nicht beheben kann.

Die Schulen sind durch die vom IH entwickelten, gemeinsam realisierten Selbsthilfe-Programme schon vor einigen Jahren dazu übergegangen, eigene Schulgärten anzulegen, um so dem Gemüse- Mangel, der bei den meisten Schülern und Lehrern festzustellen war, zu einem gewissen Grad abzuhelfen. Dieses Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe hat sich, wie zu erkennen ist, aufgrund seiner Nachhaltigkeit als segensreich erwiesen. Dank seiner Hilfsgütersendungen aus Deutschland war der IH in der Lage, die in Kooperation mit den Schulen initiierten Selbsthilfeprojekte auch im Jahre 2016 fortzuführen und zu erweitern. Die Palette der Hilfsgüter ist weit gefächert und umfaßt u.a. einfach zu handhabende Wasserversorgungsanlagen, inklusive Bewässerungsschläuche, bis hin zu Gartengeräten, die für das Anpflanzen der Samen für Salat, Gurken, Tomaten, etc. von Nutzen sind. Dies erlaubt es den mittellosen Dorfschulen, ihre Gärten aus eigener Kraft effizienter zu bewirtschaften, um auf diese Weise zur Verbesserung der Selbstversorgung von Schülern und Lehrern beizutragen. Regelmäßig sendet der IH auch Werkzeuge, die es den Schulen erlauben, die Erhaltung und Instandsetzung ihrer Gebäude und Klassenzimmer in Eigeninitiative zu bewerkstelligen. Hochwertige Baumaterialien verschiedenster Art, inklusive Lacken und Farben, erleichtern die Renovierungsarbeiten spürbar.

Die Hilfe zur Selbsthilfe ist deshalb ein fester Bestandteil im Programm des Schulförderungsprojekts des IH in der Region Chikombedzi. Dazu gehört auch die regelmäßige Unterstützung des örtlichen Krankenhauses durch medizinische Geräte und Verbrauchsartikel, wie Verbandsmaterial und Einweghandschuhe aus Deutschland, um eine reibungslose medizinische Versorgung zu gewährleisten. So ausgestattet können die Ärzte auch die Kinder aus den Schulen regelmäßig untersuchen und versorgen, weil die Eltern der vom IH geförderten Kinder die Kosten für medizinische Leistungen nicht erbringen können.

„El Niño“ und der Klimawandel haben in weiten Gebieten Afrikas eine Rekord-Dürre hervorgerufen, sodaß in Zimbabwe der Katastrophen-Notstand für die ländlichen Gebiete ausgerufen wurde.
Schon sehr früh werden die Kinder an Umweltprobleme herangeführt, wozu die Schulgärten ein ideales Betätigungsfeld abgeben.

Der Verkehrsunterricht gestaltet sich mit den neuen Spielzeugautos viel interessanter als je zuvor!
HOFFNUNG FÜR AIDS-WAISEN: „LIRHANZO“!

Das IH-Hilfsprojekt für AIDS-Waisen, LIRHANZO – das in der deutschen Übersetzung „Hoffnung“ bedeutet – besteht bereits seit 10 Jahren! Der Internationale Hilfsfonds hat die Erweiterung dieses arbeitsintensiven Projekts kontinuierlich vorangetrieben und trägt somit konkret zur Stärkung des einzigen Sozialfürsorgeprojekts für AIDS-Waisen in der gesamten Region bei. So wurde, um praktische Beispiele zu erwähnen, neben anderen Einrichtungen, auch die Gemeinschaftsküche ausschließlich mit Hilfsgütern aus Deutschland eingerichtet. Gleiches gilt für die Schlafstätten und die Aufenthaltsräume. Die steigende Zahl von AIDS-Waisen in Zimbabwe verlangt unsere stetige Zuwendung aus Deutschland, um auch im Jahr 2017 den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. Schon allein wegen der Zunahme von AIDS-Waisen muß die Vorsorge am Bedarf ausgerichtet werden. Die Zahl der elternlosen Kinder nahm stark zu, woraufhin bereits vor Jahren eine eigene Schule in dieses Projekt integriert wurde. Aber auch die Schule verlangt nach Erweiterung, wofür zusätzliche Schulräume erforderlich sind. Welche Bedeutung diesem Projekt beigemessen wird, geht nicht zuletzt daraus hervor, daß es sogar von offizieller Seite als ein Modell mit Vorbild-Charakter für die gelungene Betreuung von AIDS-Waisen in Zimbabwe gelobt wird.

Zimbabwe: Bereits im Vorschulalter lernen die Kinder die Bedeutung der Gärten kennen, die zur Selbst-versorgung der Lirhanzo-AIDS-Waisen mit frischem Gemüse dienen. Der Lehrer, Herr Chinhambu, bemüht sich, die Kinder gleichzeitig mit den lokalen Umweltproblemen vertraut zu machen.

Philippinen: Die vom IH unterstützten Kinder erhalten regelmäßig Schul- und Lernmittel…
… sowie die unverzichtbaren Hygieneartikel.
SCHULBILDUNG FÜR KINDER AUS DEN SLUMS MANILAS!

