INHALT
Nr. 07 Juli 2016






























Die Verwendung
von IH-Spendenmitteln
im Jahr 2015

ZIMBABWE:
nach der Dürre-Katastrophe
große Freude über bescheidene Ernte-Erträge!
Wie setzt der IH
die ihm anvertrauten
Spendenmittel ein?




Die Verwendung der IH-Spendenmittel im Rechnungsjahr 2015

Die Jahresrechnung des Internationalen Hilfsfonds e.V. zum 31. Dezember 2015 wurde von einer vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), überprüft, deren uneingeschränktes Testat wir hier wiedergeben. Die Verwendung der Mittel wird in untenstehendem Schaubild verdeutlicht.


IH-Hilfsprojekte 2015
Kinderpatenschafts- und Schulförderungsprogramme:
in Zimbabwe
  • für arme Familien in isolierten, ländlichen Zonen Chikombedzis, die in einer Grenzregion in der Nachbarschaft zu Mosambique liegen.
  • Maßnahmen der Eindämmung der fortschreitenden Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen, Errichtung von Bewässerungsanlagen für Agrarflächen und Bäume, sowie anlegen von Dämmen zum Schutz gegen Hochwasser; Bau einer Trinkwasserversorgung.
  • Verbringung von Hilfsgütern aus Deutschland zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs und Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.
  • Versorgung und Ausstattung des vom IH ins Leben gerufenen Zentrums für AIDS-Waisen unter dem Namen „Lirhanzo“ (= Hoffnung). Das Zentrum wurde inzwischen durch einen eigenen Kindergarten mit Vorschule, sowie eine Grundschule erweitert.
  • Kontinuierliche Unterstützung des Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi mit medizinischen Hilfsmitteln und medizinischtechnischen Geräten, sowie Krankenhaus-Einrichtungsgegenständen.

  • Auf den Philippinen widmet sich der IH, in Kooperation mit der einheimischen Hilfsorganisation Haligi NG Bata, Kindern ärmster Familien aus den Slums Manilas. Hierbei steht die Ermöglichung des regelmäßigen Schulbesuchs dieser Kinder im Vordergrund. Hinzu kommen Hygiene- und Ausbildungsmaßnahmen zur Erlangung einer beruflichen Qualifikation, um das Einkommen der Eltern zu verbessern.

    In Indien fördert der IH die Integration von behinderten Kindern aus armen Familien durch die Ermöglichung des gemeinsamen Schulbesuchs mit nicht-behinderten Kindern. Außerdem erhalten die behinderten Kinder ständig medizinische Betreuung durch Fachärzte in eigens eingerichteten Rehabilitationszentren.

    Zentral- und Süd-Pazifik:
    „Awareness-creation“ (Bewußtmachung) der Folgen des Klimawandels und den dadurch verursachten Anstieg des Meeresspiegels für die in ihrer Existenz bedrohten Inselstaaten im Pazifik, wie Tuvalu, Nauru und Kiribati, mittels Sensibilisierungsmaßnahmen bei wichtigen Entscheidungsträgern im Europa-Parlament durch das International Liaison Office des IH in Brüssel (Belgien).

    Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa:
  • Aktive Armenhilfe, Sofort- und Nothilfeprogramme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinder- und Altenhilfe in Weißrußland, Georgien und Rumänien durch Versendung von Hilfsgütern.
  • Hilfe für Tschernobyl-Opfer in Weißrußland.
  • Die Entwicklung von Methoden für das Virus-Monitoring im Trinkwasser als Präventiv-Maßnahme zur Verhinderung von Epidemien und Ansteckungskrankheiten, die durch das Trinkwasser verbreitet werden. (Projektvorschläge für den Kosovo.)
  • Ausbildungsmaßnahmen in Kooperation mit dem Jewish Heritage Project, Minsk, zur Behandlung schwerst-lernbehinderter Kinder, um bislang in der Psychiatrie gehaltene Behinderte aus ihrer Isolation zu befreien. Dies ist erreichbar durch neue pädagogische Lehrmethoden, mit denen die Kreativität gefördert werden kann, sodaß Aussicht auf eine selbstbestimmte Lebensgestaltung dieser weitgehend isolierten Randgruppe der Gesellschaft besteht.
  • Gesamtsumme: EURO 1.283.427,--

    Wie setzt der IH die ihm anvertrauten Spendenmittel ein?

    Liebe IH-Freunde,

    für den Internationalen Hilfsfonds gilt Transparenz seinen Spendern gegenüber stets als oberstes Gebot. Diesem Anspruch wird unser Hilfswerk im laufenden Jahr mit seinen monatlichen Projekt- Berichten in den IH-Nachrichten gerecht. Zudem geben zusammenfassende Übersichten Aufschluß über die Verwendung der IH-Spendenmittel des jeweils vergangenen Jahres, und zwar jeden Januar und Dezember. Auf diese Weise informiert unser Hilfswerk alle an seiner Arbeit Interessierten über die wichtigsten Aktivitäten in den jeweiligen Hilfsempfänger-Ländern.

    Der IH hat seit 1991 Hilfsgüter im Volumen von ca. 8.052 Tonnen und einem Wert von über 47,8 Mio. Euro in die Nachfolgestaaten der UdSSR und Osteuropa im Rahmen seiner Armen- und Nothilfe verbracht. Diese Art der Hilfe könnte auf breiter Basis seitens der wirtschaftlich stärkeren EU-Staaten in die ärmsten EU-Staaten und Länder des Balkan vorgenommen werden, um so einen konkreten Beitrag zu leisten gegen den zunehmenden Strom der Armutsflüchtlinge.

    VERWENDUNG DER SPENDENMITTEL:


    Wie in all den Jahren zuvor, so hat der Internationale Hilfsfonds für das Berichtsjahr 2015 wieder von der vereidigten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der international angesehenen KPMG (Köln), das uneingeschränkte Testat unabhängiger Wirtschaftsprüfer erhalten (s. nebenstehend). Die Prüfung umfaßt die Beurteilung angewandter Grundsätze ordnungsgemäßer Rechnungslegung, sowie einer korrekten Buchführung.

    Der IH brachte im letzten Jahr 85% seiner Spendenmittel in die Projekte ein. Mit diesem Ergebnis nimmt unser Hilfswerk im Vergleich zu anderen Hilfsorganisationen einen hervorratenden Rang ein. Auch letztes Jahr haben wir wieder unser Ziel erreicht, die Verwaltungskosten niedrig, d.h. bei 7 %, zu halten.

    Dasselbe gilt für die Mittelbeschaffungskosten, welche lediglich bei 6% liegen. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil der Internationale Hilfsfonds e.V. – im Gegensatz zu allen deutschen Hilfsorganisationen vergleichbarer Größe, die allesamt beträchtliche Spendenbeträge für Reklame ausgeben – seit mehr als 18 Jahren kein Geld für Werbung eingesetzt hat. Aus dieser Tatsache erklärt sich der ungewöhnlich geringe Kostenaufwand im Verhältnis zu der von unserem Hilfswerk erbrachten Leistung.

    Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Information verzeichnen wir einen Aufwand von nur 2%. Dies verdeutlicht, daß der Internationale Hilfsfonds im Rechnungsjahr 2015 sorgsam und verantwortungsbewußt mit den ihm anvertrauten Spendenmitteln umgegangen ist. Somit bleiben wir unserem Grundsatz treu, daß die Verpflichtung gegenüber den Hilfsbedürftigen stets Priorität haben muß. Mit dieser Auffassung geht die überwiegende Mehrheit unserer Spender konform, worin sicherlich auch das Vertrauen begründet sein dürfte, das sich der Internationale Hilfsfonds bei seinen Gönnern erworben hat.

    Bis auf einen verhältnismäßig geringen Teil, kommen die Spenden des IH fast ausschließlich aus privater Hand, was dem IH zu einer uneingeschränkten Unabhängigkeit verhilft, die gerade in heutigen Krisenzeiten von unschätzbarem Wert ist. Dies gestattet dem Internationalen Hilfsfonds, eine politisch neutrale Position einzunehmen, was sich positiv auf die Projektauswahl auswirkt und es dem IH erlaubt, beim Einsatz seiner Spendenmittel der Effizienz in der Projektarbeit höchste Priorität einzuräumen. Diese positiven Voraussetzungen versetzen den Internationalen Hilfsfonds in die Lage, die ihm anvertrauten Spenden – frei von politischen Zwängen – direkt für Hilfsprojekte zugunsten Bedürftiger im Ausland einzusetzen.