Wie in den Jahren zuvor, leistet der IH in enger Kooperation mit seiner Partner- NRO Haligi NG Bata einen wertvollen Beitrag dazu, Kindern aus den Slums der philippinischen Hauptstadt Manila den Schulbesuch zu ermöglichen. Dieses Projekt gestattet den Ärmsten der Armen in Verbindung mit regelmäßigen „Gesundheits-Kontrollen“ eine medizinische Grundversorgung. Neben der schulischen Aus- bildung für Kinder der sozial Schwächsten, denen ohne Unterstützung der Schulbesuch verwehrt bliebe, ist es Ziel unseres Förderprojekts, die Verdienstmöglichkeiten der Eltern zu verbessern. So werden in einer Palette von Ausbildungskursen u.a. handwerk- liche Fertigkeiten vermittelt, mit denen ein nützlicher Zusatzverdienst realisierbar wird. Da die Frauen zumeist durch den Verkauf von Kleinwaren des täglichen Bedarfs das kärgliche Familieneinkommen zu verbessern suchen, werden auch hierzu praktikable, gut umsetz- bare Maßnahmen durchgeführt.

INDIEN: INTEGRATION BEHINDERTER KINDER IM SCHULBESUCH MIT NICHTBE- HINDERTEN!

In Indien unterstützt der IH mit einem weiteren Patenschaftsprojekt durch gemeinsamen Schulbesuch, zusammen mit nichtbehinderten Kindern die Integration körperlich und geistig behinderter Kinder. Außerdem wird – wie die beigefügten Photos zeigen – den Kindern regelmäßige gesundheitliche Versorgung in den Rehabilitationszentren zuteil. Die Amar- Jyoti-Schulen unter der Leitung von Frau Dr. Uma Tuli bieten den körperlich und geistig behinderten Kindern auf diese Weise eine vorbildliche Betreuung, was auch dieses Projekt in ganz besonderem Maße unterstützenswert macht.

Philippinen: Die IH-Patenkinder erhalten regelmäßige medizinische Betreuung, zu der auch die Zahnkontrolle gehört.

DER IH SETZT SICH FÜR KLEINSTAATEN IM PAZIFIK EIN, DEREN EXISTENZ DURCH DEN KLIMAWANDEL GEFÄHRDET IST!


Der Internationale Hilfsfonds e.V. ist eine der wenigen Hilfsorganisationen in der EU, die sich für die Gruppierung der „lowlying islands“ (niedrigliegende Inseln) im Pazifik einsetzt und sich bemüht, Projekte der humanitären Hilfe in diesen oftmals vergessenen Inselstaaten umzusetzen.

Der Internationale Hilfsfonds, der schon vor Jahren als einzige NRO aus Europa Hilfsgütertransporte in die fernliegenden Inselstaaten des Süd- und Zentral-Pazifik – so z.B. den Solomon- Inseln, Nauru und Tuvalu – durchgeführt hat, ist bestrebt, diese Form der Hilfe fortzusetzen. Darüberhinaus ist der Vorstand des IH auch weiterhin bemüht, die Kleinstaaten Tuvalu, Nauru und Kiribati, welche aufgrund des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels existenzgefährdet sind, in ihren Anliegen bei den EU- Institutionen zu unterstützen, zumal sie in Europa über keinerlei Lobby verfügen.

Der Internationale Hilfsfonds war dank Ihrer selbstlosen Unterstützung, werte IH-Gönner, auch im Jahre 2016 in der Lage, zahlreichen Notleidenden im Ausland Hilfe zukommen zu lassen. In der Ausgabe Januar 2017 der IH-Nachrichten werden wir über die aktuellen Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Armen- und Nothilfe des IH für Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa berichten, die der IH schon seit 1990 leistet und sich inzwischen auf über 48,3 Mio. Euro beziffert, bei einem Volumen von über 8100 Tonnen.

Nur aufgrund Ihrer kontinuierlichen Zuwendung konnte dieses außergewöhnliche Ergebnis erzielt werden, und ich darf mich deshalb auch im Namen des Vorstands des IH für Ihre Treue und Verbundenheit unserem Hilfswerk gegenüber nochmals sehr herzlich bedanken.

Mit diesem Dank verbinde ich meine besten Wünsche an Sie für ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr.

Ihr

Prof. Dr. Karl Koch
Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.


Indien: In der Amar-Jyoti-Schule wurde die Integration von behinderten Schulkindern in den täglichen Schulbetrieb erfolgreich vollzogen!
Indien: Im IH-Patenschaftsprojekt, das im Verbund mit Amar-Jyoti in Neu- Delhi durchgeführt wird, erhalten die behinderten Kinder kontinuierliche medizinische Betreuung, wie hier von einer Kinetherapeutin.

Kiribati: Diese Aufnahme macht die Verwundbarkeit der Korallenküsten durch die gefährliche Nähe des Meeres deutlich.
Nauru: Unbeschädigter Tropenwald ist in Nauru zur Seltenheit geworden – die Zerstörung der Flora durch den Phosphat-Abbau ist allgegenwärtig.
Nauru: Die Phosphat-Mine frißt sich in Tiefen von 10 bis 15 Metern in das Land und hinterläßt wahre Kraterlandschaften, die für die Menschen nicht mehr bewohnbar sind.