    Weißrußland: Geistig behinderte Kinder benötigen hingebungsvolle Betreuung.
    HILFSPROJEKTE DES IH:

    Der besseren Übersicht ist es dienlich, darauf hinzuweisen, daß die IH- Sofort- und Nothilfe-Programme für Kranken- und Waisenhäuser, Kinder- und Altenheime in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion von 1991 bis Ende 2015 ein Volumen von 8052 Tonnen erreicht und inzwischen die Wertgrenze von 47,8 Mio. Euro überschritten hat. Diese Leistung hat der IH ohne jegliche staatliche Zuschüsse erbracht.

    Für die Spender sind folgende Fragen vorrangig: „Kommt meine Spende an? Erreicht die Hilfe die Waisenkinder, die Bedürftigen, die Kranken, Armen, Notleidenden und Benachteiligten?“ Ausgerechnet zu diesen, für die Spender interessantesten Fragen, werden in Deutschland erstaunlicherweise von keiner Auskunftstelle zuverlässige Informationen angeboten. Seriöse Informationen über die Effizienz der Leistungen von Hilfsorganisationen sind im deutschen Spendenmarkt befremdlicherweise nicht verfügbar, was wohl damit zusammenhängen dürfte, daß Effizienzkontrollen in der staatlichen, bzw. seitens internationaler Organisationen, wie der UNO und der Europäischen Kommission erbrachten Entwicklungshilfe, generell schamhaft vermieden oder gar vertuscht werden.

    Weißrußland: Schwerst-Lernbehinderte, denen früher der Eintritt ins Berufsleben versagt war, können durch neue Methoden der Ausbildung durchaus qualifizierte Arbeit leisten!
    Rumänien: Aus der gerade in Vulcan (Transsylvanien) angekommenen Hilfsgütersendung des IH werden u.a. Textilien an bedürftige Kinder verteilt.
    Der IH unterstützt Flüchtlingskinder aus Ossetien in Georgien.
    Angesichts dieser Problematik gewinnt die Transparenz im Spendenwesen noch mehr an Bedeutung. Und deshalb trennt sich hier im Wettbewerb der Hilfsorganisationen die Spreu vom Weizen: Der Internationale Hilfsfonds kommt, wie bereits eingangs erwähnt, seiner Verpflichtung zur Transparenz durch die allen Spendern monatlich zugehenden Projektberichte in den IH-Nachrichten nach und erfüllt damit die Erwartungen seiner Spender, nämlich regelmäßig und detailliert über den Einsatz der ihm anvertrauten Spenden gewissenhaft zu berichten. Für jeden Spender ist es dabei wichtig zu wissen: In den jeweiligen Hilfsempfängerländern kümmern sich seit Anbeginn unserer internationalen humanitären Arbeit im Jahre 1990 einheimische Mitarbeiter persönlich darum, daß die Hilfe aus Deutschland bei den Bedürftigen sicher ankommt. Dies gilt desgleichen für fernab Europas liegende Hilfsempfängerländer.

    In Weißrußland hält der IH, wie schon in den Jahren zuvor, weiterhin seine Hilfe für die Folgegeneration der Tschernobyl- Opfer aufrecht. Letztere haben mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die sie als schwere Hypothek aus der Erbmasse von Geburt an auf ihrem ganzen Lebensweg hindurch begleiten. Deshalb bezieht der IH diese Zielgruppe in seine Hilfsleistungen in Belarus ein. Darüberhinaus unterstützt der IH Selbsthilfe-Initiativen für Körperbehinderte, welche zum Ziel haben, mit modernen Rehabilitationsmethoden ihr schweres Schicksal zu meistern. Die IH-Hilfsgütersendungen für die Notleidenden in Weißrußland erreichten im Zeitraum 1991 bis zum Ende 2015 einen Wert von 8.818.544,-- Euro, bei einem Volumen von 1623 Tonnen.

    Da wir es bekanntlich als unsere Aufgabe ansehen, auch jüdische Minderheiten im Osten Europas zu unterstützen, wird der Internationale Hilfsfonds, wie schon in den Jahren davor, dieser ethnischen Minderheit weiterhin humanitäre Hilfe zukommen lassen. Hier gilt unser Augenmerk insbesondere Kindern mit multiplen Lernbehinderungen. Der IH arbeitet hierbei in Kooperation mit der Hilfsorganisation „East European Jewish Heritage Project“, unter Leitung von Franklin Swartz, zusammen. Dank einer neuen medizinischen Behandlungsmethodik ist es möglich geworden, sogar den unter Beeinträchtigung der Gehirntätigkeit Leidenden soweit zu helfen, daß in vielen Fällen die Einweisung in Heime und geschlossene Anstalten vermeidbar wird. Der IH verfolgt dabei das Ziel, in gemeinsamer Projektarbeit mit lernbehinderten Kindern in weiteren Nachfolgestaaten der UdSSR, sowie Ost- Europa, entsprechende Programme umzusetzen.

    Im Jahre 2015 war Georgien wiederum Hauptempfängerland der IH-Armenhilfe, da dort viele Menschen unterhalb des Existenzminimums leben müssen. Insgesamt bezifferte sich die Unterstützung des IH für Georgien seit 1991 bis Ende 2015 auf einen Hilfsgüter-Gesamtwert von 12.042.747,-- Euro, bei einem Volumen von ca. 1814 Tonnen.

    In Rumänien konzentrierte sich der IH mit seinen Hilfsgütersendungen auf die Region Transsylvanien mit ihren verarmten Kleinstädten und Dörfern. Dort herrscht der höchste Grad an Arbeitslosigkeit in Rumänien, da in diesen Bergbaugebieten mit ihren Kohlengruben schon vor Jahren der Betrieb eingestellt wurde. Seitdem grassiert bittere Not unter den Bergleuten, die in ihrer Region keine Arbeit mehr finden. Die Hilfe des IH erreichte bis Ende 2015 in Rumänien den Wert von 4.627.701,-- Euro bei einem Volumen von 989 Tonnen. Sie war im letzten Jahr speziell auf diese Zielgruppe, inklusive der Roma-Minderheiten der Region ausgerichtet.

    Indien: Unser Photo zeigt behinderte und nichtbehinderte Kinder beim Pausenaufenthalt auf dem Schulhof der Amar Jyoti-Schule von New Delhi. Philippinen: Die meisten durch das IH-Schulförderungsprojekt geförderten Kinder kommen aus dem Stadtteil Metro Manila.

    Dank großzügiger Unterstützung deutscher Paten-Eltern ist es dem Internationalen Hilfsfonds vergönnt, auf den Philippinen, in Kooperation mit der dort ansässigen Hilfsorganisation „Haligi NG Bata“, ein Hilfsprojekt für Kinder aus den Slums Manilas aufrecht zu erhalten. Es bietet Kindern aus ärmsten Familienverhältnissen die Möglichkeit des regelmäßigen Schulbesuchs. Außerdem wird für eine kontinuierliche medizinische und zahnärztliche Betreuung sowohl der Kinder, wie ihrer Familienangehörigen gesorgt.

    Kiribati: Diese Aufnahme macht die Verwundbarkeit der Korallenküsten durch die gefährliche Nähe des Meeres deutlich.
    In Indien unterstützt der IH mit einem weiteren Patenschaftsprojekt eine wertvolle Selbsthilfe-Initiative von Frau Dr. Uma Tuli. Die im Jahre 1981 von ihr ins Leben gerufene Stiftung „Amar Jyoti“, mit der sie Schulen und Ausbildungsstätten für Behinderte in Neu-Delhi und Gwalior geschaffen hat, umfaßt außerdem Rehabilitationszentren, in denen Behinderten kontinuierliche medizinische Behandlung zuteil wird. Die Tatsache, daß die Zahl der Invaliden, die von diesen Einrichtungen profitieren, stark anstieg, beweist eindrucksvoll, daß das zugrunde gelegte Konzept für die Sozialfürsorgearbeit von Frau Dr. Uma Tuli realitäts- und bedarfsnah ausgerichtet ist. Deshalb unterstützt der IH dieses Projekt seit mehr als 20 Jahren. Die darin zum Ausdruck kommende Kontinuität ist eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung der Behinderten-Arbeit.

    Das Zusammenführen behinderter mit nicht-behinderten Schulkindern ist eine ebenso simple wie erfolgreiche Formel, um der traditionell auf Trennung ausgerichteten Schulform eine konstruktive Alternative gegenüberzustellen. Dank dieser Konzeption wurde es möglich, einer in Indien langwährenden Diskriminierung erfolgreich entgegenzuwirken. Die von Dr. Uma Tuli errichteten Amar Jyoti-Schulen wurden beispielgebend für die erfolgreiche Integration behinderter Kinder in die Welt der Nichtbehinderten: Letzteren wird durch ihren intensiven Kontakt zu Behinderten die Chance gegeben, durch täglich praktizierte Toleranz die in der Gesellschaft immer noch vorhandene Nichtbeachtung unschuldig Benachteiligter zu überwinden und im täglichen persönlichen Umgang mit der Behinderung ihrer Schulkameraden zu lernen, was Gleichberechtigung tatsächlich ausmacht.

    IH-Patenschaftprojekt Philippinen: Lehrer verteilen Schulmaterial an Kinder.
    Philippinen: Das IH-Patenschaftsprojekt schließt die regelmäßige medizinische Betreuung der Schulkinder mit ein.
    Als weitere Betätigungsfelder des IH sind Wissenschafts- sowie Technologie- und Wissens-Transfer zu erwähnen. Das International Liaison Office des IH in Brüssel bemüht sich, auf dem Gebiet der angewandten Forschung neuen, alternativen wissenschaftlichen Methoden zum Durchbruch zu verhelfen. Die Umsetzung solcher Programme könnte konkret Benachteiligten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Ost-Europa, sowie Entwicklungsländern zugute kommen, was der IH bereits vor Jahren in verschiedenen Projekten auf verschiedenen Gebieten – so u.a. des Gesundheitswesens, der Erosions- und Wüstenbekämpfung und Ökologie – demonstriert hat. Da die Finanzmittel in diesen Staaten alles andere als großzügig bemessen sind, ist es erfahrungsgemäß ein langwieriges Unterfangen, die zuständigen Stellen zu einem Engagement zu bewegen. Kooperationen auf dem Gebiet der Präventiv- Medizin könnten nicht nur die Qualität der staatlichen Fürsorge verbessern helfen, sondern würden sich zudem kostenverringernd auswirken.

    Die Anwendung neuer Methoden wäre in vielen Entwicklungsländern z.B. für das Virus-Monitoring realisierbar, was zur Eindämmung von Epidemien und Ansteckungskrankheiten aus dem Trinkwasser beitragen könnte. Mit diesem Konzept verfolgt der IH das Ziel, die Trinkwasserversorgung qualitativ dem internationalen Standard anzugleichen, um dadurch gleichzeitig die beklagenswerten Hygieneverhältnisse ärmster Bevölkerungsschichten zu verbessern. Zur Umsetzung solcher Projekte bedarf es oftmals langwieriger Überzeugungsarbeit, denn es ist oftmals mit großen Schwierigkeiten verbunden, Vorurteile unter Regierungsmitgliedern von Entwicklungsländern abzubauen, bis schließlich solche Projekte zum Tragen kommen. In diesem Zusammenhang kommt den Inselstaaten im Pazifik, wie Tuvalu, Kiribati und Nauru unsere besondere Aufmerksamkeit zu, da es in diesen Ländern um die Trinkwasserqualität nachweislich nicht zum Besten bestellt ist.

    Zimbabwe: Die neuen Tafeln und das Schulmaterial des IH tragen zur Verbesserung des Schulbetriebs bei.
    In vielen Entwicklungsländern besteht die Notwendigkeit, die Diagnostik von Krankheiten, die auf Parasiten zurückgehen, zu verbessern. Hierzu ist die Anhebung der Qualität im Bereich der Labortechnik erforderlich, um damit die Treffsicherheit der Diagnose bei der Erkennung von Krankheiten zu erhöhen. Auch in den Ländern des Balkans besteht hier großer Nachholbedarf. Deshalb ist der IH bemüht, mit Projekten der medizinischen Ausbildung speziell auf dem Gebiet der Laboranalyse und Labortechnik zu mehr Treffsicherheit in der Medizindiagnostik beizutragen.

    So besteht – um nur ein Beispiel zu benennen – im Kosovo auf diesem Gebiet dringender Bedarf. Die Unterstützung des IH für dieses Land, das als „Armenhaus Europas“ bezeichnet wird, wäre naheliegend, zumal sich das Engagement des IH bereits seit geraumer Zeit auf die Armenhilfe konzentriert und inzwischen einen Gesamtwert von 822.327,-- Euro, bei einem Volumen von 86 Tonnen erreicht hat.

    In der Region Chikombedzi, im Süden Zimbabwes, beweist der IH, daß sogar in den stark erosionsgeschädigten Trockengebieten und Halbwüsten nachhaltige Entwicklung möglich ist. In gemeinsamer Arbeit, unter Miteinbeziehung der in großer Armut lebenden Bauern, wurden in den vergangenen Jahren unter schwierigsten Bedingungen mehr als 3000 Bäume gepflanzt; darunter ein großer Anteil neuer Sorten von Obstbäumen, sowie – was ein Novum darstellt – auch von Olivenbäumen, welche in dieser Region bislang völlig unbekannt waren. Der IH leistete hier wichtige Pionierarbeit und bediente sich dabei alternativer Anpflanzungsmethoden, die schon zuvor in IH-Öko-Projekten in extrem regenarmen Zonen, wie der Inneren Mongolei (Volksrepublik China), in Kirgistan und in Tadschikistan, sowie im niederschlagsarmen Zypern, ebenso wie in Andenausläufern Argentiniens vielversprechende positive Resultate gezeitigt haben.

    Mit dem Anpflanzen vom Bäumen kann – wie der IH in der Region Chikombedzi eindrucksvoll demonstriert hat – die Selbstversorgung der armen Bauern nachhaltig verbessert werden. Das wiederum läßt erkennen, wie nutzbringend Hilfe zur Selbsthilfe für die daran aktiv beteiligten Bauern sein kann. Der dabei gleichzeitig vermittelte Wissenstransfer vermittelt den Bauern die Grundlage dafür, später ohne fremde Hilfe Obstbäume in stark erosionsgefährdeten Zonen selbst zu pflanzen, um ihr mageres Einkommen zu verbessern. So kann der aggressiv voranschreitenden Erosion niederschlagsarmer Halbwüstengebiete entgegengewirkt werden.

    Das IH-Patenschafts- und Schulförderungsprojekt in der Region Chikombedzi umfaßt, wie oben beschrieben, Maßnahmen zur Eindämmung fortschreitender Erosion, Anpflanzungen von Obst- und Olivenbäumen und Errichtung von Bewässerungsanlagen. Ausserdem wurden Dämme zum Schutz gegen Hochwasser errichtet und eine funktionierende Trinkwasserversorgung geschaffen. Durch Hilfsgüter-Transporte aus Deutschland tragen wir zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebs bei. Hinzu kommt die Hilfe für die Ärmsten mit Kleidung und Nahrungsmitteln.

    Der Internationale Hilfsfonds hat mit seinem Fürsorgeprojekt „Lirhanzo“ (Hoffnung) das allererste Sozialfürsorge-Zentrum für Aids-Waisen in Zimbabwe geschaffen und jährlich weiter ausgebaut. In der Region Chikombedzi haben wir auf beispielhafte Art die Versorgung von AIDS-Waisen sichergestellt. Dieses Hilfsprojekt dient der Regierung sogar als Pilotprojekt und gilt als beispielgebend für andere Regionen des Landes. Dies dürfen wir als besondere Auszeichnung unseres humanitären Engagements betrachten. Außerdem sorgt der IH mit seinen Hilfsgütersendungen aus Deutschland für die kontinuierliche Unterstützung des Bezirkskrankenhauses in Chikombedzi, das mit medizinischen Hilfsmitteln des täglichen Bedarfs, bis hin zu medizinisch-technischen Geräten, versorgt wird. Diese Hilfe erleichtert die ärztliche Versorgung, sowie die medizinischen Reihenuntersuchungen der im Rahmen des Schulförderungs- und Patenschaftsprojekts vom IH unterstützten Schulkinder und Lehrer.

    Um eine zusammenfassende Übersicht zu geben, ist auf Seite 2 der gesamte Fächer der vom Internationalen Hilfsfonds geleisteten humanitären Hilfe in einer Gesamtübersicht dargestellt.

    Für Ihre großzügige, wertvolle Unterstützung und Treue, mit der Sie es uns ermöglichen, fernab von Deutschland, den Ärmsten wirksam zu helfen, darf ich mich bei Ihnen, werte IH-Gönner, im Namen des Vorstands sehr herzlich bedanken.

    Ihr

    Prof. Dr. Karl H. Koch
    Vorsitzender Internationaler Hilfsfonds e.V.


    IH-Schulförderungsprojekt Chikombedzi, Zimbabwe: Von größter Wichtigkeit ist es, die Jugendlichen noch während ihrer Schulzeit mit den Aufgaben vertraut zu machen, die notwendig sind, um einen intakten, ökologisch orientierten Landbau auch für die Zukunft zu ermöglichen.